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Schwere Unwetter in Franken und Hessen | BR24

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Bei Roth mussten sich mehrere hundert Reisende in Geduld üben - umgestürzte Bäume hatten die Oberleitung beschädigt. Auch BR-Journalist Peter Dalheimer war unter den Fahrgästen.

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Schwere Unwetter in Franken und Hessen

Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 100 km/h, Hagel und starker Regen haben den Landkreis Aschaffenburg am Abend schwer getroffen. In Mittelfranken saßen 400 Menschen stundenlang in einem ICE fest. Schäden gab es auch in Hessen und Rheinland-Pfalz.

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Die Unwetter im Raum Aschaffenburg waren kurz aber heftig. Die Windhose sei gegen 18.30 Uhr über die Region gezogen und habe Chaos hinterlassen, teilte die Feuerwehr dem Bayerischen Rundfunk mit. Dächer wurden abgedeckt, Strommasten knickten um und Keller standen unter Wasser. Am schlimmsten wurde der Kahlgrund im Spessart an der Grenze nach Hessen getroffen. Mehr als 500 Rettungskräfte rückten aus und waren stundenlang auf den Beinen. Zwischen Alzenau-Mitte und Karlstein sind mehrere Bäume umgeknickt und auf die Autobahn gekippt. Ein Baum ist auf ein Auto mit fünf Insassen gefallen. Drei Personen seien durch Glassplitter leicht am Kopf verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. Die A45 war in Richtung Seligenstadt voll gesperrt. Ebenso gesperrt ist die Bahnstrecke zwischen Kleinostheim und der Landesgrenze zwischen Hessen und Bayern.

Aufräumarbeiten dauern noch weiter an

Im Kahlgrund laufen derzeit 30 Einsätze parallel, so ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Aschaffenburg zum BR. Die Feuerwehrmänner sind immer noch damit beschäftigt, Straßen von Bäumen frei zu räumen, Dächer zu sichern und Keller leer zu pumpen. Die Aufräumarbeiten dauern voraussichtlich noch den ganzen Tag an.

230 Einsätze in Mittelfranken, 400 Menschen sitzen in ICE fest

Auch in Mittel- und Oberfranken hatten Unwetter gewütet und vor allem im Raum Roth und Nürnberg zahlreiche Schäden angerichtet. Wegen eines Oberleitungsschadens saßen rund 400 Fahrgäste in einem ICE bei Roth fest. Es dauerte über sechs Stunden, bis sie ihre Reise in Bussen fortsetzen konnten. Der Streckenabschnitt zwischen Roth und Georgensgmünd bleibt laut Bahn wegen Bäumen im Gleis weiter gesperrt. Zwischen Roth und Georgensgmünd verkehren deshalb ersatzweise Busse. Auch der Streckenabschnitt zwischen Roth und Schwabach ist wegen einer Oberleitungsstörung gesperrt. In Treuchtlingen wurde das Dach des Bauhofs abgedeckt, in Roth das der Antons-Seitz-Mittelschule. Insgesamt verzeichnete die Polizei in Mittelfranken rund 230 Einsätze - die meisten davon wegen umgestürzter Bäume oder abgebrochener Äste.

Stellwerk vom Blitz getroffen

Im südhessischen Walldorf wurde ein Stellwerk vom Blitz getroffen und lahmgelegt. Zwischen Mannheim und Frankfurt fahren vorerst keine Züge. Es gibt jedoch eine Ausweichstrecke über Mainz-Bischofsheim und Worms. Dadurch kommt es für Bahnreisende zu Verspätungen von 30 bis 90 Minuten. Bis zum Nachmittag soll das Stellwerk wieder in Betrieb sein.

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Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 100km/h, Hagel und starker Regen haben Nordbayern schwer getroffen. Vor allem über der Stadt Roth tobte ein Wirbelwind, der unter anderem Dächer abräumte und Bäume zum Einstürzen brachte.

Umleitung für Fernverkehr zwischen Frankfurt/Main und Würzburg

Auch die Strecke zwischen Aschaffenburg und Hanau ist nach Bahnangaben wegen Oberleitungsstörungen gesperrt. Der Fernverkehr zwischen Frankfurt/Main und Würzburg werde derzeit deshalb in beiden Richtungen über Fulda umgeleitet. Es komme zu Verspätungen von 60 bis 100 Minuten, sagte die Sprecherin. Die Sperrung werde voraussichtlich noch bis Dienstagabend dauern.

Im Regionalverkehr der betroffenen Strecken sei ein Schienenersatzverkehr eingerichtet worden, es komme dennoch zu Verspätungen und Ausfällen. Pendler sollten sich vor der Fahrt gezielt über ihre Verbindung informieren.

Gestrandet ist gestern Abend auch der ICE 930, der auf dem Weg von München nach Düsseldorf war. Wegen Schäden an Oberleitungen und Bäumen im Gleis konnte er Aschaffenburg nicht verlassen. Die Reisenden bekamen Taxigutscheine.

Flüge annulliert

Der Frankfurter Flughafen musste 41 von 1.500 geplanten Flügen annullieren. Die meisten davon waren Inlandsflüge. Auch in Mittelfranken gab es Unwetter, die Bahnstrecke Nürnberg-Ansbach wurde zeitweise gesperrt, etliche Straßen wegen umgestürzter Bäume blockiert. Zwei Verletzte gab es in Mainz, wo zwei Menschen unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt wurden. Im hessischen Seligenstadt war ein elfjähriger Junge von einem Baum getroffen und verletzt worden.

Oberpfalz: Baum stürzt auf Kleinbus

In Etsdorf im Kreis Amberg-Sulzbach ist ein umstürzender Baum auf einen vorbeifahrenden VW-Bus gefallen. Es gab in der Region noch zahlreiche weitere Verkehrsunfälle, bei denen Autos in umgestürzte Bäume gefahren sind. Dabei gab es einige Leichtverletzte, es wurde aber niemand ernsthaft verletzt. In Köfering bei Amberg wurde vom Sturm das Dach eines Wohnhauses abgedeckt, wie die Polizei mitteilte. An vielen Orten waren die Straßen überflutet. Die Feuerwehr in Amberg wurde nach Angaben von Stadtbrandrat Bernhard Strobl im Laufe der Nacht zu rund 30 Einsätzen gerufen, unter anderem, weil viele Keller unter Wasser standen.

Sturm reißt 100 Kilo schweres Kreuz vom Kirchdach

Der Sturm hat gestern Abend ein Kirchturmkreuz im oberpfälzischen Burgtreswitz (Gemeinde Moosbach, Lkr. Neustadt a. d. Waldnaab) in die Tiefe gerissen. Das mehr als 100 Kilogramm schwere, gusseiserne Kreuz stürzte aus rund acht Metern Höhe auf den First des angrenzendes Kirchendachs und fiel anschließend auf die Straße, wie Feuerwehrleute dem BR von vor Ort berichteten. Das Kirchendach wurde durch den Einschlag erheblich beschädigt, zahlreiche Dachziegel wurden zerschlagen. Menschen wurden nicht verletzt.

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Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 100 km/h, Hagel und starker Regen haben den Landkreis Aschaffenburg am Abend schwer getroffen. In Mittelfranken saßen 400 Menschen stundenlang in einem ICE fest. Schäden gab es auch in Hessen und Rheinland-Pfalz.