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Schweizer Studie: Konkrete Pläne für Fernpassbahn | BR24

© BR/Steffi Wagner

Eine Schweizer Studie hat konkrete Pläne für eine Zugverbindung über den Fernpass in den Raum gestellt.

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Schweizer Studie: Konkrete Pläne für Fernpassbahn

Die überlastete Fernpassstrecke in den Tiroler Alpen könnte durch eine Fernpassbahn entlastet werden, zeigt eine Studie. Dafür müsste die Bahnstrecke von Kempten über Tirol bis Italien ausgebaut werden. Das hätte laut einem Experten viele Vorteile.

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Am viel befahrenen Fernpass in den Tiroler Alpen könnte künftig eine neue Bahnstrecke für Entlastung sorgen. Zu diesem Schluss kommt eine vom Land Südtirol in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie. Würde die bestehende Strecke von Kempten über Tirol bis Italien ausgebaut werden, könnte eine direkte Verbindung von Reute bis ins Inntal geschaffen werden.

Fernpassbahn soll Vorteile für Auto- und Bahnfahrer haben

Diese neue Fernpassbahn hätte verschiedene Vorteile und könnte sogar die bislang von der österreichischen Regierung geplanten Straßentunnel auf der Fernpassstrecke ersetzen, erklärte der Schweizer Verkehrsplaner Professor Paul Stopper im Gespräch mit dem ORF. Bis zu 500 Pkw pro Stunde könnten auf die neue Fernpassbahn verladen werden, um so die Straße zu entlasten. Weitere Vorteile laut Professor: Autofahrer hätten eine Pause bei nahezu keinem Zeitverlust, für Bahn-Pendler gebe es künftig eine attraktive Route.

Experte erwartet wenig Proteste gegen Fernpassbahn

Mit größeren Protesten gegen den Ausbau der Bahnstrecke rechne er nicht, so der Professor: „Es ist ja keine Hochgeschwindigkeitsstrecke, es wäre eine Lokalbahn. (…) Da sieht man von der Bahn eigentlich wenig, außer die Verladestationen. Ich glaube nicht, dass es die gleichen Diskussionen gibt wie etwa beim Brenner-Basis-Tunnel“.

Eine Fernpassbahn finanziert mit EU-Mitteln?

Auf etwa 800 Millionen Euro schätzt der Professor die Kosten für das Projekt Fernpassbahn. Die Finanzierung solle nach seiner Einschätzung mit Hilfe von EU-Mitteln erfolgen. Für ein entsprechendes Gesamtprojekt der betroffenen Länder Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien sehe er große Chancen. Dazu brauche es eine länderübergreifende Arbeitsgruppe. Bis ein derartiges Projekt umgesetzt werden könne, werde es aber Jahre dauern, so Stopper.

Auch der Tiroler Landtag hat in einer Studie die Realisierung einer solchen Bahnstrecke über den Fernpass prüfen lassen, die Ergebnisse dazu sollen noch diese Woche veröffentlicht werden.

Regelmäßige Staus auf der Fernpassstrecke

Die Fernpassstrecke in den Tiroler Alpen ist ein echtes Nadelöhr für Autofahrer, durchschnittlich sind dort 12.000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs, an Spitzentagen bis zu 30.000. Vor allem an Wochenenden kommt es häufig zu kilometerlangen Staus, vor allem zwischen Füssen auf deutscher Seite bis ins Inntal.

Die Tunnellösungen für den Fernpass

Bislang plant die österreichische Regierung vor allem den Bau zweier Straßentunnel, um den Verkehr zu entlasten. Kommen sollen ein 1,5 Kilometer langer Scheiteltunnel direkt am Fernpass und ein weiterer Tunnel am Tschirgant von Nassereith nach Haiming. Mit den Arbeiten für den Scheiteltunnel soll 2021 begonnen werden.