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Schweizer Steinböcke sollen Steinböcke an Benediktenwand retten | BR24

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Alpensteinbock auf einem Berg

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    Schweizer Steinböcke sollen Steinböcke an Benediktenwand retten

    Die Steinbock-Population an der Benediktenwand ist in Gefahr. Vor 23 Jahren wurden noch 150 Exemplare dort gezählt, jetzt sind es nur noch um die 50. Klimawandel und zu viele Wanderer sollen schuld sein. Steinböcke aus der Schweiz sollen helfen.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Matthias Lauer

    Es gibt immer weniger Steinböcke an der Benediktenwand. Der Bayerische Jagdverband plant deshalb eine Umsiedlung von Steinböcken aus der Schweiz. Zehn Tiere sollen im Laufe der nächsten zwei Jahre nach Oberbayern kommen. Die Kosten von rund 100.000 Euro will der Bayerische Jagdverband tragen. Das Projekt muss zwar noch vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten genehmigt werden. Doch die Erlaubnis sollte nur Formsache sein.

    Seltene Steinböcke an der Benediktenwand

    Schon, dass es auf der rund 1.800 Metern hohen Benediktenwand überhaupt Steinböcke gibt ist eine Besonderheit. Denn normalerweise durchstreifen die Könige der Felsen das Hochgebirge – leben also in 2.000 – 3.000 Meter Höhe – weit ab von Menschen. In unwegsamen Gelände fühlen sie sich wohl.

    So wurde der Steinbock an der Benediktenwand heimisch

    Ein Einzelgänger aus dem Karwendelgebirge hatte sich Ende der 50er Jahre an die Benediktenwand verirrt. Offensichtlich hat es dem Steinböck dort so gut gefallen, dass er blieb. Nach acht Jahren - 1967 - hatten Tölzer Jäger Erbarmen und organisierten zwei Geißen und zwei Böcke aus der Schweiz, damit er sich nicht so einsam fühlte.

    Artgenossen kamen per Lufttransport

    Mit dem Hubschrauber wurden die Tiere damals eingeflogen. Schon kurze Zeit danach gab's Nachwuchs. In der Spitze wurden 1998 150 Exemplare gezählt. Doch seitdem geht die Zahl kontinuierlich zurück. Schätzungsweise gibt es jetzt noch um die 50.

    Gefahren: Klima, Wanderer, Inzucht

    Ein Problem ist der Klimawandel, aber auch immer mehr Wanderer. Den Tieren fehlt das ungestörte Leben, der Freizeitdruck wächst, und das nicht nur am Tag. Und dann haben Forscher der Universität Zürich herausgefunden, dass unter dem Bestand ein zu hoher Anteil an Inzucht besteht. Die Gefahr: Sie sind anfälliger für Krankheiten und können sich schlechter an den Klimawandel anpassen. Durch die Steinböcke aus der Schweiz aber soll der Genpool wieder durchgemischt und die Steinböcke an der Benediktenwand gerettet werden.

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