BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Schweinfurter Klinik: Kreißsaal von Weihnachten bis Neujahr zu | BR24

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken

Weil am Krankenhaus St. Josef in Schweinfurt Hebammen fehlen, muss die Klinik zwischen Weihnachten und Neujahr ihren Kreißsaal schießen. Die Geburtshelferinnen haben so viele Überstunden geleistet, dass der Klinik nichts anderes übrigbleibt.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Schweinfurter Klinik: Kreißsaal von Weihnachten bis Neujahr zu

Weil am Krankenhaus St. Josef in Schweinfurt Hebammen fehlen, muss die Klinik zwischen Weihnachten und Neujahr ihren Kreißsaal schießen. Die Geburtshelferinnen haben so viele Überstunden geleistet, dass der Klinik nichts anderes übrigbleibt.

Per Mail sharen
Teilen

Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen hat nun auch Auswirkungen auf werdende Mütter in der Region Main-Rhön: Frauen, die zwischen dem 24. Dezember und dem 1. Januar entbinden, müssen dann beispielsweise aufs Leopoldina-Krankenhaus ausweichen. "Unsere angestellten Hebammen leiden unter permanenter Überlastung", sagte eine Kliniksprecherin dem BR. "Jede Einzelne hat in den letzten Wochen und Monaten bis zu 120 Überstunden geleistet, die Frauen brauchen dringend eine Pause."

Krankenhaus setzt auf erholtes Personal

Das Krankenhaus St. Josef habe hohe Qualitätsstandards, gerade in der Geburtshilfe, denen man nur gerecht werden könne, wenn das Personal ausgeruht sei. Derzeit hat die Klinik 6,5 Vollzeitstellen in der Geburtshilfe. Zum 1. Dezember sollte eine neue Kollegin das Team verstärken, die dann aber aus persönlichen Gründen absagen musste. Daraufhin habe Pflegedirektor Stefan Werner in Absprache mit Krankenhausdirektor Norbert Jäger die Reißleine gezogen.

Sprecherin berichtet von schwerem Entschluss

Ganz einfach habe sich die Klinikleitung die Entscheidung nicht gemacht: Das Krankenhaus wird von den Erlöserschwestern in Würzburg getragen – da schmerze es natürlich besonders, dass ein katholisches Krankenhaus über Weihnachten den Kreißsaal schließen muss. "Für die Ordensschwestern ist Geburtshilfe etwas Zentrales, viele haben in diesem Bereich gearbeitet – sei es als Kinderkrankenschwester oder als Hebamme", so Krankenhaussprecherin Miriam Christof. "Deshalb werden wir alles tun, damit wir die Geburtshilfe nicht aufgeben müssen."

Andere Krankenhäuser wurden rechtzeitig informiert

Die Krankenhausleitung informierte im Vorfeld Belegärzte, Gynäkologen und freie Hebammen über die aktuelle Lage, damit diese sich gegebenenfalls auf eine höhere Nachfrage über die Feiertage vorbereiten könnten. Natürlich sei die Situation nicht überraschend gekommen, sagt Sprecherin Miriam Christof. "Es gibt bei uns strategische Überlegungen, was das Hebammenkonzept angeht. Unser Pflegedirektor Stefan Werner ist schon lange aktiv, hat Anzeigen geschaltet und sucht auch über soziale Medien nach neuen Kräften, aber der Markt ist leer." Selbst ein Image-Film habe bislang nicht die erhoffte Wirkung gezeigt.