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Schweinfurter Kindertafel - soziales Engagement seit zehn Jahren | BR24

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Täglich bereiten etwa 20 ehrenamtliche Helfer der Schweinfurter Kindetafel rund 380 Pausenbrot-Päckchen für Schüler vor. Denn viele Kinder kommen ohne Frühstück in die Schule - oft stehen die Eltern morgens erst gar nicht mit ihren Kindern auf.

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Schweinfurter Kindertafel - soziales Engagement seit zehn Jahren

Täglich bereiten etwa 20 ehrenamtliche Helfer der Schweinfurter Kindetafel rund 380 Pausenbrot-Päckchen für Schüler vor. Denn viele Kinder kommen ohne Frühstück in die Schule - oft stehen die Eltern morgens erst gar nicht mit ihren Kindern auf.

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In der Küche der Schweinfurter Kindertafel stehen frühmorgens um 6.30 Uhr vier Frauen. Die eine bestreicht Körnerbrotscheiben mit Butter, die andere belegt die Brotscheiben mit Käse, die dritte schnibbelt Gurkenscheiben und legt die auf die Käsescheiben. Und die vierte packt die belegten Pausenbrote ein. Ulrike Richter ist seit zehn Jahren eine der ehrenamtlichen Helferinnen. Dass Kinder ohne Pausenbrot in die Schule gehen, war für sie Motivation, sich hier zu engagieren.

"Ich habe es mal an einer Bushaltestelle erlebt, dass ein Junge zum anderen gesagt hat: 'Lass mich mal von deinem Brot beißen, ich habe Hunger – und das war früh um halb sieben." Ulrike Richter, ehenamtliche Helferin Schweinfurter Kindertafel

Bedarf an Pausenbroten steigt

Dieser Junge habe ihr leid getan, so Ulrike Richter. Bis zu 380 Pausenbrot-Päckchen mit Brot, Müsli und Obst werden in der Schweinfurter Kindertafel täglich vorbereitet. Den Bedarf melden Schulen und Kindergärten. Stefan Labus hat die Schweinfurter Kindertafel gegründet:

"Das Fazit ist, dass es immer mehr Kinder in Schweinfurt gibt, die unterversorgt sind. Wir haben mit 35 Päckchen vor zehn Jahren angefangen - und haben jetzt einen Durchschnitt von 350 und 380 pro Tag." Stefan Labus, Schweinfurter Kindertafel

Manche Eltern stehen nicht mit auf

Diese große Steigerung des Bedarfs mache ihm Angst, so Stefan Labus. Wenn die Pausenbrot-Pakete fertig sind, fahren sie Helfer aus. Im Augenblick sind es 14 Grund- und Hauptschulen und vier Kindergärten in Schweinfurt, die beliefert werden. Die Pestalozzi-Schule im Schweinfurter Stadtteil Oberndorf ist eine davon. Dreiviertel der 160 Schüler kommt hier morgens ohne Frühstück und Pausenbrot in den Unterricht, sagt Schulleiterin Gisela Balandat

"Das ist für uns sehr wichtig, weil viele Kinder bei uns kein Frühstück haben. Die Eltern nicht mit aufstehen oder keine Zeit oder eben andere Gründe haben und die Kinder deswegen ohne Frühstück und Pausenbrot in die Schule kommen." Schulleiterin Gisela Balandat

Das liege daran, dass die Eltern weniger Interesse daran hätten und die Kinder sagen, sie bräuchten nichts und dann doch merken, dass es ihnen schlecht wird, wenn sie nichts im Bauch haben, so Balandat. "Sie haben Hunger und sind unkonzentriert. Manchmal hat man bei den Mädels in der Pubertät auch Ohnmachtsanfälle“, beschreibt Schulleiterin Gisela Balandat die Auswirkungen. Der Bedarf nach Pausenbroten für die Kinder steigt, sagt Stefan Labus. Der Tafelgründer erzählt, dass sogar Leute an die Haustüre kommen und klingeln, um ein Päckchen für ihre Kinder abzuholen. Dies Fälle seien gar nicht registriert.

© BR-Studio Mainfranken/Norbert Steiche

Eine Helferin der Schweinfurter Kindertafel bestückt Pausenbrot-Tüten