BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Schweinfurter Initiative will Willy-Sachs-Stadion umbenennen | BR24

© BR Fernsehen

Wie soll man mit Willy Sachs und seiner NS-Vergangenheit umgehen? Darüber diskutiert die Stadt Schweinfurt schon seit Jahrzehnten. Nun fordert eine Initiative: Das Willy-Sachs-Stadion, Heimspielstätte des FC Schweinfurt 05, braucht einen neuen Namen.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Schweinfurter Initiative will Willy-Sachs-Stadion umbenennen

Wie soll man mit Willy Sachs und seiner NS-Vergangenheit umgehen? Darüber diskutiert die Stadt Schweinfurt schon seit Jahrzehnten. Nun fordert eine Initiative: Das Willy-Sachs-Stadion, Heimspielstätte des FC Schweinfurt 05, braucht einen neuen Namen.

2
Per Mail sharen

Aus Sicht der Schweinfurter "Initiative gegen das Vergessen" ist die Sache klar: Willy Sachs soll die Ehrenbürgerwürde aberkannt werden. Und: Auch das von ihm gestiftete Willy-Sachs-Stadion braucht einen neuen Namen. Die Initiative begründet ihre Forderung mit der Tatsache, dass Willy Sachs überzeugter Nationalsozialist und Mitglied der SS war.

Stadion seiner Heimatstadt Schweinfurt geschenkt

Sachs pflegte Beziehungen zu Nazi-Größen wie Hermann Göring oder Heinrich Himmler. Er habe der NSDAP immer wieder hohe Geldbeträge gespendet , so die Initiative.

Doch nicht nur die NSDAP konnte sich über seine Zuwendungen freuen: 1936 schenkte der Sohn von Ernst Sachs seiner Heimatstadt ein Stadion, das deshalb nach ihm benannt wurde. Noch heute erinnert ein Relief am Eingang des Willy-Sach-Stadions an den Stifter. Diskussionen um die Nazi-Vergangenheit von Willy Sachs gibt es in Schweinfurt schon seit Jahrzehnten. Aber jetzt hat die "Initiative gegen das Vergessen" die Hoffnung, dass Bewegung in die Sache kommt.

© BR

Wie soll man mit Willy Sachs und seiner NS-Vergangenheit umgehen? Darüber diskutiert die Stadt Schweinfurt schon seit Jahrzehnten. Nun fordert eine Initiative: Das Willy-Sachs-Stadion braucht einen neuen Namen.

Fraktionsübergreifender Antrag im Stadtrat

Ein Antrag auf Aberkennung der Ehrenbürgerwürde und die Umbenennung des Stadions sollte nun am Dienstag in den Stadtrat eingebracht werden. Federführend steht hinter dem Antrag die SPD, der Antrag ist aber fraktionsübergreifend. Fast alle Parteien stünden dahinter, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Julia Stürmer. Lediglich die AfD sei nicht dabei. Die CSU hätte ihren Fraktionszwang für den Antrag aufgehoben.

Nun heißt es jedoch, dass der Antrag vorerst verschoben wurde. Zu den genauen Hintergründen machte die Schweinfurter SPD zunächst keine Angaben.

Schweinfurt und die Familie Sachs

Trotz der NS-Vergangenheit von Willy Sachs genießt die Industriellenfamilie Sachs in Schweinfurt einen überwiegend guten Ruf. Ernst Sachs etwa, der Vater von Willy Sachs, spendete der Stadt 1933 ein nach ihm benanntes Hallenbad. Willys Sohn Gunter Sachs ging als Fotograf und Playboy durch die Weltpresse.

Carl-Diem-Halle in Würzburg umbenannt

Sollte das Willy-Sachs-Stadion nun umbenannt werden, wäre es nicht das erste Mal, dass eine Sportstätte in Unterfranken einen neuen Namen bekommt. In Würzburg hatte eine ähnliche Initiative Erfolg, als vor 16 Jahren die Carl-Diem-Halle zur s.Oliver-Arena wurde. Sportfunktionär Carl Diem hatte unter anderem 1945 die Hitlerjugend zum Kampf bis in den Tod gegen die anrückende Rote Armee aufgerufen.

© Stadtarchiv Schweinfurt

Willy Sachs (2. von rechts) läuft zusammen mit Heinrich Himmler (2.v.l.) und Hermann Göring (Mitte) über den Stadionvorplatz in Schweinfurt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!