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Schweinfurt: Lieber Stadtwald statt Landesgartenschau? | BR24

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Stadtwald statt Landesgartenschau. Unter dieser Überschrift wirbt eine Initiative in Schweinfurt darum, auf den bereits erteilten Zuschlag für eine Landesgartenschau für 2026 zu verzichten.

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Schweinfurt: Lieber Stadtwald statt Landesgartenschau?

Die Initiative "Stadtwald statt Landesgartenschau" will die für 2026 geplante Landesgartenschau in Schweinfurt verhindern. Sie sammeln Unterschriften für einen Bürgerentscheid.

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Die Initiative „Stadtwald statt Landesgartenschau“ in Schweinfurt hat für ihr Bürgerbegehren mit über 2.500 Unterschriften ausreichend gesammelt, dass die Durchführung eines Bürgerentscheids beantragt werden kann. Lieber wollen sie dort Bäume pflanzen, wo die Landesgartenschau auf dem Gelände der ehemaligen US-Ledwardkaserne geplant ist. Initiatoren sind die Schweinfurter Stadträtin Ulrike Schneider und Annelie Maidhof.

Initiative möchte Landesgartenschau 2026 verhindern

Die Bürgerinitiative will erreichen, dass auf dem Gelände, auf dem die Landesgartenschau 2026 ausgerichtet werden soll, ein Wald gepflanzt wird. Die Kosten würden laut Schneider rund 200.000 Euro betragen. Die Pflanzkosten würden zu 80 Prozent vom Freistaat Bayern gefördert werden. Zudem würde mit einem Stadtwald etwas für das Klima getan werden. Die Investitionskosten für die Landesgartenschau mit sieben Millionen Euro nach Abzug aller Zuschüsse hält Schneider für viel zu hoch.

„Der Stadtwald ist zum einen ökologisch die bessere Lösung und natürlich auch sehr viel kostengünstiger. Sie sparen Millionen Euro an Steuergeldern. Ein Stadtwald auf 10 Hectar kostet ca. 200.000 Euro. Eine Landesgartenschau mit all ihren Unwägbarkeiten ist mit 12 Millionen Euro und mehr anzusetzen.“ Ulrike Schneider

Initiative befürchtet Millionendefizit für Schweinfurt

Die neuesten Zahlen zur Würzburger Landesgartenschau zeigten, wie stark die städtischen Finanzen am Ende in Mitleidenschaft gezogen würden. Neben Investitionen von 8,5 Millionen Euro trage die Stadt Würzburg für die eigentliche Durchführung der Landesgartenschau von vornherein 2,5 Millionen Euro bei und müsse nun auch noch ein Defizit in Millionenhöhe durch ausbleibende Besucher ausgleichen, so Schneider.

Schweinfurter Oberbürgermeister: Kein Vergleich möglich

Auch der Schweinfurter Oberbürgermeister Sebastian Remelé beobachtet aufmerksam die Entwicklungen zu der noch laufenden Landesgartenschau in Würzburg. Eine mögliche Landesgartenschau in Schweinfurt mit der in Würzburg zu vergleichen, käme einem Vergleich von Äpfeln mit Birnen gleich, sagt Remelé.

„Wir werden eine deutlich kleinere, vielleicht auch feinere Landesgartenschau hier kreieren, die ja vor allem einen städtebaulichen Missstand abschaffen soll, nämlich eine asphaltierte Kasernenfläche (…). Diese Asphaltwüste soll ja in eine grüne Lunge, in einen grünen Park umgewandelt werden hierzu verwenden wir die Landesgartenschau als Hebel für diesen Umwandlungsprozess.“ Sebastian Remelé

Laut Schulter müsste die geplante Landesgartenschau in Schweinfurt 2026 insgesamt zwölf Millionen Euro einnehmen, um die Kosten zu decken. Konkret wären das eine Millionen Besucher oder man müsse die Eintrittsgeldern erhöhen. Beiden Aspekten steht sie kritisch gegenüber. Von Anfang an sind die Meinungen im Stadtrat und in der Bevölkerung geteilt.

Durch Bürgerentscheide in Erlangen oder Traunstein konnten Bürger bereits erfolgreich eine Landesgartenschau verhindern. Die Initiatoren haben eine Informationsveranstaltung zu ihrem geplanten Stadtwald veranstalten. Etwa 30 Leute sind gekommen, um sich von der Idee einen Wald auf dem ehemaligen US-Areal zu pflanzen zu überzeugen.

"Die Landesgartenschau ist irgendwann wieder vorbei. Aber so tun wir was für die Zukunft und Gesundheit unserer Enkel." Ein Besucher der Informationsveranstaltung

Nächste Woche will der Schweinfurter Stadtrat entscheiden, ob er nun tatsächlich die Landesgartenschau 2026 auch ausrichten will.