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Schweinfurt ist Blitzhauptstadt Deutschlands | BR24

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Blitz über Landstraße

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Schweinfurt ist Blitzhauptstadt Deutschlands

In Schweinfurt wurden letztes Jahr bundesweit die meisten Blitze registriert. Damit ist die Industriestadt nach 2015 zum zweiten Mal Spitzenreiter bei den Städten und Landkreisen in Deutschland. Hier wurden fünf Blitze pro Quadratkilometer gemessen.

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Auf Platz zwei des Rankings liegt der Rheinisch-Bergische Kreis in Nordrhein-Westfalen mit vier Blitzen pro Quadratkilometer gefolgt vom oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau mit 3,7 Blitzen pro Quadratkilometer.

Die Messungen wurden vom Blitz-Informationsdienst von Siemens erstellt. Das Unternehmen registrierte im letzten Jahr insgesamt rund 446.000 Blitze in Deutschland. Das sind etwa 3.000 mehr als noch 2017. Dennoch ist das noch im Rahmen des Normalen. "Auch im Jahr 2018 verzeichneten wir relativ wenige Gewitter", erklärte der Leiter Stephan Thern. "Der Jahrhundertsommer letztes Jahr war zu warm, die Wetterlagen waren sehr stabil, und Gewitterfronten fielen nicht so ausgeprägt aus." Der 1. Juni 2018 war übrigens der blitzreichste Tag des letzten Jahres.

Untersuchung der Blitze

Den Blitz-Informationsdienst von Siemens nutzen unter anderem Versicherungen, Industrie-Unternehmen oder Kraftwerksbetreiber. Wenn etwa ein Industrieunternehmen eine eigene Stromversorgung hat und dabei sogar Strom ins öffentliche Netz abgeben kann, dann kann es bei einem entsprechenden Zeitpuffer durch die Blitzvorhersage die Anlage langsam runterfahren. Bei einer Schnellabschaltung nämlich - verursacht beispielsweise durch einen Blitzeinschlag in einer Leitung - können hohe Schäden entstehen.

Festivals und Sportveranstaltungen

Wichtig ist die Vorhersage auch bei der Wartung von Pipelines. Wartungsunternehmen nutzen den Blitzwarndienst um ihre Mitarbeiter nicht in Gefahr zu bringen, denn auch ein Blitzeinschlag weit weg könnte durch den leitenden Faktor an den Pipelines arbeitende Mensche in Gefahr bringen. Den Blitzdienst nutzen auch Festival-Betreiber oder Verantwortliche von Sportveranstaltungen, um Sportler und Zuschauer nicht in Gefahr zu bringen und - wenn nötig - rechtzeitig abbrechen zu können.

1992 hat Siemens mit den Messungen begonnen. Dabei werden über ganz Deutschland verteilte Sensoren elektromagnetische Wellen gemessen und entsprechend Blitzen zugeordnet. Den Blitzdienst gibt es seit 1999. Im langfristigen Mittel schlagen die meisten Blitze im Raum Garmisch-Partenkirchen ein.

© Chantal Anders

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