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Schweinfurt: Hühnerpatenschaften für artgerechte Haltung | BR24

© BR/ Vesile Özcan

Artgerechte Hühner-Haltung? Eine Hühnerpatenschaft sollen genau das ermöglichen. Markus Löffler-Willner aus Schweinfurt hat das Projekt "Solidarisches Naturhuhn" gestartet. Nicht nur die Tiere, sondern auch die Verbraucher sollen dabei profitieren.

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Schweinfurt: Hühnerpatenschaften für artgerechte Haltung

Artgerechte Hühner-Haltung? Eine Hühnerpatenschaft soll genau das ermöglichen. Markus Löffler-Willner aus Schweinfurt hat das Projekt "Solidarisches Naturhuhn" gestartet. Nicht nur die Tiere, sondern auch die Verbraucher sollen dabei profitieren.

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Von
  • Vesile Özcan

Eine etwas andere Patenschaft bietet Markus Löffler-Willner aus Schweinfurt an. Mit seinem Projekt "Solidarisches Naturhuhn" möchte er, dass sowohl Verbraucher als auch die Hühner profitieren. Ganz konkret bedeutet das für die Hühner eine artgerechte Haltung und für die Paten frische Eier, ein Brathähnchen oder ein Suppenhuhn.

Testphase im Schrebergarten

Zuerst hat der Initiator der Hühnerpatenschaft ganz klein angefangen. In einem Schrebergarten in Schweinfurt hat er momentan fünf Hühner. Damit hat Löffler-Willner quasi eine Testphase gestartet, um genauer einschätzen zu können, wie alles ablaufen soll. Die Idee ist mit der Zeit gewachsen. Inzwischen hat er schon 32 Paten für sein Projekt gefunden.

Brathähnchen und frische Eier

Eine Hühner-Patenschaft wird immer sowohl für ein männliches, als auch für ein weibliches Küken übernommen. Zu Beginn ist eine Einmalzahlung nötig, die in die Aufzucht der Küken investiert wird. Sobald die Hennen dann Eier legen, zahlt der Pate einen monatlichen Festbetrag. In der 16. Lebenswoche werden die Hähne geschlachtet und gehen als Brathähnchen an den Paten. Die Eier, die die Henne legt, gehen ebenfalls an den Paten sowie ein Picknickplatz am Hühnermobil.

Frank Holtig aus Schweinfurt ist einer dieser Paten: "Ich freu mich tatsächlich momentan am meisten auf das Brathuhn. In dem Fall ist es wirklich so, dass ich sage, das ist ein Tier was so aufwächst wie ich mir das vorstelle. Und dann find ich ist es auch legitim das zu genießen."

Mobiler Hühnerstall in Schonungen

Das Projekt des Schweinfurters ist gerade in der Startphase. Als nächstes will Markus Löffler-Willner einen mobilen Hühnerstall in Schonungen auf einer Streuobstwiese aufstellen. Ab April sollen dort dann die ersten Eier gebrütet werden. Sobald die Küken aufgewachsen sind, können sie von ihren Paten besucht werden.

Auch deswegen hat sich Sabine Guhr für eine Patenschaft entschieden. Ihre 12-jährige Tochter wollte unbedingt eigene Hühner halten wollte. "Wir wohnen ja in der Stadt und wer hat in der Stadt schon eigene Hühner. Meine Tochter liebt es, die Hühner mal zu streicheln und das kann man ja dann dort auch", sagt Guhr.

Initiator: "Nicht einfach ausbeuten"

Genau das möchte Löffler-Willner auch mit seinem Projekt fördern. Verbraucher und Tiere sollen sich näher kommen und die Landwirtschaft soll wieder greifbarer werden. "Und da hoffe ich auch, dass man zu dem Schluss kommt: wir wollen eine Lebensmittelproduktion die gut für die Natur, den Boden, die Pflanzen und vor allem gut für die Tiere ist. Also, dass wir das nicht einfach ausbeuten, sondern das als ein Teil von uns verstehen", so der Initiator.

Suppenhuhn oder Rentnerhuhn?

Mit dem Vertragsende wird aus dem Patenkind ein Suppenhuhn. Aber wer sein Patenhuhn doch nicht verspeisen möchte, kann es sozusagen in die Rente schicken. Das heißt: wenn ein Pate die Möglichkeit für eine artgerechte Haltung hat, darf er das Huhn mit nach Hause nehmen. Alternativ kann der Pate aber auch weiter einen Festbetrag bezahlen und die Henne weiter von Markus Löffler-Willner versorgen lassen.

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