Photovoltaikanlage über den Mittarbeiter-Parkplätzen bei ZF in Schweinfurt

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Schweinfurt: Autozulieferer ZF will Photovoltaikanlagen ausbauen

Schweinfurt: Autozulieferer ZF will Photovoltaikanlagen ausbauen

Angesichts steigender Preise und einer drohenden Energieknappheit versuchen immer mehr Firmen auf erneuerbare Energien umzustellen. Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen plant an seinem Standort in Schweinfurt noch mehr Photovoltaikanlagen.

Rund 9.000 Frauen und Männer produzieren bei ZF Friedrichshafen in Schweinfurt unter anderem Auto-Elektromotoren, Wandler, Kupplungen oder Dämpfer. Um einen kleinen Teil, nämlich vier Prozent des enormen Stromverbrauchs für die Produktion selbst herzustellen, hat das Unternehmen über alle Mitarbeiterparkplätze am Werk Nord 8.000 Photovoltaikmodule montiert. Diese Eigenstromerzeugung durch Solarenergie will ZF weiter ausbauen.

Eine der größten Carport-Photovoltaikanlagen in Deutschland

Die rund 14.000 Quadratmeter große Carport-Photovoltaikanlage ist bereits eine der größten in Deutschland und erspart laut ZF Friedrichshafen der Umwelt rund 1.200 Jahrestonnen CO2. Damit könnten im Jahr über 700 Haushalte mit Strom versorgt werden. Künftig wird es noch mehr sein: Denn auch die Mitarbeiterparkplätze am Werk Süd sollen mit Photovoltaikmodulen überbaut werden, sagt ZF-Standortleiter Manfred Süß.

Bis 2025 Umstellung auf "grünen Strom" geplant

Die Energie zum Heizen bezieht ZF vom Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt – so wie nahezu alle Großunternehmen in der Stadt. Ein Teil der Wärme wird aus Kohle gewonnen, aber das soll geändert werden, sagt der Schweinfurter ZF-Standortleiter. Und das Unternehmen will künftig nur noch regenerativen Strom verbrauchen. "Wir wollen bis 2025 komplett auf grünen Strom umgestellt haben", sagt Manfred Süß.

ZF verzichtet weitgehend auf Gas

Auf Gas kann ZF bereits weitgehend verzichten. Sogar Härte-Öfen wurden von Gas- auf Induktionsöfen mit Strom umgestellt. Jetzt geht es vielfach um das reine Energiesparen: So werden beispielsweise Druckluft-Leckagen dauernd gesucht, um keine zusätzliche Energie durch ausströmende Druckluft zu verschwenden. In der Vergangenheit hat man das nur am Wochenende gemacht. „Jetzt haben wir Equipment, ob man während der Produktion Energie verliert,“ sagt Süß.

Energiesparen: Mehr LED-Lampen, weniger Standby-Betrieb

Es dominieren im Werk bereits vielfach energiesparende LED-Lampen. Und wenn jemand am Abend vergisst, das Licht auszuschalten, dann kümmert sich darum die Technik: So seien schon Bürolampen auf Bewegungsmelder umgestellt worden, auch Energiemanagement und Abschaltautomatiken seien optimiert worden, sagt Standortleiter Süß. Während in der Vergangenheit Anlagen über das Wochenende auf Standby durchgelaufen seien, seien Anlagen überprüft und – wo möglich –entsprechende Abschaltautomatiken eingebaut worden.

"Es wäre eine große Katastrophe, wenn wir nicht produzieren könnten. Ich glaube nicht, dass es so weit kommt. Vielleicht ist auch die Hoffnung mit drin, aber ich glaube, dass wir ganz gut vorbereitet sind, aber das wäre natürlich der Worst Case, der passieren könnte", sagt Manfred Süß.

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