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Schweinepest: "Preise über Nacht eingebrochen" | BR24

© BR/Norbert Bauer

Nachdem mehrere Länder ein Importverbot für deutsches Schweinefleisch verhängt haben, sind die Folgen für Schweinehalter in Niederbayern schon jetzt spürbar: Sie beklagen einen Preiseinbruch.

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Schweinepest: "Preise über Nacht eingebrochen"

Nachdem mehrere Länder ein Importverbot für deutsches Schweinefleisch verhängt haben, sind die Folgen für Schweinehalter in Niederbayern schon jetzt spürbar: Sie beklagen einen Preiseinbruch.

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"Die Preise sind über Nacht eingebrochen", beklagt Josef Hopper, Schweinehalter aus Ruhstorf an der Rott im Landkreis Passau. Rund die Hälfte seiner Schweine sei in den letzten Monaten nach China vermarktet worden. Jetzt würden ihm deutlich weniger Schweine abgenommen werden. Rund zwei Wochen Spielraum hätte er. Dann müssten die Schweine aber wirklich geschlachtet werden, weil sie sonst zu schwer werden würden und er dann bestimmte Vorgaben nicht einhalten könne.

Kopf und Füße - hier nicht gefragt, in Asien begehrt

Besonders Stücke wie der Kopf oder die Füße der Schweine würden hierzulande nachgefragt werden – in Asien hingegen seien sie in manchen Regionen eine Delikatesse. Deshalb habe Hopper dafür bislang einen guten Preis bekommen. Seit dem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland vor wenigen Tagen bekomme er nun rund 20 Cent weniger pro Kilo Schweinefleisch. Die Lage beschreibt er als katastrophal.

Zweiter großer Preiseinbruch

Schon zuvor habe er einen Preiseinbruch beim Schweinefleisch verzeichnen müssen, weil wegen der Corona-Pandemie Gaststätten schließen mussten und daher weniger Schweinefleisch nachgefragt wurde. Der Bayerische Bauernverband sowie der Bundesverband Rind und Schwein und die Erzeugergemeinschaft Südbayern fordern, dass Schweinefleisch, das nicht aus der von der Afrikanischen Schweinepest betroffenen Region, also dem Landkreis Spree-Neiße, kommt, weiterhin exportiert werden darf.

Exportstopps nur auf betroffene Regionen begrenzen

Die Verbände fordern, dass sich die Bundesregierung für ein Abkommen einsetzt, sodass China Schweinefleisch aus ASP-freien deutschen Bundesländern weiterhin importiert. Schließlich sei China ein wichtiger Markt. Wie die Erzeugergemeinschaft Südbayern mitteilt, wurden allein im ersten Halbjahr 2020 fast 400.000 Tonnen deutsches Schweinefleisch nach China geliefert.

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