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Schweinepest: Jäger im Landkreis Günzburg wappnen sich | BR24

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Bildrechte: BR/Peter Allgaier

Schon hunderte Tiere haben sich in Deutschland mit der Afrikanischen Schweinepest angesteckt. Vorbereitet sein ist also alles, auch im Landkreis Günzburg. Hier werden gerade Freiwillige im Kampf gegen die Seuche ausgebildet.

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Schweinepest: Jäger im Landkreis Günzburg wappnen sich

Die Afrikanische Schweinepest ist für Sauen tödlich. Schon 500 infizierte Tiere wurden in Brandenburg gefunden. Entsprechend groß ist die Sorge, dass sich die Tierseuche nach Bayern ausbreiten könnte. Dagegen rüsten sich nun Jäger bei Günzburg.

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Von
  • Peter Allgaier
  • Susanne Hofmann

Es ist ein ungewöhnlicher Anblick: Eine Gruppe Männer in blitzblauen Ganzkörperanzügen, die durch den Wald streifen. Ihre Mission: Ein totes Wildschwein orten, das hier, in einem Wald nahe Jettingen im Landkreis Günzburg, irgendwo liegt. "Da geb ich jetzt die Koordinaten ein und dann suchen wir nach dem Schwein", sagt Franz Schmid. In seinen Händen hält er ein gelbes GPS-Gerät. Damit soll er nun mit anderen Jägern das tote Wildschwein finden.

Das Virus in Schach halten

Schmid macht freiwillig eine Schulung zum Bergehelfer. Denn sollte die Afrikanische Schweinepest in der Region auftauchen, braucht es Fachkräfte, um das Virus in Schach zu halten.

Die Schweinepest ist für den Menschen harmlos, für Schweine aber tödlich. Denn es gibt weder ein Medikament noch eine praktikable Impfung. Die Tiere bekommen hohes Fieber sowie Durchfall und sterben meist nach wenigen Tagen. Ein Ausbruch des Virus ist für alle Schweine in einem Stall das Todesurteil, denn sie müssen dann gekeult werden. Sogar andere Tierhalter in einem Umkreis von drei Kilometern sind verpflichtet, ihre Schweine untersuchen zu lassen.

Hygienemaßnahmen nötig

In Jettingen folgen die Jäger den Anweisungen des Navigationsgeräts – was sie nach rund einer halben Stunde zum toten Wildschwein führt. Das war zu sehr radioaktiv belastet, um es noch essen zu können, deshalb nutzt es Amtsveterinärin Barbara Gneiser-Schupp als Übungstier. Um im Ernstfall das Virus nicht zu verschleppen, sind Hygienemaßnahmen erforderlich: Und auch in der Übung streifen sich die Jäger blaue Ganzkörperanzüge und Handschuhe über und dokumentieren seinen Zustand. Wäre das Tier beispielsweise stark verwest, bedeutet das, dass es schon länger liegt und sich das Virus möglicherweise verbreitet hat.

Bayerische Landwirte in Sorge

Ursprünglich stammt die Krankheit, wie der Name schon sagt, aus Afrika. Über Osteuropa gelangte die Form der Schweinepest schließlich auch nach Deutschland. Vergangenes Jahr tauchten die ersten infizierten Tiere in Brandenburg auf, bei mehr als 500 Tieren wurde das Virus inzwischen diagnostiziert. Entsprechend groß ist die Sorge vieler Landwirte, dass es auch in Bayern auftaucht. Dabei müssen sich die Tiere nicht einmal gegenseitig anstecken. Es reicht eine weggeworfene Wurstsemmel, die verseucht war und dann wieder von einem Schwein gefressen wird.

Virus kann monatelang überleben

Doch um festzustellen, ob ein verendetes Wildschwein sich tatsächlich mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert hatte, braucht es eine Blutprobe. Die entnimmt die Jägergruppe jetzt - im Ernstfall wird sie im Labor analysiert. Die Männer packen danach das Wildschwein und stecken es in einen dichten Kadaversack. Er wird, wie auch der Waldboden, großflächig mit Desinfektionsmittel eingesprüht. Schließlich kann das Virus monatelang überleben. "Wir haben heute viel gelernt", sagen die Jäger am Ende der Übung. Und doch hoffen alle, ihr neu gewonnenes Wissen nie anwenden zu müssen.

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  • Peter Allgaier
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