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Schweinemastskandal Gelchsheim: PETA legt Beschwerde ein | BR24

© BR / Frank Breitenstein

Schweineskandal bei Gelchsheim

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    Schweinemastskandal Gelchsheim: PETA legt Beschwerde ein

    Vor einem Jahr sind in einem Mastbetrieb in Gelchsheim rund 2.000 Schweine verendet. Das Verfahren gegen den Betreiber wurde eingestellt, weil er psychisch krank gewesen sein soll. Dagegen will die Tierschutzorganisation PETA nun Beschwerde einlegen.

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    Es sei zu rügen, dass die Staatsanwaltschaft Würzburg das Verfahren einfach einstelle und weitere Punkte nicht ausreichend würdige, so PETA. Der Brief sei bereits in der Post, sagte Edmund Haferbeck, Leiter der PETA-Rechtsabteilung, zu BR24.

    PETA: "Großangelegter Betrug"

    Die Betreiberfamilie habe bei der Verteilung der Schweine auf zwei Gebäude und über unterschiedliche Betreiber "großangelegten Betrug" begangen, so Haferbeck. Nur durch dieses Vorgehen sei man mit der Betriebsgröße unter der Grenze von 1.500 Tieren geblieben, nach der eine aufwändige Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig würde. Das sei immer wieder bei solchen Großbetrieben zu beobachten. Außerdem sei im Verfahren zu wenig berücksichtig worden, dass eine Telefonanlage zur Warnung bei Lüftungs- und Fütterungsalarmen defekt war.

    Staatsanwaltschaft legte ausführliche Begründung vor

    Haferbeck betonte allerdings auch, dass sich die Staatsanwaltschaft Würzburg mit ihrem Einstellungs-Schriftsatz ungewöhnlich große Mühe gegeben habe. Die vierseitige Begründung rechne er den Juristenkollegen hoch an. Üblicherweise würden Tierbelange viel kürzer abgehandelt. In einer ersten Reaktion erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Würzburg, Boris Raufeisen, dass man die Beschwerde abwarten und dann gegebenenfalls auch ausführlich prüfen werde.

    Zwei Betriebe mit 1.300 und 700 Tieren

    Der betroffene Landwirt hatte in Gelchsheim (Lkr. Würzburg) laut Staatsanwaltschaft zwei Schweinemastställe für insgesamt 2.780 Tiere betrieben. Tatsächlich belegt waren die Ställe im vergangenen Jahr mit 700 und 1.300 Tieren. Vor gut einem Jahr waren dann 2.000 Schweine in dem Betrieb verendet. Der Landwirt war offenbar aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht mehr in der Lage gewesen, die Tiere ausreichend zu versorgen.

    Wer trägt die Entsorgungskosten?

    Offen ist noch der Streit mit dem Landratsamt Würzburg über die Verteilung der Entsorgungskosten. Wie bereits berichtet, will das Landratsamt in Berufung gehen, um nicht auf dem Großteil der Kosten sitzen zu bleiben.