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2.000 Schweinekadaver: Mäster muss nicht für Entsorgung zahlen | BR24

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Im Mai 2018 ließ das Landratsamt Würzburg die Kadaver von rund 2.000 verendeten Schweinen aus dem Stall eines Landwirts in Osthausen bergen. Der Mann klagte gegen die Übernahme der Kosten - und bekam jetzt vor dem Verwaltungsgericht Würzburg Recht.

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2.000 Schweinekadaver: Mäster muss nicht für Entsorgung zahlen

2.000 Schweinekadaver hat das Landratsamt Würzburg aus seinem Stall in Osthausen wegbringen lassen, weil der Landwirt das nicht in die Wege geleitet hatte. Gegen eine Rechnung in Höhe von 200.000 Euro hat der Landwirt nun geklagt und Recht bekommen.

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Sein überraschendes Urteil hat das Würzburger Verwaltungsgericht mit Verfahrensfehlern beim Landratsamt Würzburg begründet. Dieses hatte die Entsorgung nicht regulär ausgeschrieben, weil es dafür eine "besondere Dringlichkeit" gesehen hatte. Die aber bezweifelte der Richter. Denn wie in der mündlichen Verhandlung bekannt wurde, sind erste Schweine nach Erkenntnissen der zuständigen Veterinäre wohl bereits im Frühjahr 2016 verendet. Erst zwei Jahre später – im Mai 2018 – aber war der Tierskandal entdeckt worden. Bis dahin aber hatte es weder eine Geruchsbelästigung gegeben, noch war von Schädlingen die Rede. Nach Ansicht des Gerichts hätte man sich deshalb für die Entsorgung mehr Zeit lassen können.

© BR - Barbara Markus

2.000 Schweinekadaver lies das Landratsamt Würzburg aus dem Stall in Osthausen wegbringen, weil der Landwirt das nicht in die Wege geleitet hatte. Gegen eine Rechnung in Höhe von 200.000 Euro klagte der Landwirt und bekam Recht.

Weiterer Anbieter wäre 150.000 Euro günstiger gewesen

Das Landratsamt Würzburg hatte eine Firma beauftragt, auch Ratten zu bekämpfen. Das war aber in dem Bescheid an den Landwirt nicht gesondert angeordnet und begründet worden. Auch war nicht nachzuvollziehen, wie hoch die Kosten der Rattenbekämpfung waren, so das Gericht. Denn die vom Landratsamt beauftragte Firma hat pauschal knapp 200.000 Euro in Rechnung gestellt. Der zweite Anbieter hätte weniger als 50.000 Euro berechnet, war aber nicht zum Zuge gekommen, weil er unter anderem nicht so viel Personal einsetzen konnte.

Landwirt will sich an Entsorgungskosten beteiligen

Wie der Anwalt des Landwirts erklärte, sieht sich sein Mandant moralisch in der Pflicht, die Kosten der Entsorgung seiner toten Schweine zu tragen. Er hätte auch gezahlt, wenn das Landratsamt sich für das günstige Angebot entschieden hätte – knapp 50.000 statt 200.000 Euro. Das Landratsamt kann nun gegen das Urteil Berufung einlegen oder auch einen fehlerfreien Bescheid nachholen – möglicherweise aber nicht über die gesamte Summe.