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Schweinehaltung in Bayern: Grüne drängen auf Verbesserungen | BR24

© pa/VisualEyze

Ferkel im Schweinestall (Symbolbild)

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    Schweinehaltung in Bayern: Grüne drängen auf Verbesserungen

    Mehr als jeder fünfte Schweinebetrieb Deutschlands befindet sich in Bayern. Doch die Landtags-Grünen halten die Haltung und Schlachtung der Tiere oft für nicht artgerecht. Mit mehreren Anträgen fordern sie daher Verbesserungen.

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    Von
    • Julia Kammler
    • Maximilian Heim

    Die Grünen im Bayerischen Landtag drängen darauf, die Situation von Mastschweinen im Freistaat zu verbessern. Auch Schweine hätten ein Recht auf ein tierwürdiges Leben, betonte Rosi Steinberger, verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion, in München. Mit insgesamt sieben Anträgen wollen die Grünen die Zukunft der konventionellen Schweinehaltung gestalten und die bayerische Staatsregierung zum Handeln bewegen.

    Steinberger kritisierte unter anderem, dass die meisten Tiere ihr Leben lang auf sogenannten Vollspaltenböden gehalten werden. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Betonboden mit eingelassenen Spalten, durch die Kot und Urin der Tiere fallen. "Das muss aufhören", betonte Steinberger. Ihr zufolge sollten stattdessen nur eingestreute Ställe ohne Beton-Vollspalten und mit verschiedenen Funktionsbereichen genehmigt werden. Auch der tierwohlgerechte Stall-Umbau müsse erleichtert werden.

    Betäubung: Grüne für Forschung nach Alternativen

    Bei der Betäubung der Schweine fordern die Grünen ebenfalls Nachbesserungen. "Zur Zeit wird ja im Wesentlichen mit CO2 betäubt", erläuterte Steinberger. Das aber sei für die Schweine sehr belastend, "vor allem in den letzten Sekunden, bevor sie dann tatsächlich betäubt werden". Forschungen gebe es beispielsweise schon zum Einsatz von Edelgasen, die sich besser für die Betäubung eignen sollen.

    Mit Blick auf die Folgen ihrer Forderungen betonen die Grünen, dass auch die Landwirte Verlässlichkeit bräuchten. Aktuell werde "ganz wenig investiert, weil die Landwirte völlig verunsichert sind", sagte Steinberger. Deshalb müsse die Staatsregierung eine Zielvorstellung haben, wie die Schweinehaltung im Freistaat aussehen soll. Grundsätzlich muss aber laut Steinberger gelten: Ein tierwürdiges Leben darf nicht Wettbewerb und Preisdruck zum Opfer fallen.

    Jährlich über 3,5 Millionen geschlachtete Schweine

    In Bayern werden jährlich über 3,5 Millionen Schweine geschlachtet. Damit sich Verbraucherinnen und Verbraucher an der Ladentheke auch unter Tierwohl-Aspekten für ein bestimmtes Fleisch entscheiden können, fordern die Grünen eine klarere Kennzeichnung. So müsse das Siegel "Geprüfte Qualität Bayern" vom zuständigen bayerischen Landwirtschaftsministerium ergänzt werden. Die Hoffnung der Grünen: Wenn die Indikatoren des bundesweiten Tierwohlkennzeichens auch für das bayerische Siegel gelten, erhielten die Schweine im Freistaat spürbar bessere Haltungsbedingungen.