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Schwein flieht vor Schlachter und lebt jetzt auf Gnadenhof | BR24

© Tiergnadenhof Zell e.V.

Ferkelchen "Rickie" ist vor dem Schlachter geflohen - und lebt jetzt im Bayerischen Wald auf einem Gnadenhof

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Schwein flieht vor Schlachter und lebt jetzt auf Gnadenhof

Vor knapp einem Monat ist Schwein "Rickie" dem Schlachthof entkommen und aus einem Lkw geflohen. Die Polizei hat es eingefangen. Jetzt lebt das acht Wochen alte Ferkel auf einem Gnadenhof im Bayerischen Wald - und fühlt sich "sauwohl".

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Vor rund einem Monat haben Straubinger Polizisten ein entlaufenes Ferkel in Geiselhöring eingefangen. Wie die PNP zuerst berichtete, lebt das Schwein jetzt auf einem Gnadenhof in Zell in der Gemeinde Prackenbach (Lkr. Regen).

Quicklebendiges Ferkelchen

Angela und Karl Schweiger haben das Schweinchen Frederike aufgenommen. Wie sie dem BR erzählen, war das Ferkel auf dem Weg zum Mastbetrieb. Der Lkw-Fahrer hatte die Tür wohl nicht richtig verschlossen, so konnte das Schwein fliehen. Die Polizei fing das entlaufene Tier ein und brachte es zunächst ins Straubinger Tierheim. Das Tierheim ist auf die Schweigers zugekommen - und die haben sofort ja gesagt. Fünf Wochen war "Ricki" da alt. Jetzt ist sie acht Wochen, quicklebendig und lebensfroh, wie Angelag Schweiger sagt.

"Sie rennt rum und denkt, sie ist ein Hund. Sie läuft mit unseren Hunden rum. Das ist total lustig, das ist einfach schön zum Zuschauen." Angela Schweiger

Alle Tiere leben miteinander

Für Angela Schweiger ist das kleine Schwein eine Freude - normalerweise bekommt man so ein glückliches Schwein nicht zu sehen, "weil sie eingepfercht im Mastbetrieb leben." Hier auf dem Gnadenhof gibt es genug Platz: 52.000 Quadratmeter ist das Grundstück groß. Das Konzept der Schweigers: Alle Tiere leben miteinander. Schafe, Ziegen oder Ponys werden nicht voneinander getrennt.

"Weil es nicht notwendig ist - das meint der Mensch nur immer. Die Tiere verstehen sich unterinander. Da könnte sich der Mensch ein Beispiel nehmen." Angela Schweiger

Die Tiere suchen sich aus, in welchem Stall oder in welcher Hütte sie bei welchen Tieren schlafen wollen. So kommt es vor, dass manchmal Schweine mit Ziegen übernachten oder sich Babyziegen auf Ferkeln wärmen.

Mit Gnadenhof geht Kindheitstraum in Erfüllung

Seit fast 30 Jahren betreiben die Schweigers ihren Gnadenhof. Damit hat sich Karl Schweiger seinen Kindheitstraum erfüllt. Jahrelang war er Berufsmusiker, viel unterwegs. Irgendwann war es genug mit dem Reisen. Dann verwirklichte er seinen Traum vom Gnadenhof im Bayerischen Wald. Er erinnert sich noch genau an seine ersten Schützlinge: ein Warzenentenpaar. Die Nachbarn wollten die Tiere nicht mehr haben. Bevor sie geschlachtet wurden, nahmen die Schweigers die Enten auf. Seitdem kommen Menschen auf sie zu - und die Zahl der aufgenommenen Tiere wächst.

Ferkelchen und Hängebauchschwein sind unzertrennlich

Ferkelchen Rickie "wächst und gedeiht" hier, wie es von den Schweigers heißt. Mit "Tante Dolly", einem 20 Jahre alten Hängebauchschwein, hat das kleine Schwein eine Weggefährtin gefunden. "Die kuscheln und haben sich gegenseitig angenommen", sagt Angela Schweiger. Auch Schwein Rosi lebt hier und wurde vor dem Schlachter gerettet.

Durch Spenden finanziert

Finanziert wird der Gnadenhof von Spenden. Im August vergangenen Jahres gründeten die Schweigers einen Verein. Jetzt dürfen sie offiziell Spenden annehmen oder Patenschaften anbieten. All die Jahre zuvor finanzierten sie sich privat.

© Tiergnadenhof Zell e.V.

Das entlaufene Schweinchen fühlt sich "sauwohl"

© Tiergnadenhof Zell e.V.

Quicklebendig rennt "Rickie" auf dem Hof umher - am liebsten mit Hängebauchschwein "Tante Dolly"

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Nach dem Umhertoben auf dem Hof braucht das acht Wochen alte Schweinchen auch eine Mittagspause

© Tiergnadenhof Zell e.V.

Auf dem Gnadenhof in Zell wird das Konzept verfolgt, dass alle Tiere miteinander leben und nicht separiert werden