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Brennendes Habermeier-Haus in Schwandorf 1988
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Brennendes Habermeier-Haus in Schwandorf 1988

Bei dem Brandanschlag kamen drei Türken und ein Deutscher ums Leben. Der Täter wurde später zu einer langen Haftstrafe verurteilt, 2001 kam er wieder frei. 2009 beschloss der Schwandorfer Stadtrat, dass jedes Jahr an die Opfer des Anschlags erinnert wird. Beginn der Gedenkveranstaltung ist um 18 Uhr im Spitalgarten.

Lange Zeit fehlte diese fremdenfeindliche Tat im offiziellen Gedächtnis der Stadt. Erst 21 Jahre danach wurde erstmals in einer Gedenkstunde an die Opfer erinnert. Der 17. Dezember 1988 war einer der schwärzesten Tage in der Geschichte der oberpfälzischen Kleinstadt. Der damals 19-jährige Neonazi Josef S. zündete das dreistöckige sogenannte Habermeier-Haus an, in dem vorwiegend Türken wohnten. Bei dem Brandanschlag kamen ein türkisches Ehepaar, dessen elfjähriger Sohn und ein Deutscher ums Leben. Zwölf weitere Bewohner wurden zum Teil schwer verletzt, als sie sich mit Sprüngen aus dem Fenster zu retten versuchten.

Gedenktafel wurde heruntergerissen

Zuvor hatte sich Schwandorf jedoch schwer getan, mit dem Anschlag angemessen umzugehen. Erst 2007 wurde nahe dem Tatort eine Gedenktafel angebracht, die bald von Unbekannten heruntergerissen wurde. Sie musste erneuert werden.