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Bildrechte: BR/Theresa Krinninger

Semmelstoppelpilz, Steinpilz, Pfifferling: Alles gute Gründe, warum es sich lohnt, jetzt in die Schwammerl zu gehen. Oberbayern-Reporterin Theresa Krinninger war dort in Begleitung von Pilzberaterin Petra Buchfellner.

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Schwammerlzeit für die Bunten aus der zweiten Reihe

Semmelstoppelpilz, Hexenröhrling, Blautäuberl - wer sie schon probiert hat, weiß: diese Schwammerl können mit dem Steinpilz mithalten. Warum es sich lohnt, jetzt in die Schwammerl zu gehen.

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Von
  • Theresa Krinninger

Ergiebige Regenfälle und warme Temperaturen: Die vergangenen Wochen boten optimale Bedingungen für die Pilze im Wald. Möchte man meinen. Die beliebten Steinpilze sprießen im Bürgerwald definitiv noch nicht - dafür aber viele andere.

Die Pilzberaterin Petra Buchfellner packt regelmäßig Körbchen, Lupe und Pilzmesser ein und streift durch den Bürgerwald bei Traunstein. Einen coronabedingten Schwammerlsucher-Ansturm hat sie bisher nicht beobachtet. Aber das kann noch werden, denn die Hauptsaison startet gerade erst. Momentan wachsen im Bürgerwald Pilze, die beim durchschnittlichen Pilzkonsument eher selten auf den Tisch kommen.

Hexenröhrling: Magisch schmackhafter Schwammerl

Petra Buchfellner bückt sich hinunter zu einem Hexenröhrling. Seine Erkennungsmerkmale: bräunlicher Hut, gelbes Fleisch und ein roter Schwamm. Beim Anschneiden läuft der Stiel dunkelblau an. Petra Buchfellner mag den Pilz besonders gerne. Geschmacklich könne er sogar mit dem Steinpilz mithalten. Außerdem: "Sein Vorteil zum Steinpilz ist, dass er fast nie wurmig wird," sagt die Pilzexpertin. Die hässlichen blauen Verfärbungen an den Schnitt- oder Druckstellen verschwinden beim Blanchieren; der Pilz wird wie durch Magie wieder gelb.

Die Röhrlinge seien besonders für Laien ein guter Start in das Pilzuniversum, sagt Petra Buchfellner. Bei dieser Pilzfamilie sei das Risiko, sich zu vergiften sehr gering. Die giftigste Variante ist der Satansrörhling. Er verursacht zwar heftige Magen-Darm-Beschwerden, ist aber nicht tödlich. Von Pilz-Apps als Bestimmungshilfe rät die Pilzberaterin dringend ab. Die Verwechslungsgefahr anhand eines Fotos sei zu groß.

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Petra Buchfellner betrachtet einen Pfifferling mit der Lupe

Häufig gibt es zum genießbaren Pilz ein giftiges Pendant. Wer sich unsicher ist, kann mit seinem Fund zu ihr kommen und die Pilze überprüfen lassen. Für wen die nächste Pilzberater*in zu weit weg ist, kann sich auch bei der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft Hilfe holen. Unter der Hotline 089 - 19240 können Menschen bei Vergiftungserscheinungen auch den Giftnotruf erreichen.

Steinpilz oder Gallenröhrling?

Petra Buchfellner hat häufig mit harmlosen Verwechslungen zu tun. "Oft kommen Leute freudestrahlend zu mir und zeigen mir stolz ihre Steinpilze." Da müsse sie aber enttäuschen, weil es sich häufig um den Gallenröhrling handele, der sehr ähnlich aussehe. Zwar ist der Gallenröhrling nicht giftig, schmeckt aber bitter. Wenn sich einer in die Steinpilzsauce verirrt, dann wird die ganz schnell ungenießbar. Petra Buchfellner hat einen guten Tipp, wie man den Unterschied erkennt: "Man sieht es am besten an der Netzmaserung am Stiel. Beim Steinpilz ist sie weiß und beim Gallenröhrling braun."

Als nächstes dreht sie einen Frauentäubling (Bayerisch: Blautäuberl) aus dem Waldboden. Ihn erkennt man an seinem violett-grünen Hut. Der weiße Stiel lässt sich sehr einfach bröseln. Nicht weit entfernt entdeckt sie den Semmelstoppelpilz. Von oben sieht er wie eine weiße Semmel aus; unter seinem Hut wachsen helle Stoppeln. Wenn er noch jung ist, schmeckt er mild, mit dem Alter wird er bitter.

Die Klassiker sind aber auch nicht weit: Der Pfifferling und sogar der Trompetenpfifferling kommen beinahe mit in den Korb - wären sie nicht schon zu ausgetrocknet. Petra Buchfellner ist trotzdem mit ihrer Ausbeute zufrieden. In ihrem Körbchen liegen fünf verschiedene Pilzarten und die landen mittags in einer bunten Pilzsuppe.

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Petra Buchfellner beim Schwammerlsuchen im Bürgerwald bei Traunstein

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BAYERN 1 am Vormittag

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  • Theresa Krinninger
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