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Schwäbische Konjunktur: "Aus Vollgas wird hohe Geschwindigkeit" | BR24

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Die Wirtschaft in Schwaben läuft immer noch sehr gut - trotz negativer Nachrichten aus der Politik

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Schwäbische Konjunktur: "Aus Vollgas wird hohe Geschwindigkeit"

Die Unternehmen in Schwaben schauen weiterhin mit großer Zuversicht in die Zukunft. Die politische Entwicklung weltweit bereitet den Managern allerdings zunehmend Sorgen. Das zeigt die jüngste Konjunktur-Umfrage der IHK Schwaben für den Herbst 2018.

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IHK-Präsident Andreas Kopton versucht, die Entwicklung auf eine Kurzformel zu bringen: "Aus Vollgas wird hohe Geschwindigkeit." Der Rückgang des Konjunktur-Index von 140 auf 132 Punkte sei aber kein Hinweis auf einen bevorstehenden Abschwung. Vielmehr könne man von einer "Entspannung" sprechen. Bei einem Index von 100 würden sich positive und negative Erwartungen die Waage halten, der aktuelle Wert spiegelt also die positive Einschätzung von Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe in Schwaben wider.

"Glückseligkeit" bei den Bauunternehmen in Schwaben

So sind der Umfrage zufolge 83 Prozent der Bauunternehmen zufrieden mit ihrer Lage. "Die wissen gar nicht wohin, vor lauter Glückseligkeit", sagt Christine Neumann, die die Umfrageergebnisse zusammengetragen und analysiert hat. Gerade einmal 4 Prozent erwarten eine Eintrübung am Bau.

Diesel-Diskussionen schaden Transport-Gewerbe

Mehr Skeptiker gibt es im schwäbischen Transport-Gewerbe, 15 Prozent erwarten hier eine Verschlechterung. Dazu trage die Verunsicherung rund um Diesel-Fahrzeuge und Fahrverbote bei, so Kopton. Die Befürchtung, die Automobil-Industrie könne dauerhaft unter den Schwierigkeiten leiden, drücke auf die Stimmung in der Industrie.

Kopton kritisiert die Politik, die unrealistische Grenzwerte festgesetzt habe, ohne die Folgen richtig abzuschätzen. "Militante Umweltverbände" sieht er als Problem. Es könne auch nicht sein, so der IHK-Präsident, dass die Stickoxid-Werte nur ein Thema in Berlin und München seien, nicht aber in Athen oder Rom.

Was der Wirtschaft zur Zeit schadet

Für Verunsicherung sorgen Kopton zufolge außerdem die steigenden Energiepreise und der schleppende Netzausbau, die Datenschutz-Grundverordnung und die politische Lage in Deutschland. Die Instabilität in Italien und die Handels-Streitigkeiten der USA drückten zudem auf die Stimmung.

Fachkräftemangel: Die Wirtschaft braucht auch Flüchtlinge

Schon seit zwei Jahren klagten die schwäbischen Unternehmen verstärkt über den Mangel an Fachkräften: Zwei Drittel betrachten es der IHK zufolge als ihr größtes Risiko, kein qualifiziertes Personal zu finden. Kopton sagte, von einer künftigen bayerischen Staatsregierung erwarte die IHK Schwaben, dass die geltenden Vereinbarungen für Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen (2+3-Regelung) auch wirklich eingehalten würden. Immerhin arbeite die Politik nun "endlich" an einem Zuwanderungsgesetz.

Konjunktur-Umfrage vor der Wahl: ein Zufall

Für die Umfrage wurden die Einschätzungen von knapp 700 schwäbischen Unternehmen, gewichtet nach den vertretenen Branchen, ausgewertet. Sie hatten im August und September einen zweiseitigen Fragebogen der IHK Schwaben beantwortet. Der Pressetermin kurz vor der Landtagswahl sei Zufall, versichert die IHK; der Termin stehe schon länger fest als der Wahltermin.

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© picture alliance / Bernd von Jutrczenka/dpa

Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben