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Der Pfänder-Hof ist übergeben: Mittlerweile leiten die beiden Söhne Johannes (links) und Florian (rechts) den erfolgreichen Bio-Betrieb.
© BR/René Kirsch
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Der Pfänder-Hof ist übergeben: Mittlerweile leiten die beiden Söhne Johannes (links) und Florian (rechts) den erfolgreichen Bio-Betrieb.

Insgesamt drei von 29.000 Bio-Bauernhöfe hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) auf der Grünen Woche in Berlin ausgezeichnet. Einer davon steht in Schwaben: der Hof der Familie Pfänder in Schwabmünchen. Geehrt wurden die Pfänders für ihre vorbildliche Betriebsführung und auch für den harmonischen Generationenwechsel von Vater Hans zu den Söhnen Johannes und Florian.

Umstellung auf bio

In den 1980er Jahren hat Hans Pfänder den Hof von konventioneller Landwirtschaft auf biologische Bewirtschaftung umgestellt und dabei die Viehhaltung eingestellt. Er wollte seine geliebten Kühe nicht mehr zum Schlachthof bringen. Pfänders Eltern beäugten das Ganze skeptisch: "Vor allem für meinen Vater war das ziemlich schwierig, ein richtiger Schlag! Dann kamen Leute auf den Hof und haben gesagt: In zehn Jahren ist der Hof kaputt", erinnert sich der heutige Seniorchef.

Ertragssteigerung ohne Chemie

Das genaue Gegenteil ist eingetreten. Bio ist beliebt und der Betrieb bei den Pfänders läuft. Die Söhne Johannes und Florian haben den Ertrag an Gemüse auf gut tausend Tonnen im Jahr gesteigert - und zwar mit ausschließlich pflanzlichem Kompost und ohne jegliche Chemie. Geerntet werden zum Beispiel Kartoffeln, Sellerie, Spinat, Zucchini und Karotten. Im Sommer arbeiten zu Hochzeiten bis zu 30 Männer und Frauen auf dem Pfänder-Hof. Im Winter steht die Belieferung von Bioläden in der Region um Augsburg und im Allgäu im Vordergrund.

Verantwortung für die Gesellschaft

Für das Betriebskonzept und auch für die vorbildliche Übergabe des Hofs an die junge Generation ist die Familie Pfänder jetzt ausgezeichnet worden. Die Freude ist groß, erzählt Florian Pfänder: "Ich finde es ganz toll für unsere Eltern, dass ihr Lebenswerk ausgezeichnet wird." Für ihn und seinen Bruder sei die Ehrung eine Bestätigung, dass sie auf dem richtigen Weg sind.

Hans Pfänder ist froh, dass die Söhne den Hof weiterführen. "Und nicht, sagen: Vater, du hast einen Vogel!" Diese Sorge muss sich Pfänder garantiert nicht machen. Seine Söhne denken sogar schon an kommende Generationen: Für sie wollen sie den Hof bewahren und so übergeben, dass er weiter bewirtschaftet werden kann. "Wir haben ja auch eine Verantwortung für die ganze Gesellschaft", sagt Florian Pfänder.