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Schwabens HWK-Präsident lehnt höhere Fleischbesteuerung ab | BR24

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Bislang gilt für Fleisch ein Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent.

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Schwabens HWK-Präsident lehnt höhere Fleischbesteuerung ab

Für Fleisch gilt der niedrigere Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Diskutiert wird nun eine Erhöhung. Die Mehreinnahmen sollen in die Verbesserung des Tierwohls fließen. Der Präsident der Handwerkskammer Schwaben hält nichts von der Idee.

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Die von Politikern der Grünen und der SPD geforderte Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fleisch von derzeit sieben auf 19 Prozent wird auch in der Handwerkskammer Schwaben intensiv diskutiert. HWK-Präsident Hans-Peter Rauch hat dazu eine eindeutige Meinung: Er lehnt die Idee ab. "Mir scheint es im Moment Mode zu sein, dass irgendeiner irgendwas raushaut und vielleicht nur die Aufmerksamkeit auf sich lenken will", sagte Rauch im Gespräch mit dem BR.

"Die Politik soll sich bitte mal – bevor sie sowas raushaut – einfach mal in der Praxis andere Möglichkeiten anschauen." Hans-Peter-Rauch, Präsident der Handwerkskammer Schwaben

Rauch ist selbst Metzgermeister, betreibt ein Geschäft in Waltenhofen nahe Kempten und hat daher auch Vorschläge, wie diese "anderen Möglichkeiten" aussehen könnten: Gerade angesichts der aktuellen Tierskandale um Großbetriebe im Allgäu sieht Rauch das Handwerk mit seinen viel kleineren Betrieben in der Pflicht. "Wir brauchen funktionierende Kontrollen in den Betrieben", verlangt der Handwerkskammer-Präsident.

Metzgermeister kontrolliert "seine" Landwirte

Er selbst besucht "seine eigenen Landwirte" fast wöchentlich, wie er berichtet. "Dann weiß ich, was, in dem Stall los ist. Wir werden nichts von einem Landwirt nehmen, bei dem wir sehen: Hier stimmt was nicht", verspricht der Metzgermeister. Diesen höheren Aufwand würden seine Kunden auch mit höheren Preisen entlohnen. Regionalität habe in diesem Punkt Bio längst überholt, so Rauch: "Wir achten sehr auf Tierschutz und Qualität. Das kostet halt ein bisschen mehr."

Druck der Discounter

Von einer Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes hält Rauch aber trotzdem nichts. Das würde seiner Ansicht nach nur den großen Discountern nutzen, die solche Preiserhöhungen locker abfedern könnten: "Ich sag's ganz deutlich: Lebensmittel werden hier verramscht und als Lockmittel benutzt." Die Discounter würden die Preise vorgeben und damit Druck auf die Erzeuger auslösen.

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Politiker von Grünen und SPD fordern: Die Mehrwertsteuer auf Fleisch soll von 7 auf 19 Prozent steigen. Das zusätzliche Geld soll dem Tierwohl dienen.