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Dem schwäbischen Handwerk fehlen die Rohstoffe: Preissteigerungen und Lieferengpässe sorgen derzeit für Verzögerungen.

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    Schwabens Handwerker kämpfen mit Materialmangel

    Fehlende Rohstoffe und Bauteile: Lieferengpässe stellen das Handwerk in Schwaben aktuell vor Probleme. Auch die Kunden bekommen das zu spüren: Sie müssen höhere Preise bezahlen. Doch in den kommenden Monaten soll es besser werden.

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    Von
    • Thomas Pösl
    • Anna Klein

    Dem Handwerk fehlen Rohstoffe und Bauteile. "Nahezu alle Handwerksbetriebe im Bau- und Ausbaubereich leiden zum Teil massiv unter Materialknappheit", so Ulrich Wagner. Er ist Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwaben (HWK). Fehlen würde Wagner zufolge so gut wie alles, hauptsächlich Holz und Stahl. Knapp seien aber auch Farbe oder Teile wie Schrauben.

    Der Weltmotor stockt

    Als Grund für den Materialmangel gelten Lieferkettenengpässe. "Die internationalen Lieferketten haben gut funktioniert. Über viele Jahrzehnte hat man die Globalisierung vorangetrieben, und jetzt merken wir, dass es so einfach nicht ist, wenn über Monate der Weltmotor ein bisschen ins Stottern gerät", so Wagner.

    Preise sind enorm gestiegen

    Als Folge der Lieferkettenengpässe kommen auf die Betriebe und Kunden höhere Preise zu. Bei Dämmstoffen habe sich der Preis verdoppelt, sagt der Augsburger Bauunternehmer Joachim Puhle. "Für Rundstahl haben wir im letzten Jahr 200 Euro pro Tonne bezahlt, jetzt kostet die Tonne über 500 Euro", so Puhle.

    Handwerk sucht nach Alternativen

    Auch für den Augsburger Sanitärmeister Erich Schulz ist der Materialmangel ein Problem. Er müsse seinen Kunden immer wieder alternative Produkte anbieten, weil die ursprünglich ausgewählten Teile kurzfristig nicht mehr lieferbar seien. Auch bei der Terminfindung an den Baustellen sei man nicht mehr so flexibel wie früher, weil viele Betriebe auf vorhergehende Handwerkerleistungen warten müssten.

    Preise in den USA fallen bereits wieder

    Der Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben sieht aber auch schon Licht am Ende des Tunnels. "Ich bin zuversichtlich, dass wir bis Ende des Jahres wieder einigermaßen ins Gleichgewicht kommen", so Wagner. Als Beleg für diese Annahme nennt er den Preisrückgang bei Holz in den USA. Auch seien wieder mehr Containerschiffe aus Asien Richtung Europa unterwegs. "Wo immer man Engpässe bemerkt, macht sich auch jemand auf den Weg, diese Engpässe zu beseitigen. Und das merken wir schon", so Ulrich Wagner.

    Rechtsberatung für Preissteigerung

    Wenn Betriebe Rat bräuchten, würde die Kammer helfen. Die HWK bietet laut Hauptgeschäftsführer Wagner Beratung bei den Themen Vertragsabschlüsse und betriebswirtschaftliche Kalkulation. "Es gibt schon auch eine große Nachfrage nach Rechtsberatung, wie man Verträge abschließt. Denn man überlegt sich jetzt für die Zukunft, ob man Preissteigerungsklauseln mit einbaut."

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    • Thomas Pösl
    • Anna Klein
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