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Jeder dritte Verkehrstote in Schwaben ist ein Motorradfahrer | BR24

© dpa/Oskar Eyb

Polizeimotorrad auf dem Standstreifen

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    Jeder dritte Verkehrstote in Schwaben ist ein Motorradfahrer

    Mit Kontrollschwerpunkten will die Augsburger Polizei für mehr Sicherheit auf der Straße sorgen. Motorradfahrer sind oft viel zu schnell unterwegs. Viele Maschinen sind manipuliert. Laut Polizei gehen Fahrer mit ihren Zweirädern häufig ans Limit.

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    Die Verkehrspolizei Augsburg hat am Freitagabend in Bobingen eine Schwerpunktkontrolle durchgeführt. Besonders zum Wochenende hin seien im Stadtteil Waldberg regelmäßig viele Zweiradfahrer mit zu hohen Geschwindigkeiten unterwegs, so die Beamten. Mit Unterstützung der Dienststellen Bobingen und Schwabmünchen wurden im Verlauf des Abends insgesamt 112 Motorradfahrer angehalten.

    Acht Fahrer waren viel zu schnell dran, ein Motorradfahrer wurde mit Tempo 130 gemessen, bei erlaubten 100 km/h. Einigen Fahrern wurde wegen technischer Veränderungen an ihrem Motorrad bzw. abgefahrener Reifen die Weiterfahrt untersagt. Neben Motorradfahrern müssen auch acht PKW-Fahrer wegen zu hoher Geschwindigkeit mit einer Anzeige rechnen.

    Alarmierende Zahl der Verkehrstoten

    Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord stelle man eine besorgniserregende Entwicklung bei den Unfalltoten unter den Motorradfahrern fest, so ein Polizeisprecher. Von den 25 Verkehrstoten im vergangenen Jahr seien zehn mit dem Motorrad unterwegs gewesen. Das heißt, rund jeder dritte Verkehrstote war ein Motorradfahrer. Ziel sei es, durch verstärkte Schwerpunktkontrollen die Zahl der Verkehrstoten zu senken, sagte Polizei-Direktor Werner Bayer gestern in Augsburg.

    © Isabel Deubler/ Polizeipräsidium Schwaben Nord

    Motorradkontrollgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Nord

    Auftakt der Polizei-Motorradkontrollgruppe

    Mit der gestrigen Verkehrskontrolle wollten die Beamten der Polizei Augsburg Verkehrsteilnehmer über die Gefahren von zu hohem Tempo aufklären, um die Zahl der Verkehrstoten zu reduzieren. Hierfür wurde im Polizeipräsidium Schwaben Nord eine spezielle Motorradkontrollgruppe eingerichtet, mit dafür ausgebildeten Polizeibeamten, die auch privat Motorrad fahren.

    Sie können sehr gut einschätzen, was an technischen Veränderungen in der Motorradszene möglich ist. Alois Rager, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Augsburg

    Auch übermäßiger Lärm sei für Anwohner beliebter Motorradstrecken ein riesen Ärgernis, so Rager. Zu den polizeilichen Präventivmaßnahmen gehören auch Aufklärungsvideos auf dem eigenen Facebook- und Twitter -Account des Polizeipräsidiums Schwaben Nord.

    Kontrollen auch in Buchenberg

    Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West führte am Freitagnachmittag ebenfalls eine Motorradkontrolle in Buchenberg, im Landkreis Oberallgäu durch. Für fünf Fahrer endete die Ausfahrt an der Kontrollstelle wegen technischer Mängel. Einen 54-jährigen Mann aus Kempten erwartet eine Strafanzeige wegen Kennzeichenmissbrauch, da das Nummernschild nicht lesbar war. Außerdem wurde das Motorrad aufgrund eines Totalumbaus von der Front bis zum Heck aus dem Verkehr gezogen. Bei den übrigen Maschinen waren unter anderem unzulässige Bremshebel bzw. Fußrastenanlagen sowie nicht zugelassene Endschalldämpfer verbaut. Gleich zwei Ducati-Fahrer, darunter auch ein 64-Jähriger aus dem Kreis Stade, mussten aufgrund offener Kupplungsdeckel und einer Racing-Auspuffanlage stehen bleiben. Beide traten die Weiterfahrt auf einem Anhänger an. Nach Polizeiangaben erwartet die Fahrer jeweils ein Bußgeld von mindestens 135 Euro und ein Punkt im Verkehrszentralregister.