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Schulwegunfälle verhindern: Polizei appelliert an Eltern | BR24

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© dpa / pa / Georg Hochmuth

Ein Verkehrsschild vor einer Schule

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Schulwegunfälle verhindern: Polizei appelliert an Eltern

In Bayern sind im vergangenen Jahr über 700 Kinder auf ihrem Schulweg in einen Unfall verwickelt worden - deutlich mehr als 2017. Die Polizei bitte Eltern deshalb jetzt, vor Beginn der Schuleinschreibungen, ihre Kinder auf den Schulweg vorzubereiten.

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Vier Kinder sind letztes Jahr bei Verkehrsunfällen auf dem Schulweg ums Leben gekommen, unter ihnen zwei Mädchen bei Reischach im Landkreis Altötting, die aus dem Schulbus ausgestiegen waren und die Straße überqueren wollten. Sie wurden von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. 2018 gab es 707 Verkehrsunfälle mit Schulkindern, 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Polizei appelliert deshalb vor allem an Eltern von ABC-Schützen, den Schulweg mit ihren Kindern einzuüben.

"Eltern sollten jetzt die Zeit nutzen, bis die Schule beginnt, dass die Kinder den Weg verinnerlicht haben, dass sie keine gefährlichen Abkürzungen nehmen. Es gibt bei den Schulen extra Schulwegpläne, an denen sich die Eltern orientieren können. Das Allerwichtigste ist, dass Eltern auch Vorbild sind." Harald Pickert, Inspekteur der Bayerischen Polizei

Stefan Geis ist Elternbeiratsvorsitzender an der Münchner Grundschule an der Stielerstraße. Er und seine Frau haben ihren Sohn lange Zeit in die Schule begleitet.

"In der ersten Klassen sind wir immer mit ihm zur Schule und haben ihn auch abgeholt. Wir haben ihn auch auf Gefahren hingewiesen, auf Fahrradwege zum Beispiel. Wobei, als Elternteil fällt es auch schwer loszulassen." Stefan Geis, Elternbeiratsvorsitzender

Elterntaxis dürfen andere nicht behindern

Manche Väter und Mütter fahren ihre Kinder deshalb am liebsten mit dem Auto direkt vors Schultor. Die sogenannten Elterntaxis sind aber ein Ärgernis für viele Schulen, sagt Wolfgang Prestele von der Gemeinschaftsaktion "Sicher zur Schule - Sicher nach Hause". Dann würden morgens die Haltestellen der Busse blockierte. Und das seien Gefahrenquellen:

"Wenn dann ein Schulbus anfahren muss, steht dort ein Elterntaxi. Er kann nicht ranfahren, die Kinder an der Haltestelle werden unruhig. Daher unsere Bitte an Eltern einen geeigneten Parkplatz zu nutzen." Wolfgang Prestele, Gemeinschaftsaktion Sicher zur Schule – Sicher nach Hause.

Schwierig wird es auch, wenn die Elterntaxis in zweiter oder dritter Reihe parken. Dann müssen sich die Kinder um die Autos schlängeln und können leicht übersehen werden. Die Polizei hat angekündigt, dass sie bei den verstärkten Kontrollen zum Schulanfang auch falsch parkende "Elterntaxis" geahndet werden.

Große Gefahr durch andere Fahrradfahrer

Eine erhebliche Gefahr für Schulkinder in München sieht Schulweghelferin Petra Baumhakl aber auch durch andere Fahrradfahrer.

"Die fahren oft bei Rot, das interessiert die nicht. Man kann ja ein Kind nicht einschätzen, ob es einen Schritt macht oder nicht. Die rasen wie die Verrückten." Petra Baumhakl, Schulweghelferin

Todesgefahr durch Rechtsabbieger

Noch gefährlicher sind aber Lkw, vor allem dann, wenn die Kinder auf dem Radl unterwegs sind. So wurde im letzten Jahr eine Grundschülerin in München von einem Lastwagen überrollt. Der Fahrer hatte das Kind beim Rechtsabbiegen übersehen.

Nicht ohne Radlpass

Wolfgang Prestele warnt davor, Erst- und Zweitklässler allein radeln zu lassen.

"Es gibt die Radfahrausbildung, die ist in der vierten Klasse abgeschlossen und dann dürfte das Kind in der Lage sein, mit dem Rad in die Schule zu fahren. Aber bitte nicht vorher!" Wolfgang Prestele, Gemeinschaftsaktion 'Sicher zur Schule - Sicher nach Hause'

Wenn Schulkinder aufs Rad steigen, sollten sie unbedingt auffallende Kleidung mit Reflektoren tragen und natürlich einen Fahrradhelm. Der sollte gut sitzen und die Kinder ihn auch alleine richtig aufsetzen können.

Vater Stefan Geis begleitet seinen Sohn auch in der dritten Klasse ab und zu in die Schule, aber nur, wenn er gefragt wird.

"Das ist dann keine Sicherheitsfrage, sondern weil man Zeit miteinander verbringen kann." Stefan Geis, Elternbeiratsvorsitzender