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Das neue Schuljahr hat begonnen. Schulen wie das Von-Müller-Gymnasium in Regensburg haben ihr Hygienekonzept nachgebessert. Die Schulfamilie will nur eins: Präsenzunterricht so lange wie möglich.

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Schulstart in Bayern: Getestet zurück ins Klassenzimmer

In Bayern hat das neue Schuljahr begonnen. Schulen wie das Von-Müller-Gymnasium in Regensburg haben ihr Hygienekonzept nachgebessert und sich mit Corona-Tests eingedeckt. Die Schulfamilie will nur eins: Präsenzunterricht, so lange wie möglich.

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  • Sebastian Grosser

Der Desinfektionsspender am Eingang des Von-Müller-Gymnasiums surrt im Akkord. Jeder der etwa 700 Schüler des Regensburger Gymnasiums muss hier stehen bleiben und sich die Hände desinfizieren. "Es ist ein bewährtes Mittel, um das Virus aus der Schule draußen zu halten", sagt Schulleiter Ralf Krottenthaler, der einen genauen Blick darauf hat, dass jeder Schüler seine Hände desinfiziert und die Maske über Mund und Nase gezogen hat. Die Uhr zeigt 7:30 Uhr. Das neue Schuljahr beginnt.

Klassen bleiben unter sich

Die Schüler halten sich nicht lange in der unmittelbar angrenzenden Aula auf. Ein kurzer Stopp an einer Tafel, die aufzeigt, wo welche Klasse ist. Wie alle Klassen bleibt auch die achte Klasse von Marion Forster-Großhauser ab dann unter sich. Jeder Schüler sitzt an einem Einzeltisch. Auf dem Lehrerpult steht eine Plastikkiste, darin gut 25 einzeln verpackte Tests und eine Liste, die angibt, wer schon geimpft oder genesen ist. Diese Schüler müssen keinen Test machen. Alle anderen dagegen brauchen ein negatives Testergebnis.

Drei Corona-Tests pro Woche

Für den Schulbeginn hat das Von-Müller-Gymnasium rund 4.000 Corona-Tests auf Lager. "Bei drei Tests pro Schüler in der Woche reicht das für etwa zwei Wochen", sagt Krottenthaler. Über Nachschub macht sich der Schulleiter keine Sorgen. Die Tests wurden bisher zuverlässig vom Katastrophenschutz geliefert. Dass die Tests jeden zweiten Schultag rund eine halbe Stunde an Unterricht kosten, nimmt der Schulleiter in Kauf.

"Wir sehen das momentan als notwendiges Übel und als Chance, Schulunterricht einigermaßen sicher zu veranstalten. Denn nur wenn der Schulunterricht einigermaßen sicher ist, können wir mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass wir auch über längere Zeit den Präsenzunterricht aufrecht erhalten zu können." Ralf Krottenthaler, Direktor Von-Müller-Gymnasium Regensburg

Immer mehr Jugendliche werden geimpft

Ohne 3G-Nachweis ist ein Präsenzunterricht derzeit nicht möglich. Die Stadt Regensburg hat daher das Personal an den Testzentren vor Schulbeginn aufgestockt und die Testzeiten verlängert. Die Zahlen vom Vortag bestätigen die Notwendigkeit: Am Montag haben sich rund 1.200 Menschen testen lassen. Zum Vergleich: Eine Woche zuvor waren es um die Hälfte weniger.

Auch die Zahl der geimpften Jugendlichen steigt seit Mitte Juli konstant an. Den Wunsch einiger Schulen, mobile Impfteams an die Schulen zu holen, hat die Stadt aber verworfen. "Der organisatorische Aufwand wäre einfach zu hoch", so die Pressestelle der Stadt Regensburg auf BR-Nachfrage.

Kritik an der Informationspolitik

Auch in der achten Klasse von Marion Forster-Großhauser haben sich zwischenzeitlich weitere Schüler impfen lassen. Einen Nachweis haben sie beim Sekretariat vorab nicht vorgelegt. "Jetzt sind wir an der Stelle, ob ich befugt bin, zu sagen, dass das ein richtiges Zertifikat ist", sagt Forster-Großhauser. Eine von vielen Unklarheiten, mit denen die Lehrer und auch ihr Chef Ralf Krottenthaler vor Schuljahresbeginn zu kämpfen haben.

Trotz eineinhalb Jahren Pandemie sei die Informationspolitik des bayerischen Kultusministeriums noch ausbaufähig, so der Schulleiter. "Nur damit, dass ein Schreiben des Ministeriums bei uns auf dem Tisch liegt, ist es ja noch nicht getan." Teilweise musste er Hygienekonzepte kurzfristig ändern oder gar Elternbriefe widerrufen, weil das Ministerium fünf Tage vor Schulbeginn eine andere Vorgabe veröffentlicht hatte.

Testen kostet Unterrichtszeit

Die Uhr steht auf nun 8.35 Uhr. Lehrerin Forster-Großhauser geht durch die Reihen im Klassenzimmer, schaut sich jeden Test genau an. Alle Testergebnisse sind negativ. "Die Tests bitte wegschmeißen. Und jetzt fangen wir an."

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Mehr als 1,6 Millionen Schüler in Bayern haben ab heute wieder Unterricht. Mit einem Corona-Schutzkonzept soll es dabei möglichst viel Normalität geben. Der stellvertretende Landesschülersprecher der Gymnasien sieht die neuen Regeln als Fortschritt.

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