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Schulstart auf Distanz: Gut vorbereitet, aber nicht glücklich | BR24

© BR / Tanja Oppelt

Kerstin Bergmann und Jasmin Khweiss geben an der Konrad-Groß-Schule in Nürnberg die Wochenpläne aus.

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Schulstart auf Distanz: Gut vorbereitet, aber nicht glücklich

Bis mindestens Ende Januar findet Schule in Bayern nur auf Distanz statt. Am ersten Tag des Schul-Lockdowns gilt es, Notbetreuung und Distanzunterricht zu organisieren. Eine Bestandsaufnahme aus einer Grund- und Mittelschule in Nürnberg.

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Von
  • Tanja Oppelt

Dass der Schul-Lockdown kam, war für Gunther Reiche keine Überraschung. "Wir haben uns gut darauf vorbereiten können", sagt der Schulleiter der Konrad-Groß-Schule, einer Grund- und Mittelschule in Nürnberg, in der Nähe des Nord-Ost-Bahnhofs. Das sei der Unterschied zum vergangenen Frühjahr, so Reiche weiter, als vieles "aus der hohlen Hand heraus" organisiert werden musste.

"Enge Manndeckung" nötig

"Das heißt aber nicht, dass wir mit dem Zustand glücklich sind", schiebt der Schulleiter gleich hinterher. Denn die Schülerinnen und Schüler der Konrad-Groß-Schule bräuchten eigentlich eine "enge Manndeckung", ist sich Reiche sicher. Damit meint er: viel Zuwendung und Nähe durch die Lehrkräfte. Das ist im Moment nur auf Distanz möglich. Normalerweise wuseln über 400 Schülerinnen und Schüler durch die Gänge und über den Pausenhof. Aber jetzt sind nur 40 Grundschüler in der Notbetreuung und die Lehrkräfte im Schulhaus.

Wochenpläne und Telefonate

Die Klassenleiterin der 7a, Kerstin Bergmann, sitzt an einem Tisch im Foyer der Schule. Pro halbe Stunde kommen jeweils fünf Schüler und Schülerinnen vorbei. Kerstin Bergmann spricht mit jedem einzelnen und händigt ein Heft mit den Wochenaufgaben aus. Für jeden Tag gibt es konkrete Aufgaben für die Siebtklässler. Am kommenden Montag geben die Lernenden den Wochenplan zurück und holen sich einen neuen ab. Kerstin Bergmann arbeitet bereits seit September mit Wochenplänen, um mit ihren Schützlingen selbständiges Arbeiten und freie Zeiteinteilung zu üben. Unter der Woche hält sie am Telefon und mit Textnachrichten Kontakt.

Digitaler Unterricht kaum möglich

Ein digitaler Unterricht funktioniert in Kerstin Bergmanns Klasse nicht. Ein Drittel der Schülerinnen und Schüler hat zuhause keinen eigenen PC. Leih-Tablets sind beantragt, aber die Mühlen mahlen langsam. Hier gebe es noch Nachholbedarf, sagt Schulleiter Gunther Reiche. Er fordert: So wie jeder Schüler ein Schulbuch habe, müsse künftig jeder die entsprechende Hardware, also PC oder Tablet, zur Verfügung haben.

Ausfall der Faschingsferien richtig

Der Nürnberger Schulleiter hält es für die richtige Entscheidung, die Faschingsferien ausfallen zu lassen. "Unsere Schülerschaft ist natürlich gar nicht begeistert davon", sagt er schmunzelnd. Reiche hält es aber angesichts des Schulausfalls für alle Beteiligten für zumutbar, dass die Ferienwoche im Februar ausfällt. "Dann freut man sich umso mehr auf die nächsten Ferien", ist sich der Schulleiter sicher. Das sind dann die Osterferien. Bis dahin warten elf Wochen Schule. Alle hoffen, dass nicht alle davon auf Distanz stattfinden müssen.

© BR

Eltern, Schüler und Lehrer müssen sich auch im neuen Jahr neuen Herausforderungen stellen. Die Konrad-Groß-Schule in Nürnberg ist diesmal besser auf den Distanz-Unterricht eingestellt, als im vergangenen Frühjahr.

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