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Schulschließungen: Geteiltes Echo auf Bundesnotbremse in der Oberpfalz

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Schulschließungen: Geteiltes Echo auf Bundesnotbremse

Mit der Einführung der Bundesnotbremse fällt der Freitag als Stichtag für die Entscheidung über Schulöffnungen oder -schließungen weg. Die neue Regelung sollte planbarer und flexibler sein. Doch die Meinungen in der Oberpfalz sind verschieden.

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Von
  • Sebastian Wintermeier
  • BR24 Redaktion

Die sogenannte Bundesnotbremse ruft bei Schulen, Eltern und Kommunen in der Oberpfalz gemischte Reaktionen in Bezug auf Schulschließungen hervor. Während sich die einen mehr Planbarkeit erhoffen, befürchten andere kurzfristige Schließungen.

Freitag als Stichtag fällt weg

Mit der Bundesregelung entfällt ab dem 3. Mai der Freitag als Stichtag für die Entscheidung darüber, ob Schulen in der folgenden Woche öffnen dürfen. Demnach müssen Schüler – unabhängig vom Wochentag – in den Distanzunterricht, wenn die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt. Erst wenn der Wert an fünf aufeinanderfolgenden Tagen wieder unter 100 liegt, dürfen Schulen öffnen.

Bundesregelung verspricht mehr Planbarkeit

Für Sigrid Bloch, Leiterin des Kepler-Gymnasiums in Weiden, verspricht diese Regelung mehr Planbarkeit. Wenn der Inzidenzwert, wie aktuell, deutlich über 100 liege, könne man schon früh in einer laufenden Woche abschätzen, dass die fünf Tage mit einem Wert unter 100 mit Blick auf die folgende Woche nicht erreicht werden. So könne man bereits Mitte der Woche verlässliche Aussagen über die Unterrichtsform in der nächsten Woche machen. Schüler und Eltern könne sie so früher als so wie bisher am Freitag, für den kommenden Montag, informieren.

Berufs- und Schulalltag besser vereinbaren

Für die Eltern könne die Bundesnotbremse den Berufsalltag planbarer machen, sagt auch Michael Kraus, Elternbeiratsvorsitzender am Weidener Kepler-Gymnasium. Der Grund ist derselbe: Bereits Mitte der Woche sei an den RKI-Zahlen ablesbar, ob die Schule in der nächsten Woche schließen müssen. So könne er als Elternteil bereits frühzeitig Homeoffice einplanen, um seine Tochter im Grundschulalter zu betreuen, wenn seine Frau in der Arbeit ist. Problematisch sei die Planung aber, wenn die Zahlen um den Wert 100 schwanken, so Kraus weiter.

Problem: Wenn Zahlen um den Wert 100 schwanken

Genau für diesen Fall, dass die Zahlen kurzfristig auf über 100 ansteigen und eine Schließung nötig wird, sieht man die Bundesregelung in der Stadt Amberg kritisch. Sollte der Wert nämlich erst am Freitag von unter auf über 100 ansteigen, müssten am Sonntag Schüler und Lehrer über die Schulschließung benachrichtigt werden, so eine Stadtsprecherin. Dieser Fall sei vor allem in kleineren Städten möglich.

Ein Corona-Ausbruch etwa in einem Altenheim könne sehr schnell dazu führen, dass die Inzidenz über 100 steige. Die Vorgänger-Regelung mit dem Freitag als Stichtag für eine Entscheidung über Schulschließungen sei deshalb besser gewesen, meint die Sprecherin.

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