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Schulsanitäter lernen Herz-Lungen-Wiederbelebung | BR24

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Schulsanitäter trainieren in Puchheim Wiederbelebung. / 16 Luftbeobachter absolvieren in der Oberpfalz Großübung. / Weltweit erster digitaler Waldlehrpfad in Eggenfelden eröffnet.

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Schulsanitäter lernen Herz-Lungen-Wiederbelebung

Normalerweise sind Schulsanitäter für aufgeschürfte Knie zuständig. Am vergangenen Samstag wurden aber 300 dieser engagierten Schüler aus ganz Bayern in Puchheim in Sachen "Herz-Lungen-Wiederbelebung" geschult.

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Es geht vermeintlich um Leben und Tod. Die Schulsanitäter Manuel und Meret drücken 100 Mal pro Minute auf den Brustkorb der leblosen Person, um sie zu reanimieren. Sie haben den Rettungsdienst alarmiert, aber bis der kommt, müssen sie durchhalten. Auf jeden Fall zehn Minuten. Alle zwei Minuten wechseln sie sich ab.

"Am Anfang geht’s noch, aber dann wird’s schon anstrengend, wenn man die ganze Zeit die Bewegungen macht. Aber wenn man sich abwechselt, dann geht das alles." Schüler Manuel
"Natürlich ist es anstrengend, aber man will ja, dass die Person überlebt. Und wenn es wirklich passiert, ist man glaub ich so mit Adrenalin vollgepumpt, dass man es auch hinkriegt." Schülerin Meret

Auch wenn es in der Turnhalle der Realschule in Puchheim aussieht wie in einem Notlazarett nach einer Katastrophe - es ist zum Glück nur der Praxistag für den Schulsanitätsdienst, den fünf Hilfsorganisationen jährlich veranstalten.

So viele Schüler waren noch nie beim Sanitätstraining

Doch dass 235 Schülersanitäter und Sanitäterinnen am Boden knien und 98 Übungspuppen bearbeiten, gab es bisher noch nie. Es ist das Programm "Herz-Lungen-Wiederbelebung" der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe. In Puchheim wurde es das erste Mal in Bayern durchgeführt. Aber nicht, weil in Schulen so oft jemand wiederbelebt werden müsste, sagt Marc Andree, der Betreuungslehrer für den Schulsanitätsdienst der Realschule Puchheim.

"Ne, das nicht, aber das ist genau das richtige Alter, damit anzufangen. Kinder und Jugendliche haben den Vorteil, dass sie keine Angst davor haben, etwas falsch zu machen. Schülern könnte ich auch einen Defibrillator in die Hand geben: Hier sind zwei Knöpfe, du schaffst das, und die machen das. Kinder haben viel weniger Angst, und die wollen auch helfen. Kinder wollen Helden sein, und ich kann ihnen zeigen, wie das geht. Hände auf die Brust und losdrücken."

Am Praxistag für Schulsanitäter geht es aber nicht nur um Wiederbelebung. In mehr als 30 Workshops können die Schülerinnen und Schüler üben, was man bei Vergiftungen tut, wie Erste Hilfe bei Drogennotfällen funktioniert, was man bei Allergien unternehmen muss oder wie man einen gebrochenen Arm richtig schient.

Schulsanitätsdienst ist Wahlfach in Polling

Doch das ist nicht das einzige, was Schulsanitäter lernen, meint Betreuungslehrer Andree:

"Grad die kleinen Mädels, die zu mir kommen, 6. Klasse, 7. Klasse, die sind noch eher verschüchtert. Wenn die bis zur 10. Klasse bleiben, sind die super selbstbewusst. Die können mit fremden Menschen reden, die können sich um Probleme kümmern, die können organisieren. Die wachsen auch mit ihren Aufgaben." Betreuungslehrer Marc Andree

An der Realschule in Polling wird der Schulsanitätsdienst als Wahlfach angeboten. Nicht alle bleiben mehrere Jahre dabei. Für manche aber, wie Meret, ist es genau das Richtige.

"Es ist halt dann auch immer schön zu sehen, wenn jemand weinend reinkommt, und wir ihm helfen konnten und dann auch halt wieder mit einem Lächeln rausgehen kann." Schülerin Meret