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Schulprojekt in Nürnberg: Kinder und ihre Religion | BR24

© BR/Tobias Burkert

Religionsunterricht an der Herschelschule in Nürnberg

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Schulprojekt in Nürnberg: Kinder und ihre Religion

Toleranz und Akzeptanz sind das Ziel eines Religion-Projekts an der Wilhelm-Herschel Grund- und Mittelschule in Nürnberg. Kinder lernen dabei nicht nur andere Religionen besser kennen und verstehen, sondern auch vieles über ihre eigene Religion.

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Mehr als 400 Schüler und Schülerinnen aus circa 40 verschiedenen Nationen besuchen die Friedrich-Wilhelm-Herschel Grund- und Mittelschule in Nürnberg. Toleranz und Akzeptanz anderer Religionen sind zwingend an so einer Schule, damit die unterschiedlichen Religionen miteinander leben und lernen können.

Kinder berichten über ihre Religionserfahrungen

Wie das besser gelingt, wird derzeit in einem religions-und ethikübergreifenden Unterricht ausgelotet. Darin lernen die Kinder über mehrere Wochen hinweg, was Mitschülern anderen Glaubens wichtig ist. Dabei berichten Kinder von ihren eigenen Erfahrungen mit Religion, wie zum Beispiel Rico, der Ministrant ist und seinen Mitschülern an der Friedrich-Wilhelm-Herschel-Grundschule erklärt, was in einem christlichen Gottesdienst alles wichtig ist. Der Viertklässler stellt sich mitten ins Klassenzimmer, um ihn herum mehrere Jungen und Mädchen, die gespannt zuhören: "(...) Wenn du in der Sakristei bist, suchst du dir einen Anzug aus, der passt, dann werden die Aufgaben zugewiesen und wenn du klingeln musst, dann klingelst du. (...)"

Unbekanntes erfahren – Angst verlieren

Die Klasse 4d besteht überwiegend aus Christen und Muslimen und bei den gemeinsamen Stunden wird deutlich, dass sie vieles noch gar nicht voneinander wussten. So erzählen die Kinder, dass sie lernen, "dass Christen auch fasten. Wir lernen dass Muslime und Juden kein Schweinefleisch essen, wir lernen woher die Religionen stammen."

Der Unterricht versucht schnell konkret für die Kinder zu werden, etwa wenn Religionspädagoge Michael Kleemann einen schweren, silbernen Koffer hinter dem Pult hervorholt. Darin sind sieben Dinge, die einem Moslem wichtig sind, zum Beispiel der Gebetsteppich, der Koran, eine Gebetskette und die entsprechende Mütze dazu.

Eigene Identität stärken

Die Kinder brennen darauf, Fragen zu stellen. Das Interesse sei von Woche zu Woche während des Projektes gewachsen, sagt Michael Kleemann. Im Vordergrund des Projekts stünden Toleranz und Respekt, "aber", so Kleemann, "sie lernen auch die eigene Identität kennen."

© BR

In einem religionsübergreifenden Projekt an der Nürnberger Friedrich-Wilhelm-Herschel Schule, sollen Schüler spielerisch voneinander lernen und sich mit Toleranz und Respekt begegnen.