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Schulöffnung in Bayern: Wichtige Fragen und Antworten | BR24

© BR/Daniel Knopp

Ab Montag gibt es in Bayern wieder Präsenzunterricht, allerdings erstmal nur für Grundschüler und die Abschlussklassen. Und nur dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Ein Neustart, der mit vielen Fragen verbunden ist.

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Schulöffnung in Bayern: Wichtige Fragen und Antworten

In Bayern fängt der Präsenzunterricht wieder an, allerdings erstmal nur für Grundschüler und die Abschlussklassen. Und nur dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Ein Neustart, der mit vielen Fragen verbunden ist.

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Von
  • Daniel Knopp

Nach monatelangem Homeschooling soll es nun für gut 40 Prozent der 1,7 Millionen bayerischen Schülerinnen und Schüler wieder in den Präsenzunterricht gehen. Dabei gibt es allerdings eine Menge zu beachten. Wir klären die wichtigsten Fragen und geben Antworten.

Wer darf wieder in die Schule?

Seit dem 1. Februar sind die meisten Abschlussklassen wieder zurück an den Schulen. Am Montag folgen nun Grundschüler sowie die Abschlussjahrgänge aller anderen allgemeinbildenden Schulen wie Real-, Mittel- und Wirtschaftsschulen. Gleiches gilt für Kinder und Jugendliche, die entsprechende Stufen an Förderschulen besuchen.

In Corona-Hotspots müssen die Schüler aber weiter von zu Hause aus lernen. Das gilt in Landkreisen, in denen es mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt. Die Entscheidung, ob der Präsenzunterricht starten kann, treffen die Landratsämter. Grundsätzlich gilt: Wer akut krank ist, muss zu Hause bleiben. Dazu zählen etwa Fieber, Husten, Durchfall oder der Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns.

Was ist mit der Notbetreuung?

Weiterhin gibt es eine Notbetreuung an den Schulen, aus Personalgründen jedoch in stark abgespeckter Form. Das Kultusministerium bittet deswegen alle Eltern um eine genaue Prüfung, ob ihr Kind tatsächlich in die Notbetreuung muss.

Laut Kultusministerium werden Klassenräume und Lehrkräfte jetzt wieder für den Präsenzunterricht benötigt. Aus Gründen des Infektionsschutzes könne die Notbetreuung daher nicht mehr unter den bisherigen Rahmenbedingungen stattfinden, so das Kultusministerium in einem Schreiben an die Eltern.

Welche Hygieneregeln gelten in der Schule?

Voraussetzung ist, dass die Schülerinnen und Schüler im Klassenraum mindestens 1,5 Meter voneinander entfernt sitzen. Wo das nicht möglich ist, werden die Klassen aufgeteilt. Die Gruppen kommen dann nacheinander zum Unterricht, dazwischen wird gelüftet.

In der Schule gilt: Abstand halten, Hände waschen, desinfizieren, Lüften und Maske tragen. Bei den Lehrern müssen es sogenannte OP-Masken sein. Bei den Kindern reichen Alltagsmasken.

Was gilt im Klassenzimmer beim Lüften?

Das "infektionsschutzgerechte Lüften" habe einen enorme Bedeutung, so das Kultusministerium. Grundsätzlich soll alle 20 Minuten eine Stoß- bzw. Querlüftung durch vollständig geöffnete Fenster über mindestens 5 Minuten passieren. CO2-Ampeln im Klassenzimmer tragen dazu bei, den richtigen Zeitpunkt für eine Notwendigkeit des Lüftens zu bestimmen.

Gibt es ausreichend Luftfilteranlagen?

Seit Oktober steht beim Kultusministerium ein Fördertopf mit 37 Millionen Euro für CO2-Sensoren und Luftreinigungsgeräte bereit. Dabei gab es zwei Förderphasen oder Antragsrunden. In der ersten Antragsrunde hatten laut Kultusministerium bis Ende Dezember rund 65 Prozent der kommunalen und privaten Schulaufwandsträger die Förderung von mobilen Luftreinigungsgeräten beantragt. Dabei wurden Luftfilteranlagen für rund 4.700 Schulklassenzimmer genehmigt. Die Schulen in Bayern bekamen so für Luftfilteranlagen bei der ersten Förderrunde knapp 14 Millionen Euro. Ebenso viel Geld für Luftfilteranlagen gibt es in der zweiten Förderphase. Aktuell liegen weitere Anträge für Luftfilteranlagen in rund 6.000 Schulklassenzimmern vor, so das bayerische Kultusministerium auf BR-Anfrage.

Zusammengefasst bedeutet das: In Bayerns Schulen stehen mittlerweile etwa 10.000 Luftfilteranlagen oder wurden zumindest genehmigt. Bei insgesamt etwa 80.000 Klassenzimmern in Bayern sei dies jedoch noch zu wenig, kritisiert der Bayerische Philologenverband.

Gibt es Schnelltests in den Schulen?

An einzelnen Schulen gibt es bereits Schnelltests, doch dabei handelt es sich noch um wenige Pilotprojekte. Mittelfristig sollen in den Schulen kostenlose Corona-Schnelltests angeboten werden, wie Lollipop, Gurgel - oder Salivettentests und Pooling. Bei der Gurgel, Lollipop oder auch Salivetten - Methode wird für zwei Minuten ein kleines "Schwämmchen" aus einem kleinen Röhrchen mit dem Namen "Salivette" gelutscht und dann im Labor untersucht. Beim sogenannten Pooling wird nicht mehr jede Probe einzeln untersucht, sondern mehrere Abstrichen von verschiedenen Personen zusammen.

Wann die Schnelltests an den Schulen flächendeckend beginnen ist noch unklar. Der Plan dabei ist, dass sich an den Schulen Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren selbst testen können. Die ersten Bausteine des bayerischen Testkonzepts sind laut Gesundheitsminister Holetschek allerdings die "bereits bewährten" PCR-Tests. Diese erfolgten freiwillig in den lokalen Testzentren oder durch Mobile Einheiten der lokalen Testzentren, für Lehrkräfte auch durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Die lokalen Testzentren stellten dafür Zeitfenster zur Verfügung. Die Schulen müssen diese Termine jedoch selbst organisieren.

Wann gibt es wieder Schulaufgaben?

Schulaufgaben und andere angekündigte Tests sind wieder möglich. Teilnehmen können aber nur Schüler, die gerade in der Schule sind. Ausnahmsweise darf dafür die ganze Klasse oder der gesamte Kurs erscheinen, wenn alle im Prüfungsraum 1,5 Meter Abstand einhalten können. Bayerns Kultusminister Michael Piazolo verspricht jetzt allerdings erstmal eine "Phase des Ankommens", ohne Schulaufgaben oder Proben.

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