Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Schulkooperation: Erinnerung an den Widerstand mit Leben füllen | BR24

© BR

Die Stiftung 20. Juli 1944 geht erstmals eine Kooperation mit einer bayerischen Schule ein. Die Realschule in Regenstauf ist damit deutschlandweit eine von vier Kooperationsschulen. Das Ziel: Das Thema Widerstand im Unterricht zu intensivieren.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Schulkooperation: Erinnerung an den Widerstand mit Leben füllen

Die Stiftung 20. Juli 1944 geht erstmals eine Kooperation mit einer bayerischen Schule ein. Die Realschule in Regenstauf ist damit deutschlandweit eine von vier Kooperationsschulen. Das Ziel: Das Thema Widerstand im Unterricht zu intensivieren.

Per Mail sharen
Teilen

Als erste bayerische Schule geht die Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule Regenstauf eine Kooperation mit der Stiftung 20. Juli 1944 ein. Die Realschule in Regenstauf ist damit eine von vier Schulen bundesweit und die erste Realschule, mit der eine Kooperation besteht.

Kooperation will Thema Widerstand im Unterricht intensivieren

Benannt ist die Schule nach dem aus Karlstein bei Regenstauf stammenden Max Ulrich Graf von Drechsel, der Mitglied des militärischen Widerstands rund um Claus Graf Schenk von Stauffenberg war, und in Folge des gescheiterten Attentats auf Hitler hingerichtet wurde. Mit der Kooperation verfolgt die Stiftung das Ziel, das Thema Widerstand im Unterricht zu intensivieren.

"Wir wollen die Erinnerung an den Widerstand mit Leben füllen", Melanie Frey, Stiftung 20. Juli 1944.

Daher habe man laut Frey von der Stiftung 20. Juli 1944 damit begonnen, ein Netzwerk aus Schulen aufzubauen. Neben der Realschule aus Regenstauf wird am Freitagabend im Berliner Rathaus auch mit dem Eberhards-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart ein Kooperationsvertrag unterschrieben.

Stiftung unterstützt die Schulen bei Veranstaltungen

Die Stiftung 20. Juli 1944 unterstützt die Schulen beispielsweise bei der Organisation von Veranstaltungen vor Ort oder vermittelt Angehörige von Widerstandskämpfern. Für die Schüler besteht unter anderem die Möglichkeit, an den Gedenkveranstaltungen zum 20. Juli in Berlin teilzunehmen. Für Markus Hartl, Schulleiter an der Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule, ist die Kooperation eine große Ehre.

"Der Name ist aber auch eine Verpflichtung; einmal, dass wir die Widerstandskämpfer nicht vergessen. Und zweitens: Werte wie Zivilcourage an die Schüler weiterzugeben und vorzuleben." Markus Hartl, Schulleiter an der Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule

Projekt 'Sei ein Max' soll Zivilcourage fördern

Schon seit mehreren Jahren gibt es an der staatlichen Realschule mehrere Projekte, um die Zivilcourage der Schüler zu fördern und anzuerkennen. Mit dem Projekt 'Sei ein Max' sollen Schüler ermutigt werden, sich für andere einzusetzen. Zum Beispiel bei der Schülermitverwaltung oder als Tutoren für jüngere Schüler. Der 'Max-Ulrich-von-Drechsel-Preis' wird an Schüler verliehen, die sich durch besonderen Einsatz ausgezeichnet haben. So erhielt vor wenigen Jahren ein Realschüler die Auszeichnung, nachdem er ein Kind aus dem Fluss Regen gerettet hatte. Auch abseits der Zivilcourage-Projekte ist die Bande zwischen Schule und Namensgeber sehr eng: Die Schüler haben den Gedenkstein zu Ehren des Widerstandskämpfers vor Schloss Karlstein mitentworfen. Ferdinand Graf von Drechsel, Neffe des Widerstandskämpfers und jetziger Hausherr, ist Mitglied des Fördervereins der Schule.

"Ich freue mich sehr, dass die Stiftung versucht, die Erinnerung an den Widerstand in die Schulen und damit in die nächste Generation zu tragen." Ferdinand Graf von Drechsel, Neffe des Widerstandskämpfers Drechsel

Besonders stolz ist der Nachfahre auf die Realschüler, durch deren Engagement die Kooperation überhaupt erst möglich sei.

Drechsel war einer von vielen unbekannten Widerstandskämpfern

Max Ulrich Graf von Drechsel zählte zu den vielen eher unbekannten Mitgliedern des militärischen Widerstands. Ebenso wie Stauffenberg war auch Drechsel Offizier in der Wehrmacht, beteiligte sich am Afrikafeldzug und wurde dort verwundet. Nach Rückkehr und anderen Verwendungen in der Armee war er ab 1944 Verbindungsoffizier des Widerstands im Wehrkreis München und damit für die Pläne des Umsturzes wichtig. Laut den Plänen der Widerstandskämpfer sollte der Befehl 'Walküre' nach erfolgreichem Attentat auf Hitler dazu genutzt werden, die nationalsozialistischen Kader sowie SS und Gestapo durch das Ersatzheer der Wehrmacht festzusetzen und zu entmachten; und zwar nicht nur in der Hauptstadt Berlin, aber im gesamten Reichsgebiet, dass in verschiedene Wehrkreise aufgeteilt war.