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Schulen und Kitas: Bayern will "Impfturbo" einschalten | BR24

© picture alliance / Peter Kneffel/dpa | Peter Kneffel

Betreuerin mit Kita-Kindern unterwegs

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    Schulen und Kitas: Bayern will "Impfturbo" einschalten

    Die Beschäftigten von bayerischen Schulen und Kindertagesstätten sollen sich so schnell wie möglich gegen das Coronavirus impfen lassen können. Gesundheitsminister Holetschek sagte, man müsse gemeinsam den "Impfturbo" schalten.

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    • BR24 Redaktion

    Rund 200.000 Beschäftigte in Bayerns Kindergärten und Schulen sollen sich so schnell wie möglich gegen das Coronavirus impfen lassen können. Das sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montagabend nach der Einigung von Bund und Ländern auf beschleunigte Impfungen der Belegschaft von Grund- und Förderschulen sowie Kinderbetreuungseinrichtungen. "Aber das kann in Sachen Impfbeschleunigung nur ein Anfang sein", sagte Holetschek. "Wir müssen jetzt gemeinsam in den Impfturbo schalten."

    Holetschek setzt auf Astrazeneca als Impfstoff

    Ziel müsse sein, den Impfstoff des Pharmaunternehmens Astrazeneca so schnell und unkompliziert wie möglich anzubieten, sagte Holetschek. Das bezieht sich darauf, dass viele Menschen den Astrazeneca-Impfstoff wegen Berichten über Nebenwirkungen und mögliche mangelnde Wirksamkeit gegen Virusvarianten ablehnen. "Für Bayern kann ich sagen: Ich will, dass wir den sicheren und wirksamen Impfstoff von Astrazeneca so schnell wie möglich verimpfen", sagte Holetschek dazu. "Verzögerungen können wir uns angesichts des Infektionsgeschehens und von hochansteckenden Virusvarianten nicht erlauben."

    Vorrücken in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge

    Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher sollen von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge vorgezogen werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat dazu einen Entwurf für eine Änderung der Impfverordnung vorbereiten lassen, die voraussichtlich an diesem Mittwoch in Kraft treten soll.

    Deutscher Lehrerverband: "Entscheidung überfällig"

    Der Präsident des deutschen Lehrerverbands, Meidinger, nannte die Entscheidung überfällig. Für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Lehrkräfte müssten darüber hinaus regelmäßig Schnelltestungen zur Verfügung stehen, um frühzeitig Infektionen erkennen und um Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Unter den Lehrkräften bestehe eine hohe Impfbereitschaft. "Lehrkräfte wollen sich nicht vordrängeln. Aber es gibt ja einen Impfstoff, der für ältere Menschen nicht zugelassen ist. Dies ermöglicht den Spielraum, Lehrerinnen und Lehrer schneller zu impfen", so Meidinger.

    Lauterbach für Einsatz von Antigen-Selbsttests

    SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte den Zeitungen der "Funke Mediengruppe", dass es aus seiner Sicht sinnvoll wäre, die Schulen nur aufzumachen, wenn die Testung der Kinder mit Antigen-Selbsttests gewährleistet ist – und die sind noch gar nicht zugelassen", so Lauterbach. Es müsse möglich sein, die Kinder im Wechselunterricht zweimal die Woche zu testen. Das sei die Voraussetzung für eine verantwortbare Rückkehr zum Präsenzunterricht.

    SPD-Gesundheitsexperte befürchtet stetig steigende Fallzahlen

    Nach Meinung von Karl Lauterbach habe die dritte Welle schon begonnen. "Wir werden in den nächsten Wochen stetig steigende Fallzahlen erwarten können. Dann mag es vielleicht mal ein paar Tage geben, wo es stabil bleibt. Aber im Großen und Ganzen geht's jetzt mit den Fallzahlen bergauf, weil die B.1.1.7, also die Mutation, hat sich durchgesetzt, die südafrikanische Mutation wird auch kommen. Das heißt, eine dritte Welle (...) kommt." Lockerungen während einer Welle könnten dazu führen, dass sehr viele Schulen wieder geschlossen werden müssten, wenn man sie öffnet. Das sei einfach das Gesetz der Epidemiologie und der Virologie, so Lauterbach.

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