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Schulen und Corona: Zwischen Ansagen und Eigenverantwortung | BR24

© BR/Alex Brutscher

Schulen und Corona: Zwischen Ansagen und Eigenverantwortung

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Schulen und Corona: Zwischen Ansagen und Eigenverantwortung

Während Elternvertreter in der Corona-Krise klarere Ansagen vom Bayerischen Kultusminister fordern, sind manche Schulleiter froh, dass ihnen in der Krise vertraut wird, die Vorgaben des Ministeriums eigenverantwortlich umzusetzen.

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Von
  • Alexander Brutscher

Das Corona-Management sei schon eine "schweine Arbeit". Die mache gerade gut drei Viertel der Arbeit am Tag aus, sagt Michael Hotz. Er ist der Schulleiter des Wilhelmsgymnasiums in München. Wenn noch ständig kontrolliert würde, ob die Schulen die Corona-Vorgaben auch wirklich einhalten, wäre die zeitliche Belastung noch größer. Er findet es berechtigt, dass den Schulleiterinnen und Schulleitern vertraut wird. Schließlich seien die Gegebenheiten und Besonderheiten bei jeder Schule anders.

Wunsch nach mehr Unterstützung durch Gesundheitsämter

Was das Thema Betreuung betrifft, ist Schulleiter Hotz hin und her gerissen. "Auf der einen Seite würde man sich schon eine etwas intensivere und schnellere Unterstützung durch die Gesundheitsämter wünschen, auf der anderen Seite ist es sehr angenehm und effektiv, wenn man Dinge selber organisieren, und Probleme selber lösen kann", sagt der Schulleiter. Er hatte auch schon Fälle, bei denen die Corona-Warnapp rot aufgeleuchtet hat, das habe die Schule dann koordiniert. Da hätte er sich mehr Betreuung gewünscht, sagt Hotz. Er wisse aber, dass die Gesundheitsämter momentan sehr ausgelastet seien.

Hygienebeauftragte setzen Hygieneplan an Schulen um

Grundsätzlich ist es so, dass jede Schule mindestens einen Hygienebeauftragten benennen muss. Am Wilhelmsgymnasium ist das Schulleiter Hotz selbst. Es kann aber auch eine Lehrkraft oder ein Elternteil sein. Sie haben die Aufgabe, den Hygieneplan für die eigene Schule umzusetzen. Die Stimmung an seiner Schule sei bei Schülerinnen und Schülern sowie Eltern zwar gut, die Lehrkräfte aber seien am Limit.

Kritik von Bayerischen Lehrerverbänden

Kritik kommt von mehreren bayerischen Elternverbänden. Sie haben in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder klare Regeln und Ansagen für die Corona-Zeit gefordert.

Das Kultusministerium hatte bezüglich solcher Kritik bislang auf Pressekonferenzen, Frage-Antwort-Kataloge auf der eigenen Webseite und Info-Briefe an Schulen und Eltern verwiesen. Zur Kritik an seiner Kommunikation hatte Bayerns Kultusminister Piazolo gesagt: "Wenn man in der Politik tätig ist, sind auch immer Defizite da. Man kann sich auch immer verbessern, auch ich versuche das tagtäglich."

"Zusammen versuchen, gut duch den Winter zu kommen"

Der Schulleiter des Melanchton Gymnasiums in Nürnberg, Dr. Hermann Lind, sagt, dass der Hauptteil seiner Arbeit gerade mit Corona zusammenhänge. Das Ziel sei, den Unterrichtsbetrieb in der Schule so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Wenn Corona-Fälle auftreten würden, sei man aufs Gesundheitsamt angewiesen. "Und da ist manchmal, weil die einfach überlastet sind, die Kommunikation etwas schwieriger und die Erreichbarkeit könnte momentan etwas besser sein, aber da darf man niemandem Vorwürfe machen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes tun wirklich ihr Bestes und sind am Limit und wir müssen zusammen, die Schulen und das Gesundheitsamt, versuchen einigermaßen gut durch den Winter zu kommen." Momentan laufe es mit der Umsetzung der Corona-Maßnahmen allerdings recht gut an seiner Schule.