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Maskenpflicht im Unterricht: Für wen sie wann gilt | BR24

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Für die ersten zehn Tage des Schuljahres wird eine Maskenpflicht gelten. Das hat Ministerpräsident Söder nach dem Schulgipfel am Montag verkündet. Er wolle so das Infektionsgeschehen in den Schulen eindämmen.

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Maskenpflicht im Unterricht: Für wen sie wann gilt

Viele Schüler in Bayern werden zum Start des Schuljahres viele Tage einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen: An den weiterführenden Schulen wird in den ersten zwei Wochen eine Maskenpflicht im Unterricht gelten. Die SPD hält das für nicht durchführbar.

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Eine Woche vor dem Ende der Sommerferien in Bayern haben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) mit Vertretern von Lehrern, Eltern und Schülern über den Start des neuen Schuljahres in Corona-Zeiten beraten. Ein zentrales Thema dabei war die Frage einer Maskenpflicht im Unterricht. Die wichtigsten Ankündigungen im Überblick:

Allgemeine Maskenpflicht an weiterführenden Schulen

Zum Schutz vor einer Corona-Ausbreitung setzt Bayern zum Beginn des neuen Schuljahres (8. September) auf eine zeitlich begrenzte Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen - für Schüler und Lehrer. Sie wird die ersten beiden Wochen und somit neun Schultage lang gelten, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach dem Schulgipfel in München ankündigte. Damit geht Bayern einen ähnlichen Weg wie zuvor Nordrhein-Westfalen, wo es ebenfalls eine zeitlich begrenzte Maskenpflicht an weiterführenden Schulen gab.

Ab 21. September soll in Bayern eine Maskenpflicht im Unterricht nur noch in den Landkreisen gelten, in denen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 35 nachgewiesene Infektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) gab. Gegenwärtig haben beispielsweise München und Rosenheim diesen Wert überschritten. Damit wird dieser Grenzwert deutlich nach oben korrigiert - im bisherigen Rahmen-Hygieneplan des Kultusministerium war eine Maskenpflicht schon ab einem Wert von 20 vorgesehen.

Keine Maskenpflicht im Unterricht für Grundschüler

Für bayerische Grundschulen gilt dagegen keine generelle Maskenpflicht im Unterricht. Somit müssen Grundschüler den Mund-Nasen-Schutz weiterhin nur auf dem Schulhof, auf der Toilette und auf dem Weg von oder zu ihrem Platz tragen - und können ihn im Unterricht abnehmen. Eine Maskenpflicht ist nur für den Fall geplant, dass das Infektionsgeschehen stark steigen sollte.

Warum eine Maskenpflicht im Unterricht?

Söder betonte, Bayern wolle trotz Corona nächste Woche möglichst zum Regelunterricht zurückkehren. Klassenteilungen oder einen Unterrichtsausfall solle es nur bei einem sprunghaften Anstieg der Infektionen geben. Gerade jetzt zum Schuljahresbeginn gelte es zu verhindern, dass es an den Schulen zu einer größeren Verbreitung des Virus komme. Durch Reiserückkehrer sei die Zahl der Infektionen deutlich gestiegen - daher werden laut Söder die "ersten zwei Wochen" des neuen Schuljahres ganz entscheidend sein, um weitgehende Schulschließungen zu verhindern.

"Deswegen haben wir uns überlegt, einen Sicherheitspuffer einzubauen", sagte Söder mit Blick auf die zweiwöchige Maskenpflicht im Unterricht. Die Maske sei das "wirksamste Schutzinstrument, das wir derzeit haben - außerhalb des Unterrichts, aber auch im Unterricht". Die Maske sei auch besser als Schulausfall. Kultusminister Piazolo nannte die Maskenpflicht einen "sauren Apfel", aber eine Maßnahme, "die für den Schulstart durchaus wertvoll ist". Denn sie gebe in den ersten neun Tagen eine gewisse Sicherheit. "Wir wollen in der Schule, und das ist ganz wichtig, kein Risiko eingehen."

Auf dem Schulgipfel stimmten auch Vertreter von Lehrern und Schülern der vorübergehenden Maskenpflicht zu. Sie forderten jedoch, alle Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen.

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Zum Start des neuen Schuljahres wird an den weiterführenden Schulen in Bayern zwei Wochen lang eine Maskenpflicht im Unterricht gelten - für Schüler und Lehrer.

Der bayerische Stufen-Plan für Schulen

Definitiv beschließen soll die zeitlich begrenzte Maskenpflicht am Dienstag das bayerische Kabinett. Laut Minister Piazolo wird dabei der bayerische Stufen-Plan noch etwas angepasst: Bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 soll es demnach an den Schulen einen Regelunterricht geben. Ab 35 werde laut Piazolo eine Maskenpflicht im Unterricht gelten, "außer in der Grundschule". Und erst ab dem Grenzwert von 50 werde es wieder eine Schule im Wechsel geben, "mit entsprechendem Mindestabstand und dann auch Maske für alle".

Grundsätzlich gilt dem Minister zufolge weiterhin, dass möglichst feste Gruppen unterrichtet werden sollen und intensiv gelüftet werden soll. Ein gestaffelter Unterricht und gestaffelte Pausenzeiten könnten dazu beitragen, Begegnungen von Schülern verschiedener Klassen zu vermeiden. Einzelne Schulen können selbst ein Maskengebot im Unterricht einführen.

Mehr Schulbusse in Bayern

Nach Angaben von Ministerpräsident Söder will der Freistaat die Schulträger bei der Bereitstellung zusätzlicher Schulbusse unterstützen. "Wir übernehmen alles an Mehrkosten", kündigte er an. Damit soll es einfacher möglich sein, Anfahrten zu splitten.

Kritik der Opposition

Der bayerische SPD-Generalsekretär Uli Grötsch kritisierte die geplante Maskenpflicht im Unterricht. "Ich halte es für übers Ziel hinausgeschossen und nicht durchführbar, Schüler*innen zum Tragen einer Maske im Unterricht zu verdonnern", twitterte er und forderte: "Mehr Eigenverantwortung für die Schulleitungen!"

Die AfD-Fraktion hatte bereits vor Tagen vor einer Maskenpflicht im Klassenzimmer gewarnt: "Die Auswirkungen der Maskenpflicht im Unterricht werden die Schüler für ihr ganzes Leben negativ prägen", sagte der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Markus Bayerbach.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze betonte, die Maskenpflicht alleine sei kein Allheilmittel. "Viel mehr braucht es flexible und intelligente Konzepte wie Smart Distancing, damit nicht immer alle Schülerinnen und Schüler stur im Klassenzimmer beschult werden", sagte sie. "Kreative Konzepte wie Gruppenteilung, Verzahnung mit digitalem Lernen und Unterricht im Freien, solange das möglich ist, sind nötig."

FDP-Bildungsexperte Matthias Fischbach beklagte, auch eine Woche vor Schulstart sei noch kein durchdachtes Gesamtkonzept erkennbar. "Für einen effektiven Distanzunterricht konnten die nötigen Standards immer noch nicht präsentiert werden, und auch die Digitalisierungsbemühungen sind offensichtlich noch nicht wesentlich vorangekommen." Fischbach forderte "verbindliche Fernunterrichts-Regelungen, die Rechte und Pflichten für Schüler, Eltern und Lehrer eindeutig festlegen".

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Zum Start des neuen Schuljahres wird an den weiterführenden Schulen in Bayern zwei Wochen lang eine Maskenpflicht im Unterricht gelten - für Schüler und Lehrer. Darauf verständigten sich die Teilnehmer eines Schulgipfels.

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