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Schulen: Entscheidung über weitere Öffnungen erst nächste Woche | BR24

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Geduld und Gelassenheit. Von beidem brauchen wir nach wie vor eine große Portion. Und das gilt auch für die Schulen: Schüler, Lehrer, Eltern.

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Schulen: Entscheidung über weitere Öffnungen erst nächste Woche

Bayerns Kultusminister Piazolo hofft für Mitte Februar zwar auf mehr Präsenzunterricht an den Schulen. Die Entscheidung werde aber "relativ kurzfristig fallen", kündigte er an. In den nächsten Tagen soll ein Testkonzept für die Schulen entstehen.

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Von
  • Petr Jerabek
  • Maximilian Heim

Die Entscheidung über das weitere Vorgehen an Schulen und Kitas in Bayern soll erst nächste Woche fallen - auf Grundlage der Entwicklung der Corona-Zahlen. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) versicherte nach einer Kabinettssitzung, sein Haus habe zwar verschiedene Szenarien erarbeitet. Es würde seiner Meinung nach aber "mehr schaden", jetzt Pläne zu veröffentlichen und Erwartungen zu wecken. "Wir können jetzt, 14 Tage vorher, nicht sagen, für wen wir öffnen."

Piazolo hat nach eigenen Angaben die Hoffnung, "dass wir am 15. Februar auch wieder weitere Öffnungsschritte an den Schulen vornehmen können". Das werde aber nächste Woche bei der Ministerpräsidentenkonferenz, in der bayerischen Koalition und im Ministerrat diskutiert werden. "Wir werden auch dieses Mal relativ kurzfristig entscheiden." Klar sei: "Es werden am 15. Februar nicht alle Klassen in voller Präsenz in die Schulen kommen." Deswegen sei bereits "priorisiert" worden: Neben den Abschlussklassen solle vor allem für Grund- und Förderschüler wieder Präsenzunterricht ermöglicht werden.

2,4 Prozent der Schüler wieder im Wechselunterricht

Seit Montag sind die ersten Abschlussklassen in Bayern wieder im Wechselunterricht. Piazolo betonte, dass es sich dabei um eine "ganz kleine Gruppe" handle – nämlich lediglich um 2,4 Prozent aller Schüler im Freistaat. Da sie ihre Prüfungen vor sich hätten, sei es besonders wichtig, "dass man wieder in einen direkten Austausch miteinanderkommt". Für diese Schüler gelte die Maxime: "Jeder Tag Präsenzunterricht zählt."

In den Schulen gelten dem Minister zufolge weiter "strikte Hygieneregeln". Er verwies auch darauf, dass die Gesundheitsämter in Regionen mit hohen Infektionszahlen auch für Abschlussklassen weiter Distanzunterricht anordnen können – als aktuelles Beispiel nannte er den Landkreis Tirschenreuth. Mit Blick auf FFP2-Masken für die Lehrkräfte sagte er: Es seien 500.000 solcher Masken über die Schulämter verteilt worden - wer eine wolle, bekomme sie auch.

Teststrategie für Schulen wird entwickelt

Laut Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) ist derzeit eine Test-Strategie für die Kitas und Schulen in Bayern in Arbeit. Gemeinsam mit Piazolo und Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) werde er in Kürze "ein Konzept vorlegen, wie wir uns das vorstellen". Noch in dieser Woche werde dafür der "letzte Feinschliff erfolgen". Einzelheiten zu diesem Konzept wollte Holetschek noch nicht nennen: "Wir sind da noch im Diskussionsprozess."

Von der SPD-Fraktion kam scharfe Kritik. "Wir haben schon vor Wochen und Monaten gefordert, dass der Kultusminister die Lehrkräfte bei Öffnungen schützen muss - mit einem Sicherheitskonzept, das auch Testungen beinhaltet", betonte SPD-Bildungsexpertin Simone Strohmayr. Aber erst jetzt - "sieben Wochen nach Beginn des scharfen Lockdowns" - falle Piazolo ein, "dass er demnächst ein paar Ideen entwickeln mag".

Auch der FDP-Bildungsexperte im Landtag, Matthias Fischbach, kritisierte bei BR24Live, dass an diesem Testkonzept erst jetzt gearbeitet werde. Ein Teil der Schüler solle seit Montag wieder in die Schule - und habe noch kein Testkonzept. "Ich verstehe, dass sie sich da natürlich übergangen fühlen", sagte Fischbach mit Blick auf Nürnberger Abiturienten, die wegen Corona ihre Teilnahme am Präsenzunterricht verweigern.

Piazolo will Gespräche mit Nürnberger Abiturienten

Piazolo verwies darauf, dass es in Nürnberg eine "besondere Situation" gebe. Die Stadt habe lange Zeit eine Inzidenz von mehr als 300 gehabt. Er gehe mit den Bedenken der Schüler "sehr sorgsam" um. Sein Ansatz sei immer, zunächst zu kommunizieren, "auch mit den Schülervertretern". Man werde daher immer wieder das Gespräch suchen.

Zugleich zeigte sich der Minister erstaunt über die von verschiedenen Seiten geäußerte Kritik an der Wiederaufnahme des Wechselunterrichts für bestimmte Klassen: "Ich war überrascht von der Begeisterung, die im Moment über Distanzunterricht herrscht." Ihm sei bewusst, dass der Wechselunterricht ein "anspruchsvolles Modell sei", das mit zusätzlichen Belastungen verbunden sei. Er stehe aber zur Entscheidung des Kabinetts.

Weitere 20 Millionen Euro für zusätzliche Schulbusse

Auch wenn das Kabinett zur möglichen Rückkehr in den Präsenzunterricht nichts beschlossen hat: Eine Entscheidung mit Blick auf die Schulen gab es dann doch. Die Staatsregierung stellt weitere 20 Millionen Euro bereit, um zusätzliche Schulbusse zu finanzieren – und damit für weniger Gedränge und Ansteckungsrisiko zu sorgen. Nun übernimmt der Freistaat die kompletten Kosten, die für die Busse in den Kommunen bis zu den Sommerferien anfallen. Bislang war das Programm nur bis zu den Osterferien vorgesehen gewesen.

Die Entscheidung ist also zumindest ein Indiz dafür, dass man perspektivisch wieder mit deutlich mehr Unterricht in den Schulen rechnet. Im vergangenen Herbst waren zeitweise hunderte dieser sogenannten Verstärkerbusse im Einsatz.

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Bayerns Kultusminister Piazolo (Freie Wähler): "Jeder Tag Präsenzunterricht zählt."

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