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Blick in ein leeres bayerisches Klassenzimmer, an der Tür Corona-Hinweise, aufgenommen am 22.03.21

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    Schulen auf oder zu? Entscheidungen bald wieder kurzfristiger

    Ab 3. Mai müssen Schüler und Eltern in Bayern auch unter der Woche damit rechnen, in den Distanzunterricht geschickt zu werden. Der Freitag als Stichtag für die gesamte kommende Woche entfällt. Brisant: "Betreuungsfamilien" sind nicht mehr möglich.

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    Von
    • Maximilian Heim
    • Petr Jerabek

    Mal wieder eine Umstellung für Bayerns Schulen in Corona-Zeiten: Für die Wochen ab 3. Mai fällt die Entscheidung darüber, ob Schulklassen in der jeweiligen Region Präsenz-, Wechsel oder Distanzunterricht haben, nicht mehr am vorherigen Freitag für die gesamte darauffolgende Woche. Stattdessen müssen Schülerinnen und Schüler im Freistaat dann auch unter der Woche damit rechnen, in den Distanzunterricht geschickt zu werden.

    Die Anpassung geht zurück auf das erweiterte Bundesinfektionsschutzgesetz. Künftig lautet die Regel: Liegt der vom Robert-Koch-Institut gemeldete Inzidenzwert vor Ort drei Tage am Stück über 100, gelten ab dem übernächsten Tag die entsprechenden Einschränkungen des Schulbetriebs. Für alle Schüler bis auf Viert-, Elft- und Abschlussklässler heißt das, sie müssen in diesem Fall komplett zuhause lernen.

    Regel gilt erst für übernächste Woche

    Für die kommende Schulwoche (ab 26. April) gilt noch die bisherige Regel, wie das bayerische Kultusministerium auf BR-Anfrage mitteilte. Damit ist der heutige Freitag zum letzten Mal der entscheidende Stichtag: Je nachdem, ob der Inzidenzwert heute über oder unter 100 liegt, gibt es kommende Woche weitgehend Wechselunterricht oder das sogenannte "Homeschooling". Die aktuellen Bestimmungen finden Sie hier.

    Der Mechanismus in die andere Richtung ist künftig sogar noch strenger: Damit die Regeln für einen Inzidenzwert zwischen 50 und 100 aktiviert werden, also weitgehend Wechselunterricht stattfindet, muss der Wert vor Ort an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 gelegen haben.

    "Betreuungsgemeinschaften" nicht mehr möglich

    Brisant ist auch eine andere Neuerung in der heute geänderten bayerischen Corona-Verordnung: Die neue "Bundes-Notbremse" verwehrt es bayerischen Familien in Kommunen mit einem Inzidenzwert über 100, künftig wie bisher wechselseitig die Kinderbetreuung zu übernehmen. Das teilte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums auf BR-Anfrage mit. Betreuungsgemeinschaften seien nicht mehr möglich, weil das die Bundes-Notbremse nicht zulasse.

    Noch vor zehn Tagen hatte die bayerische Familienministerin Carolina Trautner (CSU) auf die Möglichkeit verwiesen, dass Familien "wechselseitige, privat organisierte, feste und unentgeltliche Eltern-Betreuungsgruppen mit Kindern aus höchstens zwei Hausständen" einrichten könnten. Die entsprechende Passage wurde aber jetzt offiziell aus der bayerischen Verordnung gestrichen. Inwieweit die geltenden Kontaktbeschränkungen trotzdem die Betreuung von Kindern aus einem anderen Haushalt möglich machen, konnte das Ministerium zunächst nicht sagen.

    Hartmann: "Brauchen eine klare Aussage"

    Die Grünen im Landtag üben scharfe Kritik. "Diese schwammige Formulierung ist bezeichnend für die Corona-Politik der Söder-Regierung", sagt Fraktionschef Ludwig Hartmann auf BR-Anfrage. "Wir brauchen hier eine klare Aussage" Betreuungsgemeinschaften müssen möglich sein, unabhängig von der Inzidenz, im Interesse unserer Kinder."

    Familien und Kinder seien an der Belastungsgrenze und in den letzten Monaten teilweise über ihre Grenzen gegangen, betont Hartmann. "Sie dürfen nicht noch mehr belastet werden. Weitere notwendige Kontaktreduzierungen müssen am Arbeitsplatz passieren."

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