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Schulen: Ab Montag meist keine Maskenpflicht im Unterricht mehr | BR24

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Bisher herrscht in Bayerns weiterführenden Schulen auch im Unterricht eine Maskenpflicht. Ab Montag gilt das im Regelfall nicht mehr.

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Schulen: Ab Montag meist keine Maskenpflicht im Unterricht mehr

Gute Nachrichten für viele Schüler in Bayern: Ab Montag gilt ab der 5. Jahrgangsstufe keine Maskenpflicht im Unterricht mehr. Regional kann das aber anders sein - je nach Corona-Lage. Auf dem Gelände müssen alle weiter einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

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Wie geplant endet die Maskenpflicht im Unterricht an Bayerns weiterführenden Schulen mit dem heutigen Freitag. Das bekräftigte Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) heute in München. Dabei betonte er: Die Entscheidung, für die ersten neun Schultage ab Jahrgangsstufe 5 bis einschließlich heute eine Maskenpflicht auch im Unterricht einzuführen, sei sinnvoll gewesen. Das Risiko durch die Reiserückkehrer an den Schulen sei nun aber nicht mehr im gleichen Maße gegeben wie direkt zu Schuljahresbeginn.

Deshalb sei es gerechtfertigt, wie geplant ab Montag den Unterricht im Regelfall ohne Maskenpflicht durchzuführen, sagte der Kultusminister. Weiterhin gilt allerdings der Drei-Stufen-Plan des Ministeriums. Werden in einem Landkreis demnach mehr als 35 Neuinfizierte je 100.000 Einwohner binnen einer Woche registriert, müssen im Normalfall alle Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse auch im Unterricht wieder eine Maske tragen, sofern der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

München: Im Unterricht weiter Maskenpflicht ab Klasse 5

Diese 35er-Grenze ist etwa in München aktuell überschritten. Am Nachmittag teilte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mit, dass in München die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen im Unterricht in der kommenden Woche zunächst weiter gilt. "Kitas und Schulen, die nicht von Infektionen betroffen sind, öffnen am Montag", stellte Reiter zudem klar.

Piazolo hatte zuvor mit Blick auf die Schulen auf die Gesundheitsämter vor Ort verwiesen. "Es gibt da keinen Automatismus", sagte er. Sofern es erneut an weiterführenden Schulen auch im Unterricht eine Maskenpflicht gebe, mache das seiner Meinung nach allerdings nicht nur für wenige Tage Sinn. Als Richtwert nannte er einen Zeitraum von einer Woche.

Weiter Maskenpflicht auf dem Schulgelände

Anders als im Unterricht gilt auch ab Montag an Bayerns Schulen weiterhin eine Maskenpflicht auf dem gesamten Gelände. Das gelte "bis zum Platz", betonte Piazolo.

Bisher sind die bayernweiten Infizierten-Zahlen angesichts von insgesamt rund 1,65 Millionen Schülern im Freistaat überschaubar. Laut Piazolo sind derzeit knapp 7.000 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne, dazu kommen 752 Lehrerinnen und Lehrer. Die Zahl der zuletzt positiv auf das Coronavirus getesteten Beteiligten ist naturgemäß deutlich geringer: Bei den Lehrern sind es 42, bei den Schülern 283. In welchen Zeitraum diese positiven Tests fallen, sagte der Kultusminister bei der Pressekonferenz nicht.

Insgesamt sind gut fünf Prozent der 150.000 Lehrkräfte derzeit aus verschiedenen Gründen krankgeschrieben oder wegen Corona vom Präsenzunterricht befreit. Diese Lehrer stellen weiterhin Unterrichtsinhalte etwa für den Distanzunterricht bereit oder lehren im Duett mit sogenannten Teamlehrkräften. 800 solcher Stellen wurden eigens geschaffen, mit 600 der rund 6.000 Bewerbern gibt es laut Piazolo inzwischen Vereinbarungen.

Piazolo: "Corona nimmt keine Rücksicht"

Grundsätzlich hält Piazolo den Start ins Schuljahr für gelungen. Das Ziel der "Schulfamilie", in den Präsenz-Unterricht zu kommen, habe funktioniert, betonte er. Andererseits sei Corona weiter präsent, in Bayern habe es zuletzt "leicht steigende Zahlen" gegeben, mit regionalen Unterschieden. Dennoch ist der Minister für eine gewisse Gelassenheit. Es mache keinen Sinn zu jammern. "Wir haben Corona, Corona nimmt keine Rücksicht auf Schule, deshalb müssen wir Rücksicht auf Corona nehmen - und uns gut organisieren."

BLLV: Müssen die Vorgaben annehmen

"Die ganzen Vorgaben müssen wir annehmen", sagte Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, auf BR-Anfrage. "Wir sind keine Virologen, keine Ärzte, keine Mediziner." Deshalb kann der Lehrerverband aus ihrer Sicht nicht einzelne Maßnahmen bewerten - wie die vorgegebenen Inzidenzwerte oder die Maskenpflicht in einzelnen Fällen.

Auch aus Lehrersicht gilt derzeit: Fast alles ist anders als sonst. "Das ist eine harte Nummer", betonte Fleischmann mit Blick auf die besonderen Bedingungen in den Schulen wegen Corona. Sie sprach von "Hürden, die wir alle nicht kannten und jetzt hier gemeinsam bewältigen müssen".

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Viele Menschen infizieren sich mit Corona, indem sie virushaltige Aerosole einatmen. Bis zu drei Stunden können Coronaviren auf Aerosolen überleben. Und die verbreiten sich schnell in einem Zimmer.

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