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Schule schwänzen für den Klimaschutz - Freitagsdemo in Augsburg | BR24

© dpa-Bildfunk/Carsten Rehder

Auch in Augsburg gibt es am Freitag, 18.01.19, einen Schulstreik für mehr Klimaschutz

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    Schule schwänzen für den Klimaschutz - Freitagsdemo in Augsburg

    Schüler sollen morgen ihrem Beispiel folgen. In Augsburg ist eine Demonstration mit 500 Teilnehmern angemeldet.

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    In Augsburg planen Schüler für Freitagmittag eine Demonstration für einen besseren Klimaschutz. Laut Polizei wurden eine Route quer durch die Innenstadt und eine Kundgebung auf dem Rathausplatz angemeldet. Rund 500 Teilnehmer sollen dabei sein, wohl auch aus anderen Städten in Schwaben.

    Aufruf von Greta Thunberg bei der Weltklimakonferenz 2018

    Die Jungen und Mädchen folgen einem Aufruf der 15-jährigen schwedischen Schülerin Greta Thunberg. Thunberg erklärte auf der Weltklimakonferenz im vergangenen Jahr, dass sie jeden Freitag die Schule schwänzt, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. "Ich habe gelernt, dass niemand zu klein ist, um den Unterschied zu machen", sagte sie in Kattowitz. Unter dem Motto "Fridays For Future" hat die Idee und die Einladung für morgen bundesweit die Runde gemacht. Die Aktion "Rundlauf durch die Innenstadt" in Augsburg ist von 11.45 bis 13.30 Uhr geplant und wird von Naturschutzverbänden unterstützt.

    Kultusministerium: Keine Befreiung vom Unterricht für Klimaschutz-Demo

    Viele Schüler müssen allerdings mit Konsequenzen rechnen. Das Kultusministerium betonte, dass eine Befreiung vom Unterricht für die Demonstration nicht möglich sei. In Augsburg erklärte der Ministerialbeauftragte für die schwäbischen Gymnasien, Siegfried Kempf, die Schule habe auch den Auftrag der Politischen Bildung, aber die Demo am Vormittag sei "ein bewusst kalkulierter Tabubruch". Eine Unterstützung widerspreche auch dem Neutralitätsgebot der Schule.

    Schulleiter Denzel beschreibt Sanktionen für Klimaschutz-Demonstranten

    Die Palette der Sanktionen reiche theoretisch vom einfachen Verweis bis hin zur Schulentlassung, erklärt Jürgen Denzel, Direktor des Augsburger Maria-Theresia-Gymnasiums. Eine mögliche Ahndung des Schwänzens könne aber zum Beispiel auch durch Auflagen geschehen, etwa zur Durchführung eines Ökoprojekts. Grundsätzlich finde er es positiv, dass sich die Schüler für mehr Klimaschutz einsetzen, sagte Denzel. Ob das freilich gezielt zur Unterrichtszeit stattfinden müsse, sei die Frage.

    Eltern begrüßen Debatte um Klimaschutz bei Schülern und Familien

    Christine Sommer vom Elternbeirat des Gymnasiums St. Stephan begrüßte, dass das Thema Klimaschutz durch die geplante Demo in den Klassen und Familien diskutiert werde, zumal der Klimaschutz ja im Lehrplan stehe. Die Eltern an ihrer Schule seien bereits per Brief informiert. Sie verstehe aber auch die Haltung des Ministeriums, das Schüler nicht einfach während der Unterrichtszeit zu politischen Veranstaltungen gehen lassen könne. Sie finde es auch gut, dass die Schüler lernen, für ihr Handeln gerade stehen zu müssen.

    Eine andere Mutter, deren Tochter an der Demo teilnimmt, sagte dem BR im Gespräch: "Ich kann das unterstützen, dass sie zu der Demo geht". Ihre Tochter habe bereits Plakate gemalt und sich viele Gedanken gemacht, wie das Klima besser geschützt werden könne.

    Schulstreiks von Fridays for Future organisiert

    In Anlehnung an die 15-Jährige Schwedin Greta Thunberg organisiert die Bewegung "Fridays For Future" auch in Deutschland regelmäßig Schulstreiks für den Klimaschutz. Der Ausstausch läuft über Messenger wie WhatsApp, eine Website und den Twitter-Account @FridayForFuture. Die Website fridayforfuture listet rund 70 regionale Gruppierungen in Deutschland auf.