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Schule nach den Sommerferien – Herausforderung für Grundschulen | BR24

© BR/ Frank Breitenstein
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Die Routine an Bayerns Schulen ist fast schon zurückgekehrt. Zwar im Wechsel, aber alle Schüler kommen wieder zum Unterricht. Nach den Sommerferien soll aber wieder zum Regelbetrieb zurückgekehrt werden. Das stellt Grundschulen vor Herausforderungen.

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Schule nach den Sommerferien – Herausforderung für Grundschulen

Wie viel Routine ist an Bayerns Schulen zurückgekehrt? Zurzeit kommen alle Schüler im Wechsel wieder zum Unterricht. Nach den Sommerferien soll wieder zum Regelbetrieb zurückgekehrt werden. Das stellt Grundschulen vor Herausforderungen.

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Von
  • Frank Breitenstein

Ortstermin in der Grundschule in Gerolzhofen. Die kleine unterfränkische Stadt zu Füßen des Steigerwaldes verfügt über insgesamt drei Schulhäuser mit 325 Schülern der Klassen 1 bis 4. Momentan gehen aufgrund der Corona-Pandemie Schülerinnen und Schüler im Wechsel in den Unterricht, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Nach den Sommerferien soll zum Regelbetrieb zurückgekehrt werden – außer es kommt eine "zweite Welle". Wie der geplante Regelbetrieb im September allerdings funktionieren soll, ist an der Gerolzhofener Grundschule noch nicht so ganz klar.

Grundschule hat sich mit geltenden Hygieneregeln arrangiert

Es ist 9.00 Uhr. Nur wenige Kinder spielen auf dem Pausenhof. Die Klassen gehen zeitversetzt ins Freie. Und sie sind coronabedingt nur halb besetzt. Man hat sich – wie überall in Bayern – mit den Abstands- und Hygieneregeln arrangiert. Mit derzeit 75 Schülern am Hauptsitz in Gerolzhofen kein Problem, sagt Rektor Helmut Schmid. Das könnte sich allerdings nach den Sommerferien bei dann wieder 180 Schülern ändern.

Klassenzimmer zu klein für Regelbetrieb mit Abstand

"Leider fliegen uns da momentan unserer Raumkonzepte etwas um die Ohren", bringt der Schulleiter seine Befürchtungen für September auf den Punkt. "Wir haben Klassenzimmer von ca. 65 Quadratmetern. 13, 14, 15 Kinder in solch einem Klassenzimmer sind momentan schon eine Herausforderung, das zu stellen. Und wenn doppelt so viele Kinder darin sein werden, dann können wir Abstandsregeln nicht mehr einhalten". Die gelten jedoch nach wie vor. Ob das in sechs Wochen noch aktuell ist, weiß natürlich niemand. Bis dahin könne noch viel passieren, meint Helmut Schmid.

Wegen Corona keine Einschulung wie jede andere

Spannend werde es dann bei den Erstklässlern. Denn ihre Einschulung werde anders vonstattengehen als bei früheren Jahrgängen. Es werde voraussichtlich Einschulungsfeiern für die Kinder am ersten Schultag geben, da ist der Schulleiter recht optimistisch. "Allerdings zeitversetzt, Klasse für Klasse. Keine Massenveranstaltungen". Außerdem spielt Schmid mit dem Gedanken, die künftigen Erstklass-Kinder schon in der letzten Schulwoche ins Schulhaus zu holen, um sie mit den geltenden Hygienevorschriften vertraut zu machen.

Übertritt zur weiterführenden Schule mit Rückenwind

Bei alldem wirkt Schulleiter Helmut Schmid erstaunlich gelassen. Der versäumte Lernstoff sei bis Ende des nächsten Schuljahres ausgeglichen, glaubt er. Vorausgesetzt, die Infektionslage bleibe bis dahin stabil. Das gelte auch für die aktuellen Schulabgänger. In den letzten Wochen sei einiges aufgeholt worden. Man habe auch auf sonst übliche Aktionen wie Sport- oder Sommerfeste verzichtet, die gewöhnlich gegen Ende des Schuljahres einen breiteren Raum einnehmen. Stattdessen habe man die Zeit genutzt, um die wesentlichen Defizite mit den Kindern aufzuarbeiten. Und den neuen Schulen werde man mitteilen, was momentan noch nicht behandelt worden ist. Sodass auch in den 5. Klassen der zukünftigen Schulen diese Defizite aufgearbeitet werden könnten.

Herausforderungen nach den Ferien nicht geringer

Dem Schulleiter ist bewusst, dass die Herausforderungen nach den Ferien nicht geringer werden. Deshalb – und da spricht aus ihm der BLLV-Funktionär – wünscht er sich von seinem Dienstherrn, dass er den Lehrkräften den Rücken dafür freihält. Denn seiner Meinung nach sei es völlig unrealistisch, Unterricht unter Corona-Bedingungen in Volllast zu betreiben und gleichzeitig noch zusätzliche Förderangebote zu machen.

Problematik Digitalisierung an Schulen

Auch was die Vorgaben zum Thema Digitalisierung an Schulen betreffe, fielen den Schulen nun die Versäumnisse früherer Zeiten auf die Füße. Gemäß einem alten Sprichwort müsse man eben in der Zeit sparen, um in der Not zu haben. Nun sei der Notfall da, aber zu wenig Reserven: sowohl technisch als auch räumlich. Vor allem jedoch personell. Hier wünscht sich Schmid, dass man mit den Lehrkräften ehrlich umgeht. Denn momentan werden seiner Ansicht nach ein bisschen zu viele Luftschlösser gebaut.

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