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Eichstätt: Auszeichnung als "Modellschule für Stressprävention"

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Schule in Eichstätt erhält Auszeichnung für Präventionsarbeit

Die bayerische Präventionsinitiative "Stark" hat die Maria-Ward-Realschule in Eichstätt als Modelleinrichtung für Stressprävention ausgezeichnet. Spezielle Programme helfen, mit belastenden Situationen umzugehen und die Persönlichkeit zu stärken.

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Von
  • Claudia Grimmer

Kinder und Jugendliche müssen heutzutage mehr denn je auf einen Alltag mit Stress vorbereitet werden. Im Arbeitsleben hat eine Verdichtung stattgefunden, die Digitalisierung verlangt Schnelligkeit und Flexibilität. Um dem gewachsen zu sein, ist es wichtig, bereits in jungen Jahren zu lernen die psychische Widerstandskraft aufzubauen und sich bestimmte Fähigkeiten anzutrainieren, die die seelische und psychische Gesundheit stärken. Das versucht die bayerische Präventionsinitiative "Stark" mit speziellen Programmen und Unterrichtseinheiten an Schulen.

Auf sich selbst hören, Stärken erkennen, Stress abbauen

Wissen, wann Pausen einzulegen sind, auf den Körper hören, wenn er eine Auszeit verlangt, das sind nur einige Trainingsmodule, die das Präventionsprogramm "Stark" vorsieht. Die Maria-Ward-Realschule in Eichstätt hat dafür Lehrer speziell ausgebildet. Seit einem Jahr wird ein solches Training in den 9. und 10. Jahrgangsstufen angeboten.

Nicht nur der Stress bei Erwachsenen hat im Alltag, im Arbeitsleben zugenommen, auch Schüler leiden zunehmend unter dem Leistungsdruck und jetzt auch unter den Corona-Bedingungen. Es sei alles unübersichtlicher geworden, so die 15-jährige Hannah Wittmann, und man habe nicht mehr so viele Möglichkeiten, Stress aufzulösen oder ihm aus dem Weg zu gehen, weil viele Freizeitmöglichkeiten wegfallen.

Erkennen, welche Ressourcen da sind

Die Schülerin Hannah Wittmann bearbeitet gerade mit ihren Mitschülerinnen das Lernmodul, welche eigenen oder sozialen Ressourcen eigentlich mobilisiert werden können, wenn es wieder einmal stressig wird. Sie überlegt kurz und kreuzt verschiedene Felder an. Eigentlich, so meint sie, sind das ganz schön viele, man muss sie einfach nur erkennen.

So markert sie Familie an, aber auch Gesundheit oder Religion. In kleinen Gruppen wird erarbeitet, welcher Druck von außen aufgebaut wird und er wird hinterfragt. Muss ich immer stark sein, muss ich immer alles geben? Die eigenen Grenzen erkennen und auch einmal "Nein" sagen, sei wichtig, erklärt die Lehrerin.

Das Meer, das Lied und das Nein

Sabine Grimm ist eine von mehreren Lehrerinnen, die die sechs Doppelstunden im Schuljahr mit dem speziellen Training übernimmt. Sie lässt die Schülerinnen die Augen schließen, entführt sie geistig ans Meer, lässt sie frischen Wind spüren und ein Lieblingslied hören. Dann kündigt sie an, dass sie nun eine Schülerin antippen will, die das für sich gehörte Lied vorsingt.

Plötzlich merken die Mädchen, wie angespannt sie werden, wie aufgeregt, wenn sie die Lehrerin trotz geschlossener Augen in der Nähe spüren. Sie empfinden Stress. Der kann mit einem einfachen "Nein" genommen werden, erklärt Sabine Grimm. "Einfach 'Nein' sagen, wenn ich nicht vorsingen will." Erst schauen sich die Schülerinnen an, dann wird ihnen klar, wie leicht manchmal der Stress genommen werden kann.

Viele solcher Einheiten sind in den Modulen des Präventionsprogramms vorgesehen, das durch das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft initiiert wurde. Mittlerweile interessieren sich immer mehr Schulen dafür, weil es immer wichtiger wird "den Druck rauszunehmen".

Gütesiegel für die Maria-Ward-Reaschule

Die Maria-Ward-Realschule in Eichstätt ist die zweite Einrichtung, die von der Initiative und dem bayerischen Kultusministerium diese Auszeichnung erhält. Ein Jahr davor bekamen die Staatliche Berufsschule Fürstenfeldbruck und die Staatlichen Beruflichen Schulen Landsberg am Lech bereits das Gütesiegel. "Stark" ist eine Initiative des Bildungswerkes der Bayerischen Wirtschaft und dem Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie.

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