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© BR/Kathrin Unverdorben
Bildrechte: Stadt Deggendorf

Der Vorschlag aus Deggendorf, Schulunterricht in Festzelten auf Fußballplätzen abzuhalten, stößt im Bayerischen Kultusministerium auf offene Ohren. Allerdings könne das nicht aus München entschieden werden, heißt es auf BR-Anfrage.

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Schule im Festzelt: Ministerium begrüßt Vorschlag aus Deggendorf

Das Bayerische Kultusministerium begrüßt einen Vorschlag aus Deggendorf, Schulunterricht in Festzelten auf Fußballplätzen zu ermöglichen. Allerdings sei für dieses Projekt eine Ausnahmeregelung nötig. Entscheiden müsse die Kreisverwaltung.

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Von
  • Kathrin Unverdorben
  • BR24 Redaktion

Der Vorschlag aus Deggendorf, Schulunterricht in Festzelten auf Fußballplätzen abzuhalten, stößt im Bayerischen Kultusministerium auf offene Ohren. Allerdings könne das nicht aus München entschieden werden, heißt es auf BR-Anfrage. Auch wer die Kosten dafür trägt, ist noch unklar.

Kommune soll über Modelprojekt entscheiden

Ziel des Ministeriums sei es, allen Schülerinnen und Schülern überall in Bayern die Rückkehr zum Präsenzunterricht rasch wieder zu ermöglichen. "Deshalb begrüßen wir die Nutzung außerschulischer Orte für unterrichtliche Zwecke als denkbare Ergänzung der schulischen Raumkapazitäten ausdrücklich." Allerdings sei dafür nicht das Kultusministerium, sondern die Kommune vor Ort zuständig, heißt es aus München. Für das Deggendorfer Modellprojekt wäre also eine Ausnahmeregelung nötig, die von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde gegeben werden müsse.

Kostenfrage ungeklärt

Deggendorf hatte auch auf finanzielle Unterstützung aus München gehofft. Oberbürgermeister Christian Moser (CSU), der den Pilotversuch vergangene Woche angeregt hatte, rechnet mit 10.000 Euro pro Zelt und somit pro Klasse. Aus dem Kultusministerium heißt es: Eine Nutzung von Zelt und Sportplatz müsse vor Ort geklärt werden, insbesondere, wenn Kosten entstehen. Ob sich das Ministerium daran beteiligt, bleibt damit offen.

Zu bedenken gibt das Ministerium, dass bei der Wahl eines außerschulischen Lernortes keine zu große Distanz zwischen der Schule und den möglichen weiteren Räumen liegen darf. Außerdem müssen unter anderem Fluchtwege und Sanitäreinrichtungen zügig erreichbar sein.

Ansteckungsgefahr im Zelt gering

Vergangenen Freitag hatte Deggendorfs Oberbürgermeister das Pilotprojekt "Schule im Freien - wohl bedacht" vorgestellt, um inzidenzunabhängig "endlich wieder Unterricht im Klassenverbund zu ermöglichen", wie es hieß. Demnach sollen Festzelte mit 300 Quadratmetern Fläche auf Sport- oder Fußballplätzen in der Nähe von Schulen aufgestellt und darin Unterricht gehalten werden. Die Vorteile: Die Zelte bieten genügend Platz, um die Schüler weit auseinander setzen zu können, sind gut durchlüftet, die Lehrer mit Mikrofonen weit von der Klasse weg und die Ansteckungsgefahr damit auf ein Minimum begrenzt.

Für das Pilotprojekt habe sich die Grundschule Rettenbach mit rund 100 Schülerinnen und Schülern bereits angeboten, hieß es am Freitag.

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