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#fridaysforfuture: Wirbel um Bußgeld für Schulstreiks | BR24

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Die "Friday for Future" Bewegung macht in 105 Ländern mobil. Die Schüler sagen, sie schwänzen für einen guten Zweck, damit die Politik endlich aufwacht. Ein Münchner Direktor will nun durchgreifen.

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#fridaysforfuture: Wirbel um Bußgeld für Schulstreiks

Das sorgt für Aufsehen: Wer künftig zur "Fridays for Future"-Demo geht statt in den Unterricht, muss mit einem Bußgeld rechnen - zumindest an einem Münchner Gymnasium. Weitere Schulen könnten sich anschließen.

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In einem Rundbrief informierte der Direktor des Münchner Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums Schüler und Eltern über die Bußgeld-Entscheidung. Gerade Eltern von Siebtklässlern hätten ihre Kinder zunehmend einfach selbst vom Unterricht befreit - ausdrücklich für die Demo, berichtet Schulleiter Wolfgang Hansjakob. Deshalb würde er inzwischen tatsächlich so weit gehen und über das Schulreferat Anzeige erstatten, wenn nichts anderes helfe.

"Wir werden jeden Einzelfall prüfen, wie er sich darstellt. Wenn hier ganz bewusst gegen Spielregeln, gegen Gesetze und gegen die Schulordnung verstoßen wird, dann müssen Eltern und Schüler auch mal bereit sein, die Konsequenzen zu tragen." Schulleiter Wolfgang Hansjakob

Rückendeckung vom Kultusminister

Ihr großes Ziel, die Aufmerksamkeit auf das Thema Klimaschutz zu lenken, das hätten die Schüler doch erreicht, findet der Münchner Schuldirektor.

"Jetzt muss es doch weitergehen. Jetzt muss ich nicht mehr freitags um 11 Uhr zum Demonstrieren gehen. Jetzt muss ich nach 13 Uhr überlegen, was tue ich persönlich, privat oder auch um Rahmen der Schule, für den Umwelt- und Klimaschutz?" Schulleiter Wolfgang Hansjakob

Dabei hat er auch Rückendeckung von Kultusminister Michael Piazolo (FW).

"Die Linie von uns ist klar: Die Schulpflicht gilt. Insofern kann es keine Befreiungen geben. Das ist auch im Gesetz geregelt und zwar in den Artikeln 86ff des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes. Wenn dennoch nicht am Unterricht teilgenommen wird, gibt es Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen. Da sind die Schulleiterinnen und Schulleiter in der Verantwortung. Aber natürlich ist jeder Einzelfall auch einzeln zu bewerten. Da gibt es auch einen Ermessensspielraum." Kultusminister Michael Piazolo

Bis zu 1.000 Euro Bußgeld

Bußgeld – das könnten theoretisch bis zu 1.000 Euro sein. Der Bayerische Elternverband sprach sich zwar nicht generell gegen die Bußgelder aus, betonte aber, dass diese nicht Selbstzweck sein dürften. Und:

"Bußgelder und Verweise sind uns zu kurz gegriffen, was nicht heißen soll, dass wir gegen die Einhaltung von Normen sind." Henrike Paede, Geschäftsführerin Bayerischer Elternverband e.V.

Die Streiks für eine gute Sache stünden im Zwiespalt mit der Schulpflicht, so Paede. Doch darin stecke ein großes pädagogisches Potenzial und man könne ein richtiges Lehrstück für Demokratie daraus machen, wenn man mit den Schülern darüber diskutiere.

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Der Elternverband schlägt vor, den Zwist zwischen Einsatz für eine gute Sache und der Schulpflicht als Lehrstück für Demokratie zu behandeln. Lehrer sollten mit den Schülern über die Wertigkeit von Normen diskutieren.

Drastischer sieht Schülersprecher Marius Antonini die angekündigten Strafen und kann das alles nicht nachvollziehen.

"Das finden wir ziemlich drakonisch. Wir würden uns mehr Unterstützung durch die Schulleitung und das Rektorat für unser Engagement wünschen. Da sind wir enttäuscht, das nun reingedrückt zu bekommen." Marius Antonini, Schülersprecher Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium

Von einem Einschüchterungsversuch am Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium spricht man im Münchner Orgateam von "Fridays for Future". Man werde jedenfalls weiter zum Schulstreik aufrufen, bis in der Politik in Sachen Klimaschutz gehandelt werde. Auch am nächsten Freitag.

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Im Streit über das Schuleschwänzen für die Klimademos "Fridays for Future" ist auch ein Bußgeld für Schüler in der Diskussion. Ein Sprecher der Demo-Organisatoren hät das für eine ungeeignete Maßnahme. Damit würden die Falschen bestraft.

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Das sorgt für Aufsehen: Wer künftig zur Fridays-for-future-Demo geht statt in den Unterricht, muss womöglich mit einem Bußgeld rechnen. In einem Rundbrief informierte der Direktor eines Münchner Gymnasiums Schüler und Eltern über diese Entscheidung.