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Schulbusfahren in Corona-Zeiten: Busfahrer gesucht | BR24

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Damit die Corona-Abstandsregeln auch in Bussen eingehalten werden können, setzen viele Landkreis auf sogenannte Verstärkerbusse. Auch im Kreis Passau sind mehr Schulbusse als sonst unterwegs, um die Kinder und Jugendlichen in die Schule zu bringen.

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Schulbusfahren in Corona-Zeiten: Busfahrer gesucht

Damit die Corona-Abstandsregeln auch in Schulbussen eingehalten werden können, setzen viele Landkreies auf sogenannte Verstärkerbusse. Auch im Kreis Passau sind mehr Schulbusse als sonst unterwegs. Doch die Busfahrer sind knapp.

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Von
  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

Damit Schulkinder auch im Bus Abstandsregeln einhalten können, hat der Landkreis Passau 38 Zusatz-Busse organisiert. Es könnten noch mehr Busse sein, räumt das Landratsamt ein. Doch die Suche nach Busfahrern gestaltet sich als schwierig.

Zusätzliche Busse eingesetzt

6.59 Uhr in Vornbach, zwei Schüler sitzen im Bus. Das Ziel: Grundschule, Mittelschule und Gymnasium Fürstenzell. Der Busfahrer hält alle paar Minuten an und sammelt Schüler ein - einige wenige. So richtig voll wird der Bus nicht. Kurz vor Fürstenzell sitzen nur 30 Kinder im Bus, gut verteilt über die Sitzreihen. Von Platzproblemen keine Spur. Doch das war nicht immer so, erinnern sich die Kinder: "An den ersten Tagen war es kaum auszuhalten, alle Plätze waren belegt, wir standen im Gang", erzählen sie. Doch seit einigen Wochen ist auf dieser Strecke ein zusätzlicher Bus unterwegs.

Busfahrer aus der Reisebranche angeheuert

Der Landkreis bemüht sich, so viele Verstärkerbusse einzusetzen wie nur möglich. Mit dem Ergebnis: 38 zusätzliche Busse und insgesamt mehr als 130 Schulbusse sind derzeit auf den Straßen. Es könnten noch mehr sein, findet Maximilian Sommer, Chef des ÖPNV im Landratsamt. Doch die Busfahrer fehlen. Aus der Reisebranche seien bereits so gut wie alle angeheuert worden. "Es ist nicht mehr so ein beliebter Beruf wie vor 10, 20 Jahren. Außerdem sind die Einstiegshürden hoch. Der Führerschein ist in mehrere Module aufgeteilt und die sind sehr teuer. In den meisten Fällen muss der Lehrling die Scheine selbst bezahlen, deswegen fehlt Nachwuchs. Das ist was, was uns bedenklich stimmt. Weil die Politik den ÖPNV ausbauen will, aber die Fahrer immer weniger werden."

Führerschein-Update alle fünf Jahre

Hinzu kommt: Alle fünf Jahre muss der Führerschein gegen Gebühr aufgefrischt werden. Etwas, das viele Fahrer im Ruhestand nicht mehr machen. "Es lassen sich also nicht so einfach Rentner mobilisieren", erklärt Sommer.

Auf der Strecke von Vornbach nach Fürstenzell sind zwei Fahrer unterwegs, die sonst Kreuzfahrttouristen nach München, Krumau oder Salzburg bringen und Kurgäste im Bäderdreieck fahren. Sie übernehmen auch Schienen-Ersatzverkehr.

Fahrer teilen sich Strecken auf

Weil die Fahrer oft von anderen Routen kommen, können zwei eingesetzte Schulbusse nicht immer zeitgleich an der Haltestelle stehen. Viele Busse fahren um etwa fünf bis zehn Minuten zeitversetzt. Auf der Strecke Vornbach-Fürstenzell mussten die beiden Fahrer feststellen, dass die Kinder immer in den Bus einsteigen, der am Morgen später und nach der Schule als erster nach Hause fährt. So gab es zwar zwei Busse, trotzdem war immer nur einer voll. Die beiden Fahrer haben sich daher ihre Strecke aufgeteilt, sie steuern jetzt unterschiedliche Haltestellen an. So sammelt jeder 30 Kinder auf. Das bringt nicht nur Abstand im Bus, sondern spart auch Zeit und Kilometer.

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