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Schulbeginn: "Einschulungskorridor" - Kritik am neuen Modell | BR24

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Wenn ein Kind zwischen Juli und September geboren, kann es ein Jahr länger im Kindergarten bleiben. Die neue Wahlfreiheit für Eltern trifft ins Schwarze, stellt aber kleine Kindergärten und Schulen vor große Probleme.

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Schulbeginn: "Einschulungskorridor" - Kritik am neuen Modell

Eltern, deren Kinder zwischen Anfang Juli und Ende September 2013 geboren sind, konnten selbst entscheiden, ob sie ihr Kind heuer oder erst nächstes Jahr einschulen. Für kleine Grundschulen wie in Train ist der "Einschulungskorridor" ein Problem.

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Ab diesem Schuljahr gilt in Bayern der neue Einschulungskorridor: Eltern, deren Kinder zwischen 1. Juli und 30. September 2013 geboren sind, konnten selbst entscheiden, ob sie ihr Kind ab diesem Jahr in die Schule schicken oder nicht. 44 Prozent haben sich dagegen entschieden. Vorher waren in diesem Zeitraum geborene Kinder schulpflichtig. Die Wahl hatten nur Eltern von sogenannten "Kann-Kindern", die zwischen dem 1. Oktober und dem 31. Dezember geboren waren.

Eltern mehr Kompetenzen bei Einschulung geben

In einem Großteil der Gemeinden habe die Einführung des Einschulungskorridors gut funktioniert, sagt Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (FW) vor dem Schulstart. Er habe den Eindruck, "dass man die Entscheidung, den Eltern mehr Kompetenzen bei der Einschulung zu geben, sehr begrüßt."

Kultusminister Piazolo aber räumt ein, dass es auch Fälle gibt, in denen der Einschulungskorridor Schulen, Kindergärten und Kommunen vor Herausforderungen gestellt hat. Für manche kleinere Grundschule ist der Einschulungskorridor ein Problem, weil jetzt weniger Erstklässler kommen als erwartet. Etwa in Train im Kreis Kelheim.

Einschulungskorridor: Mehr Kombiklassen - Eltern unzufrieden

Die Grundschule in der niederbayerischen Gemeinde ist für mehrere Millionen Euro saniert worden. Nur werden in diesem Schuljahr dort weniger Schüler die Schulbank drücken als ursprünglich gedacht. Von den geplanten 18 neuen Schülern werden nur 14 Erstklässler eingeschult. Das hat Folgen für den Schulbetrieb: Statt einer Regelklasse pro Jahrgangsstufe gibt es dort nun Kombiklassen. Erstklässler lernen mit Zweitklässler, Zweitklässler mit Drittklässlern. Die Eltern sind unzufrieden und machen ihren Unmut bei Schulamt und Ministerium Luft.

Kleine Schulen vor großen Problemen: Weniger Erstklässler

Für Bürgermeister Gerhard Zeitler dürfte die Situation in Train kein Einzelfall sein. Während der Einführungskorridor für größere Schulen kein Problem sei, stehen die kleinen Schulen und Kommunen nun vor großen Herausforderungen. "Wenn der Einschulungskorridor da ist und die Eltern melden ihre Kinder nicht an, dann sind halt die Kinder zu wenig. Ich glaube, dass da nicht bis zuletzt gedacht wurde, dass es da die kleinen Schulen trifft.“

Kritik an Einschulungskorridor

Vor allem trifft es auch die Kindergärten - diese sind nun wegen den zurückgestellten Kindern brechend voll. Dem Mangel an Plätzen und Personal frühzeitig entgegenzusteuern, war vielen Einrichtungen wegen der kurzfristigen Einführung des Korridors nicht möglich. Als "über das Knie gebrochen" bezeichnet daher Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrerinnen und Lehrer Verbandes (BLLV), das Projekt von Kultusminister Piazolo.

© BR/Sebastian Grosser

Eltern, deren Kinder zwischen Anfang Juli und Ende September 2013 geboren sind, konnten selbst entscheiden, ob sie ihr Kind heuer oder erst nächstes Jahr einschulen. Für kleine Grundschulen wie in Train ist der "Einschulungskorridor" ein Problem.