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Schulausfälle: Piazolo lässt Landkreisen freie Hand | BR24

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Massen an Schnee - nass, pappig und dadurch extrem schwer: Viele Gemeinden lassen derzeit in Bayern den Unterricht ausfallen. Der Schulweg ist ihrer Ansicht nach einfach zu gefährlich. Kultusminister Piazolo findet das Vorgehen richtig.

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Schulausfälle: Piazolo lässt Landkreisen freie Hand

Massen an Schnee - nass, pappig und dadurch extrem schwer: Viele Gemeinden lassen derzeit in Bayern den Unterricht ausfallen. Der Schulweg ist ihrer Ansicht nach einfach zu gefährlich. Kultusminister Piazolo findet das Vorgehen richtig.

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Die Entscheidung, ob der Unterricht ausfällt oder nicht, wird jeweils vor Ort nach den Wetterverhältnissen getroffen, wie der bayerische Kultusminister erklärt. Er habe vollstes Verständnis für den Unterrichtsausfall und unterstütze das eigenverantwortliche Vorgehen der Schulen, sagte Michael Piazolo (Freie Wähler).

Vor allem im Süden Bayerns lassen derzeit viele Gemeinden und Schulden den Unterricht ausfallen. Wegen der Schneemassen, die zudem nass und dadurch extrem schwer sind, ist der Schulweg ihrer Ansicht nach einfach zu gefährlich.

Piazolo vertraut Behörden und Pädagogen vor Ort

Da delegiert ein bayerischer Kultusminister doch glatt die Verantwortung hinaus aufs Land. In die Landkreise Miesbach, Traunstein, Erding, Berchtesgaden und Oberallgäu. Und überall dorthin, wo es besonders heftig geschneit hat. Dieses Vertrauen in die Entscheider in den betroffenen Gebieten und der neue, verbindlichere Ton sorgen für Sympathiepunkte bei Simone Fleischmann, der Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV):

"Der Minister liegt sehr richtig und ich finde das auch eine wirklich schöne Ansage, zu sagen, die Schulen werden das vor Ort lösen und die Schulen werden das auch kompetent lösen." Simone Fleischmann, Präsidentin des BLLV

In erster Linie entscheiden also die Menschen vor Ort, ob die Schule ausfallen soll. In der ersten Reihe stehen die Vertreter der Landkreise. Sophie-Marie Stadler, die Sprecherin des Landratsamtes Miesbach begründet den Ausfall im Landkreis Miesbach exemplarisch wie folgt: "Wir haben den Schulunterricht abgesagt, so dass die Kinder sich nicht in Gefahr begeben, wenn sie sich über die Schneemassen in Richtung Schule begeben."

Was aber passiert mit dem ausgefallenen Lernstoff?

Wie eine Schneewechte türmt sich allerdings der ausgefallene Lernstoff auf. Müssen die Stunden wieder reingeholt werden? Ist Nachsitzen die Wahl der Qual? Minister Piazolo gibt sich im Gespräch mit dem BR entspannt:

"Es ist nicht vorgeschrieben, dass der Unterricht nachgeholt wird. Es gibt da auch keine Zusatzstunden. Die Lehrer sind da ein bisschen frei auch in der Gestaltung." Kultusminister Michael Piazolo in der Radiowelt auf Bayern 2

Damit rennt der Minister wieder offene Scheunentore ein beim BLLV. Präsidentin Simone Fleischmann ist froh, dass ihre Klientel nicht zum Nachsitzen verdonnert wird. Lehrer würden die verpassten Inhalte dann in den kommenden Unterricht integrieren, erklärt sie.

Die Kinder finden die verlängerten Ferien ohnehin cool - möglicherweise entgangenes Wissen drückt ihnen vorerst nicht aufs Gemüt, zumindest den Jüngeren nicht.

"Man hat keine Hausaufgaben und man hat keinen Unterricht. Also, das find' ich einfach cool. Weil man spielen kann, Schneeburgen bauen kann, Verstecken spielen und fangen." Grundschüler Magda und Moritz aus Ruderatshofen im Landkreis Ostallgäu

Keine leichte Zeit für die Eltern

Viele Eltern müssen allerdings in die Arbeit und haben ein Problem mit der Kinderbetreuung. Vor allem, wenn der Unterricht kurzfristig abgesagt wird. Eine Mutter aus dem Landkreis Miesbach berichtet, man habe im Endeffekt fünf Minuten vor Schulbus-Ankunft erfahren, dass der Unterricht ausfällt.

Kultusminister Piazolo wies im Interview mit dem BR darauf hin, dass es in den meisten Fällen an den Schulen eine Notbetreuung gibt, da die Lehrer wenn irgend möglich anwesend seien. Eltern könnten ihre Kinder also an die Schulen bringen, wenn es die Wetterlage erlaube.

Zur näheren Zukunft befragt, sieht er die Situation gelassen:

"Wir haben im Kultusministerium, in der Staatsregierung nicht das Wetter in der Hand – das ist immer noch von weiter oben gelenkt." Kultusminister Michael Piazolo