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Schulbeginn: Erst die Hygiene, dann der Unterricht | BR24

© BR/Leonie Thim

Die Umsetzung der Hygieneregeln an einer Plattlinger Schule sind abgeschlossen. Nun kann der Unterricht nach den Sommerferien wieder starten.

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Schulbeginn: Erst die Hygiene, dann der Unterricht

Morgen startet das neue Schuljahr in Bayern - mit vielen Hygieneauflagen, um die Verbreitung des Coronavirus möglichst zu verhindern. Viele Schulen haben die Sommerferien genutzt, um hier aufzurüsten. So auch die Grundschule Plattling.

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Tischerücken an der Grundschule Plattling (Lkr. Deggendorf) - kurz vor Start des neuen Schuljahrs. In den Sommerferien hat das Kollegium geplant, umgebaut und angepasst. Jetzt steht das Corona-Hygienekonzept und der Unterricht kann losgehen, findet Klassenlehrerin Ines Rothbauer.

Nähe am Erklärtisch

Für das Wiedersehen sind die Tische so weit wie möglich auseinander gestellt - Mindestabstand. Für die Grundschulkinder gibt es keine Maskenpflicht, Lehrer aber müssen welche tragen. In Plattling sind es transparente Kunststoffmasken. Damit können die Kinder auch die Gesichter ihrer Lehrer sehen. Noch mehr Nähe ermöglicht der sogenannte Erklärtisch - für Direktor Erwin Müller mit das Wichtigste, denn "man kann ja nicht bloß in einem Riesen-Abstand zu den Kindern arbeiten. Erst, wenn ein Kind eine sichere Verbindung zum Lehrer aufgenommen hat und es sich sicher fühlt, geht angstfreies Lernen."

Die Corona-Pandemie erlebten Eltern, Kinder und Lehrer aber als Zeit der Veränderung und Verunsicherung. Schulleiter Müller fragt: "Wie kann ich also Nähe herstellen zu einem Kind, ohne dass ich Riesen-Risiken eingehe?" Die Lösung: Pro Klassenzimmer gibt es einen Tisch mit Plexiglasscheibe in der Mitte. Durch einen Schlitz kann das Schulheft zwischen Lehrer und Schüler hin und her geschoben werden. So geht Nähe, gemeinsames Arbeiten - ohne Maske und ohne Gefahr.

Hygiene-Unterricht fürs ganze Leben

Damit sich Schüler und Lehrer möglichst nicht im Klassenzimmer mit dem Corona-Virus anstecken, hat das bayerische Kultusministerium einen Rahmen-Hygieneplan erarbeitet. Er ist 30 Seiten dick.

Um das Bewusstsein für den Virus zu schärfen und die Gefahren zu verringern, gab es schon im letzten Corona-Schuljahr Hygieneunterricht. Da soll den Kindern erklärt werden, warum zum Beispiel regelmäßiges Händewaschen wichtig ist, sagt Direktor Erwin Müller: "Das war auch für uns ganz wichtig und nachhaltig und ich würde auch sagen: Warum sollten wir das nochmal rückgängig machen?" Schließlich sei eine ganz wichtige Geschichte und werde es bleiben, immer im Leben.

Mehr Platz für die Gesundheitserziehung

Kurz vor Schulbeginn hat die bayerische Staatsregierung vergangene Woche ihren aktualisierten Hygiene-Rahmenplan veröffentlicht. Darin stehen Regeln zum Infektionsschutz an Schulen. Manche dieser Maßnahmen könnte man beibehalten, findet Schulleiter Erwin Müller. Ob Abstand, Maske oder Händewaschen – das Wichtigste sei, Kindern zu erklären, warum bestimmte Hygienemaßnahmen wichtig sind, wofür sie da sind und was sie bewirken. Dann würden Kinder die Regeln auch eher beachten, so Müller.

Schon im vergangenen Schuljahr hatten er und seine Kollegen Hygieneunterricht eingeführt. Zwar sei Gesundheitserziehung immer schon im Lehrplan verankert gewesen, aber sie sei doch ein bisschen zu kurz gekommen, findet er. Der Gesundheitserziehung wieder mehr Raum und Zeit im Unterricht geben, das will er auch über die Pandemie hinaus.

Schule ohne Einbahnstraßen

Eine Sache macht die Schule bewusst nicht: "Einbahnstraßen" auf den Fluren, die durch Tapes abgeklebt werden. Denn je mehr man abklebt, umso mehr kann man auch wieder Vorschriften verletzten, meint der Schulleiter: "Was passiert mit mir, wenn ich versehentlich auf der falschen Seite gehe? Werde ich dann bestraft?" Solche Ängste sollen sich bei den Kindern erst gar nicht entwickeln.

Stattdessen lautet der Ansatz der Schule: Begegnungsflächen reduzieren. Vor allem das Gerangel am Morgen vor dem Haupteingang.

"Jetzt haben wir einfach verschiedene Eingänge, die ja vorhanden sind, geöffnet. Die Kinder haben kurze Wege und möglichst wenig Begegnung mit anderen Klassen. Also, es ist sicher einfacher geworden und das ist eine gute Situation, die wir sicher beibehalten werden." Schulleiter Erwin Müller

Außerdem finden Unterricht und Pause zeitversetzt statt, damit weniger Kinder gleichzeitig auf dem Pausenhof sind. So fühlen sich die Lehrer in Plattling gut vorbereitet. Konrektorin Petra Bichler hat einen Wunsch fürs neue Schuljahr: "Es soll so normal wie möglich laufen und dann ist das für alle hier, glaube ich, sehr gut."

Das sind die Corona-Regeln zum Schulanfang

Das sind konkret die Corona-Regeln zum Schulanfang: Keine Masken im Unterricht für Grundschüler, aber Masken für Schüler ab der 5. Klasse - zumindest in den ersten beiden Schulwochen - zunächst eben auch im Unterricht. Dann wird neu entschieden, je nach Infektionsgeschehen. Das hat das bayerische Kultusministerium so im Rahmen-Hygieneplan geregelt. Darin steht außerdem: Schüler sollen, wenn möglich, in festen Gruppen bleiben, Klassen sollen sich nicht mischen. Weiter gilt ein Mindestabstand zwischen Schülern und Lehrkräften von mindestens 1,50 Metern, sofern nicht zwingende pädagogisch-didaktische Gründe ein Unterschreiten erfordern, heißt es im Hygiene-Rahmenplan.

Eine weitere Maßnahme ist Lüften: mindestens alle 45 Minuten Stoß- oder Querlüften über mehrere Minuten, wenn möglich auch während des Unterrichts, das teilt das Kultusministerium auf BR-Anfrage mit. All diese Maßnahmen seien mit Experten aus dem Gesundheitsbereich abgestimmt, um einen bestmöglichen Infektionsschutz zu gewährleisten. Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es aber nicht, so das Kultusministerium.

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