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Polizeieinsatz in Germering
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Autoren

Henning Pfeifer
Matthias Lauer
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Polizeieinsatz in Germering

Vier mutmaßliche Geldautomatensprenger sind am Mittwochmorgen in Germering und im benachbarten Gilching festgenommen worden. Ein Mann flüchtete. In Germering schoss die Polizei mehrmals und verletzte den Fahrer des Fluchtfahrzeugs. Er erlitt eine nicht lebensgefährliche Schusswunde.

Auf dem Weg zum Geldautomaten schlug die Polizei zu

Die beiden Tatverdächtigen hatten gegen 2.30 Uhr eine Bankfiliale in Germering angesteuert. Laut Polizei planten sie die Sprengung eines Geldautomaten durch Einleiten und Entzünden von Gas. Spezialkräfte der Münchner Polizei, die die Gruppe seit längerem im Visier hatte, keilte das Fahrzeug der Täter ein.

Der Fahrer rammte sich mit dem gestohlenen 450 PS starken Wagen den Weg frei, blieb aber nach wenigen Metern endgültig mit dem Auto stecken. Bei der lebensgefährlichen Aktion wurde ein Polizist eingeklemmt, er brach sich Schien- und Wadenbein. Zwei Beamte erlitten Prellungen.

Polizeikugel trifft Fahrer an der Schulter

Es fielen mehrere Schüsse aus mindestens einer Dienstwaffe, Projektile durchschlugen Motorhaube und Windschutzscheibe. Eine Kugel traf den 27-jährigen Fahrer in die Schulter, er wurde festgenommen und in eine Klinik gebracht. Seinem Komplizen war zu Fuß die Flucht gelungen.

Eine halbe Stunde später – gegen drei Uhr – nahm die Polizei in einer Wohnung im Nachbarort Gilching zwei 17 und 19 Jahre alte Frauen sowie einen 47-jährigen Mann fest. Sie sollen Banken ausgespäht haben, so die Polizei. Die Wohnung habe der Bande als Basis gedient.

Täter auf Raubzügen nach Deutschland

Durch vorangegangene Geldautomatensprengungen im Raum München mit einem Schaden von knapp 900.000 Euro war die Polizei auf die Spur der Bande gekommen, so dass sie die Sprengung in Germering verhindern konnte. Zur Herkunft der Tatverdächtigen wollen sich die Ermittler noch nicht äußern.

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks handelt es sich überwiegend um Nordafrikaner, die in den Niederlanden wohnen und nach Deutschland reisen, um Geldautomaten zu sprengen. Besonders häufig trifft es seit Jahren Banken in Nordrhein-Westfalen. Dort hat die Bande, die oft mit gestohlenen PS-starken Fahrzeugen der Marke Audi zu ihren nächtlichen Spreng-Aktionen fährt, den Namen "Audi-Bande" erhalten. Ihr sollen über 200 Mitglieder zumeist marokkanischer Herkunft angehören.