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Schülermedientage

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    Schülermedientage 2021: Kritische Fragen willkommen

    Zum Tag der Pressefreiheit starten heute die Schülermedientage des BR. Virtuell und bundesweit diskutieren prominente Journalisten wie Caren Miosga, Claus Kleber und Ingo Zamperoni mit Schülern über Glaubwürdigkeit von Quellen und Medien.

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    Von
    • Katrin Bohlmann

    Noch nie standen Journalistinnen und Journalisten, der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die ganze Medienlandschaft so in der Kritik wie heute. Lasst ihr Fakten bewusst weg? Wie lebt ihr mit dem Vorwurf der Lügenpresse? Wie arbeiten Redaktionen tatsächlich?

    Bei den Schülermedientagen 2021 müssen und wollen sich Journalisten diesen Fragen stellen. Direkt und live erhalten Jugendliche in Onlineworkshops und Webpanels Antworten. Schulen aus ganz Deutschland machen mit. Allein aus Bayern haben sich mehr als 900 Klassen angemeldet.

    Fake News erkennen und Medien kritisch hinterfragen

    Seit sechs Jahren veranstaltet der BR die Schülermedientage. Mit einzelnen Schulbesuchen angefangen, hat sich die Aktion immer weiter entwickelt und ist jetzt etabliert, seit zwei Jahren unterstützt von der bayerischen Landeszentrale für politische Bildung.

    Dieses Jahr laufen die Schülermedientage erstmals virtuell und bundesweit, das heißt: Nicht nur bayerische Journalistinnen und Journalisten machen mit, sondern von allen Medienhäusern in Deutschland.

    Jugendliche sind neugierig auf Journalisten

    In Zeiten von Homeschooling freuen sich die Jugendlichen auf die Woche als eine spannende Abwechslung. Und sie haben viele Fragen. "Wie schaffen es Journalisten, seriöse Nachrichten von unseriösen Nachrichten zu unterscheiden?", will die 14-jährige Luisa wissen. Max aus Cham fragt: "Wie entstehen Nachrichten und was motiviert Journalisten, ihren Job auszuüben?" Jasmin vom Robert-Schuman-Gymnasium in Cham freut sich, einen Blick in die Medienwelt zu bekommen und Journalisten live erleben zu können.

    Fünf Tage virtuelle Workshops bei Schülermedientagen

    Jeweils ein Journalist oder eine Journalistin vom Hörfunk, Fernsehen oder von einer Zeitung trifft sich in den Webworkshops mit einer Klasse. Dabei geht es ums Zuhören, Diskutieren und auch Mitmachen. Online angeleitet können Schülerinnen und Schüler sich selbst im Nachrichtenschreiben ausprobieren.

    Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni hat schon vor dem offiziellen Start der Schülermedientage mit einer Klasse in Niedersachsen gesprochen und war begeistert von den kritischen Fragen der jungen Leute. "Grundsätzlich finde ich es gut, wenn Schülerinnen und Schüler skeptisch sind gegenüber allen Medien und das auch hinterfragen. Das ist ja auch genau das, was ich versucht habe, denen mitzugeben." Ingo Zamperoni hat so ein Gefühl dafür bekommen, wie die jungen Menschen Medien konsumieren und wie sie zum Journalismus stehen.

    ARD-Korrespondentin Natalie Amiri erzählt von ihrer Arbeit im Iran

    Neben den Workshops gibt es diese Woche auch zwei Webpanels, in denen die Jugendlichen per Chat Fragen stellen können. Die Themen: Lasst ihr Fakten bewusst weg? Und: Gibt es Corona wirklich? Wie kriegen Journalist:innen raus, was stimmt? Natalie Amiri, ARD-Korrespondentin im Iran und Bestsellerautorin des Buches "Zwischen den Welten" steht dabei Rede und Antwort.

    Sie kann aus Sicherheitsgründen nicht mehr in den Iran reisen. Deswegen ist es der Journalistin umso wichtiger, zum Tag der Pressefreiheit jungen Menschen über ihre Arbeit aufzuklären. "Gerade in Ländern, in denen ein Regime Pressefreiheit, Meinungsfreiheit unterdrückt und es keine Rechte für die Zivilgesellschaft gibt, ist eine gute, objektive Berichterstattung so wertvoll. Die ARD hat da ein so hohes Gut, aus diesen Ländern zu berichten." Natalie Amiri macht es traurig, wenn sie den Vorwurf hört, mit Politikern unter einer Decke zu stecken.

    SZ-Journalist Klaus Ott: Kritische Fragen von Jugendlichen willkommen

    Schon lange begleitet Investigativjournalist Klaus Ott von der Süddeutschen Zeitung die Schülermedientage. Er freut sich auf kritische Fragen der jungen Menschen. "Habt ihr schon mal Fehler gemacht? Übertreibt ihr nicht auch manchmal? Wie ordnet ihr die Dinge ein? Wir müssen auch solche Fragen zum Anlass nehmen, an unseren Berichten zu arbeiten, zu überlegen, können wir an der einen oder anderen Stelle vielleicht noch etwas besser machen. Da ist der Dialog mit dem Publikum wichtig", sagt Klaus Ott.

    Jugendliche sensibilisieren für seriöse und unseriöse Nachrichten

    Die Schülermedientage seien jetzt in Zeiten von Fake News, Querdenkern und Verschwörungstheorien wichtiger denn je, sagt Isabella Schmid, Leiterin der BR-Medienkompetenz-Projekte. Noch nie sei die Nachfrage so groß gewesen. "Je komplexer die Welt wird, desto größer ist der Bedarf am Aufdecken, am Analysieren und Einordnen. Wenn Jugendlichen und Lehrkräfte wissen, wie unseren trimedialen Inhalte entstehen, können sie natürlich auch deren Qualität besser beurteilen."

    Denn das ist das Ziel der Schülermedientage: die jungen Menschen zu sensibilisieren für unterschiedliche Quellen, für seriöse und unseriöse Nachrichten. Die zehn BR-Workshops mit BR-Journalisten wie Andreas Bachmann, Eva Lell und Miriam Stumpfe sind schon ausgebucht. Die beiden Webpanels sind offen. Einfach reinklicken über die BR-Seite oder auf Youtube unter dem Stichwort Schülermedientage 2021.

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