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Schüleraustausch: Warnung vor dem Förderdschungel | BR24

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Im Europaausschuss des Landtags ging es heute um die Zukunft von internationalen Austauschprogrammen. Hauptsorgen der Experten sind der Fördergeld-Dschungel und die Steigerung der Attraktivität von Austauschprogrammen für Jugendlichen.

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Schüleraustausch: Warnung vor dem Förderdschungel

Im Europaausschuss des Landtags ging es heute um die Zukunft von internationalen Austauschprogrammen. Hauptsorgen der Experten sind der Fördergeld-Dschungel und die Steigerung der Attraktivität von Austauschprogrammen für Jugendlichen.

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Mehr Geld sei immer gut, lobte der Präsident des Bayerischen Jugendrings Matthias Fack die Tatsache, dass im Nachtragshaushalt zusätzlich 5,6 Millionen Euro mehr vorgesehen sind für internationale Jugendbegegnungen. Eine eigene Stiftung soll gegründet werden - und da liegen dann auch die Sorgen von Matthias Fack.

"Wenn das Gros der Mittel in der Struktur der Stiftung bliebe, dann hätten wir jetzt noch nicht so viel davon, denn der Rest würde sich schnell auflösen." Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings

Befürchtungen von Doppelstrukturen und zu viel Bürokratie

Fack warnte auch vor Doppelstrukturen. Schon jetzt müssten sich Antragssteller durch einen Förderdschungel begeben, berichtete Harald Godron aus seinem Alltag. Er ist am Steigerwald-Gymnasium in Wiesentheid zuständig für verschiedene Schüleraustauschprojekte. Die Bürokratie schrecke viele Kolleginnen und Kollegen ab, sich für Austauschprojekte zu engagieren.

"Wenn ich dann aber im Dezember das beantragen muss, dass ich im September eine Busfahrt genehmigt bekomme und dann auch noch aufpassen muss, dass es keine Überschneidung mit einer Förderung gibt, die ich acht Wochen vorher beim BJR beantrage oder bei einer eventuellen Stiftungen drei Monate, dann wird es einem normalen Lehrer kaum mehr möglich diesen Förderstrukturen gerecht zu werden." Harald Godron, zuständiger für Schüleraustauschprojekte am Steigerwald-Gymnasium Wiesentheid

Austauschprogramme gerade für finanziell und sozial Benachteiligte von Bedeutung

Die Experten forderten zudem neue und niedrigschwellige Austauschprojekte. Denn derzeit würden sich vor allem Gymnasiasten mit entsprechendem familiären Background zu internationalen Begegnungen anmelden. Diese seien aber auch für Real- und Mittelschüler wichtig sowie für Förderschüler. Doch hier fehle es noch an Programmen und finanzieller Unterstützung. Laut Psychologin Heike Abt, die zur Wirkung von internationalem Jugendaustausch geforscht hat, gelte derzeit vielfach das Prinzip.

"Wer hat, dem wird gegeben. Immer noch finden 80 Prozent der Austauschmaßnahmen an Gymnasien statt. Da gibt es etwas zu tun. Vor allem, weil unsere Forschung gezeigt hat, dass gerade Leute besonders profitieren, für die das nicht nur ein biographisches Mosaiksteinchen ist, sondern gerade, wenn es ein besonderes Ereignis ist, die Leute bezüglich der Langzeitwirkungen profitieren." Heike Abt, Psychologin

Als Langzeitwirkungen selbst von kurzen Auslandsaufenthalten machten die Forscher vor allem ein gesteigertes Selbstbewusstsein und eine gesteigerte interkulturelle Kompetenz aus.

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