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Schüler-Demos für Klimaschutz | BR24

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© Nora Zacharias/BR

Statt zur Schule gehen sie auf die Straße: Nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland "streiken" Schüler und Studenten für eine bessere Klimapolitik. Unter dem Motto #FridaysForFuture sind für mehr als 50 Städte Demos angekündigt.

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Schüler-Demos für Klimaschutz

Statt zur Schule gehen sie auf die Straße: Nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland "streiken" Schüler und Studenten für eine bessere Klimapolitik. Unter dem Motto #FridaysForFuture sind für mehr als 50 Städte Demos angekündigt.

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Die internationale Protestbewegung "FridaysForFuture" verbreitet sich auch in Bayern. Im ganzen Freistaat demonstrieren heute Vormittag Schüler für mehr Klimaschutz. Sie fordern unter anderem einen schnellen Ausstieg aus der Kohle, damit die 2015 in Paris beschlossenen Ziele, die Erderwärmung auf weniger als 1,5 Grad zu begrenzen, noch erreicht werden können.

Hunderte Teilnehmer in ganz Bayern erwartet

In Augsburg werden 500 Teilnehmer auf dem Rathausplatz erwartet, auch aus anderen Schulen in Schwaben. Auch in Franken wollen Schüler auf die Straße gehen: in Nürnberg, Erlangen, Bayreuth und Würzburg sind Demonstrationen geplant. Am Würzburger Hauptbahnhof zum Beispiel erwartet man bis zu 400 Schüler und Schülerinnen. In Deggendorf wollen die Schüler am Stadtplatz zusammenkommen, um für den Klimaschutz zu protestieren. Die Schüler aus München und Umgebung treffen sich am Geschwister-Scholl-Platz.

Der Student Benedikt Schürzinger, unter anderem Mitorganisator der Würzburger und Deggendorfer Protestaktion, bringt auf den Punkt, warum die jungen Leute demonstrieren: "Die Zukunft, für die wir lernen sollen, wird mir gerade weggenommen – jeder einzelne Politiker, der im Kultusministerium sitzt, ist mit schuld daran, dass ich einmal Kinder in eine kaputte Welt setzen muss."

Informationen zur Methodik von Civey finden auf Civey.com.

Schulschwänzer müssen mit Konsequenzen rechnen

Das Fernbleiben vom Unterricht ist schlicht und ergreifend Schuleschwänzen, selbst wenn es für einen womöglich guten Zweck ist. Der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hatte deshalb im Vorfeld an die Schulpflicht erinnert: Er freue sich einerseits, dass die Schüler so viel Engagement für den Klimaschutz und für die Demokratie zeigen. Andererseits sei es aber auch seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie ihre Schulpflicht einhalten. Für ihn stehe die Schulpflicht an erster Stelle. Sein Ministerium schreibe aber keine Konsequenzen vor. Dafür nimmt er die Schulleiter in die Pflicht.

"Ich habe da viel Vertrauen in unsere erfahrenen Schulleiter vor Ort. Aber die sollen schon deutlich machen, dass Schulpflicht herrscht und dass die Schüler auch anwesend sein sollen." Michael Piazolo, Kultusminister

Die BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann begrüßt politisches Engagement von Schülern prinzipiell, meint aber ebenfalls, der Unterricht gehe vor. Man müsse Wege finden, wie man Unterricht und Protest vereinbaren kann. Wenig begeistert zeigten sich sowohl der Kultusminister als auch die BLLV-Präsidentin von der Aussicht, dass die Demonstranten am kommenden Freitag noch einmal streiken wollen.

Schulleiter müssen entscheiden

Der Ministerialbeauftragte für die schwäbischen Gymnasien, Siegfried Kempf, erklärt, die Schule habe auch den Auftrag der Politischen Bildung, aber die Demo am Vormittag sein "ein bewusst kalkulierter Tabubruch". Die Palette der möglichen Sanktionen für die Schulschwänzer reicht theoretisch vom einfachen Verweis bis zur Schulentlassung. Einige Direktoren haben bereits mit Verweisen gedroht, andere wollen offenbar nachsitzen lassen. Eine Möglichkeit wäre aber beispielsweise auch die Auflage eines Ökoprojektes, so der Direktor eines Augsburger Gymnasiums. Einzelne Schulen haben auch andere Kompromisslösungen gefunden. So gehen teilweise sogar Lehrer gemeinsam mit den Schülern auf die Demos - für praktischen "Unterricht" zum Thema Klimawandel oder Demonstrationen.

Schwedische Schülerin ist das Vorbild für "FridaysForFuture"

Die Schüler folgen mit ihren Aktionen einem Aufruf der schwedischen Schülerin Greta Thunberg, (15), die auf der Weltklimakonferenz vergangenes Jahr erklärt hatte, dass sie jeden Freitag die Schule schwänzt, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Unter dem Motto "FridaysForFuture" hat die Idee und die Einladung zum heutigen Termin bundesweit über Whatsapp-Gruppen die Runde gemacht. Unterstützt werden die Aktionen von Naturschutzverbänden.

Die internationale Schulstreikaktion "Fridays For Future" hat Deutschland bereits vor mehreren Wochen erreicht und wird immer größer. Am heutigen 18. Januar wollen in mehr als 50 deutschen Städten, von Aachen bis Zweibrücken, Schüler auf die Straße gehen. Zudem soll es Aktionen in der Schweiz und Österreich geben.

Auch in Belgien lassen Schüler die Schule für den Klimaschutz ausfallen. Mehr als 12.000 junge Leute kamen am Donnerstag bei einer Demo in Brüssel zusammen.